Viele Unternehmen wollen mit Nachhaltigkeit beginnen und suchen erste einfache CSR-Maßnahmen. Die Bandbreite ist unerschöpflich und wir haben in unseren anderen Nachhaltigkeits-Tipps viele weitere aufgelistet.

Hier haben wir versucht einfach umzusetzende und effektive Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit zusammenzutragen.

Sie dürfen und sollen Inspiration geben und einen guten Einstieg in das Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen schaffen. Ist die Motivation erst einmal geweckt, dürfen weitere Maßnahmen unternommen und diese systematisch ausgebaut werden. Wir finden es wichtig, dass es nicht bei alleinstehenden Maßnahmen bleibt, sondern dass Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlicher angehen. Dabei hilft eine durchdachte und passende Nachhaltigkeitsstrategie.

Jetzt aber zu den einfach umzusetzenden CSR-Maßnahmen.

Viel Spaß beim Lesen und nachhaltig inspirieren lassen!

1. Events in ungenutzten Flächen veranstalten

Gerade für Veranstaltungen bietet es sich an das eigene Netzwerk einmal nach ungenutzten Räumlichkeiten zu durchforsten. Wie wäre es mit Zwischennutzung? Die am Wochenende leere Produktionshalle, das morgendlich geschlossene Café, der Kinderspielwarenladen oder sogar das gerade ungenutzte alte Palais. Solche Locations geben der Veranstaltung besonderen Charme. Und Zwischennutzung verringert in Summe den Gesamtflächenverbrauch und damit fast immer die eingesetzten Ressourcen und folglich nötige Flächenversiegelung.

Nachhaltige Geschäfts-Räume teilen

2. Firmenaccount bei Carsharing

Viele Unternehmen unterhalten noch kleinere oder größere Fahrzeugflotten. Dabei stehen bekanntlich individuell genutzte Autos bis zu 90% der Zeit unbenutzt. Gerade für Dienstleistungsunternehmen bieten sich Accounts bei Carsharing-Angeboten an. Sie sind meist günstiger als ein eigenes Auto und sind durch die kollektive Nutzung deutlich umweltfreundlicher insbesondere in Bezug auf verbrauchte Ressourcen (weniger Fahrzeuge) und genutzte Fläche. Eine einfache aber wirksame CSR Maßnahme.

Achtung! Den Rebound-Effekt beachten: Durch die Bequemlichkeit des Carsharing sollte nicht mehr gefahren werden, sonst hebt sich der positive Effekt auf – und kehrt sich womöglich direkt ins Negative.

3. (Alternativen zu) Geschäftsreisen

Geschäftsreisen zu anderen Teams, Partner*innen oder Kund*innen gehören für viele Unternehmen zum Alltag dazu. Für viele von ihnen auch Flugreisen innerhalb Deutschlands. Um die Geschäftsreisen und damit die in Summe enorme Umweltbelastung zu senken, sind Videokonferenzen eine echte Alternative! Geben wir dem eine echte Chance. Hier Tipps für die Integration von Skype, zur Skype-Alternative zoom und allgemeine Tipps für eine gute Videokonferenz.

Wenn eine Geschäftsreise nicht vermeidbar ist oder auch wenn es einfach um den Pendelverkehr geht, dann unser absoluter Tipp: häufiger die Bahn nutzen! Gegenüber dem Autofahren oder auch dem aufwendigen Fliegen kann man in der Bahn entspannt arbeiten und wirklich produktiv sein. Mittlerweile gibt es in den meisten Zügen WLAN und meist ist die Bahn in Summe sogar die schnellere Alternative.

4. Bike-Leasing für Mitarbeitende

Als Arbeitgeber*in oder Selbständige*r können nicht nur Autos sondern auch Fahrräder geleast werden. Viele Mitarbeitende wissen so ein Angebot offenbar zu schätzen. Mehr Informationen zu dieser Maßnahme gibt es z.B. hier.

5. Firmen-Lastenräder

Als Unternehmen, gerade in Städten, kann es sich lohnen so manche Transporte mit Lastenrädern durchzuführen. Das Beispiel eines Berliner Schornsteinfegers zeigt, dass es Geld spart, schneller ist, Aufmerksamkeit schafft und die Umwelt entastet. Außerdem gibt es verschiedene Förderungen für Lastenräder.

Lastenräder als effektive CSR Maßnahmen

6. CSR-Maßnahme in Workshops? Umweltfreundlicher gestalten!

Viele kennen die Flut von Post-Its und Ausdrucken zu Workshops. Die ersten digitalen Tools schicken sich an, dem gegen zu wirken, so z.B. Mind Objects. Wenn man es trotzdem haptisch mag, dann z.B. mit wiederbeschreibbaren, magnetischen Post-Its. Und wenn man die Zettelchen trotzdem braucht, dann doch gern die aus Recyclingpapier.

7. Events nachhaltiger gestalten

Veranstaltungen können oft unnötig viele Ressourcen brauchen, das Catering zu viel Essen übrig haben, die Teilnehmenden mehr mit dem Flugzeug als der Bahn anreisen. Kein Einweggeschirr und -besteck inklusive keine Einwegstrohhalme. Auch hier kann also viel getan werden, um umweltfreundlicher zu werden. Als Hilfestellung hier ein guter Leitfaden mit Checkliste. Und für die, die tiefer einsteigen wollen, lohnt es sich an den verschiedenen Weiterbildungen teilzunehmen.

CSR Maßnahmen bei Events

8. Grünes Hosting von Web-Diensten

Unsere Websites und anderen Online-Dienste werden meist auf fremden Servern gehostet. Aber wie viel Mühe geben sich unsere Hoster in Sachen? Wie sieht es mit erneuerbaren Energien, Ressourcenschonung, Mitarbeiterzufriedenheit aus? Die Bandbreite grüner Hoster wird immer größer. Wir haben uns nach längerer Recherche für Manitu entschieden.

9. Nachhaltige Bank und Finanzströme

Die Wirkung von Geldflüssen für die Förderung nachhaltiger (und nicht-nachhaltiger) Unternehmen und Projekte ist enorm. Aus diesem Grund sollten gerade Unternehmen gut überlegen, bei welcher Bank das Konto geführt und Geld angelegt wird. In Deutschland sind die GLS, die Triodos und die Ethikbank solche, die für nachhaltige Geschäftskonten in Frage kommen, darüber hinaus für Geldanlagen die Umweltbank. Diese garantieren, dass das Geld für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt wird und bspw. keinen Waffenfirmen oder Klima-schädlichen Unternehmen unterstützt werden. Ein Vergleich lohnt sich.

10. Öko-Stromanbieter

Mittlerweile wissen die meisten um die Einfachheit den Stromanbieter zu wechseln und auch um den Effekt Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Nun gilt es konsequent im Unternehmenskontext drauf zu achten und umzustellen. Hier ein paar wichtige Hintergründe und Vergleiche.

11. Home-Office

Den Mitarbeitenden anzubieten im Home Office zu arbeiten, ist zeitgemäß, verbessert oft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kann zur Steigerung der Kreativität beitragen und reduziert noch Fahrtwege und teils Raumnutzung. Dabei gilt es aber für jedes Unternehmen zu prüfen, in welchem Maß und unter welchen Bedingungen das funktioniert. Das Teamgefühl oder die Produktivität sollen nicht darunter leiden. Ein Ressourcenmehreinsatz (durch doppeltes technisches Equipment) soll auch vermieden werden. Hier noch Tipps für Home Office sowohl für Arbeitgeber*in als auch Arbeitnehmer*in.

12. Essen spenden

Alle die, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind oder ein Restaurant oder Café betreiben, erleben täglich, dass meist nicht alle Lebensmittel verkauft werden können. Vor allem nicht leicht verderbliche. Dies gilt auch bei Events mit Catering. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten das übrige Essen nutzbringend weiterzugeben, so z.B. mittels Foodsharing, Too Good To Go und andere.

13. Regionale Lieferanten bevorzugen

Nachhaltigkeit hat auch meist mit der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu tun und damit mit der Frage, wen man als Unternehmen als Lieferant*in oder Dienstleister*in wählt. Oft reicht es für den Anfang, sich den Vorsatz zu nehmen, einen Lieferanten in maximal 150 km Entfernung zu wählen und schnell kommt man bei der Suche auf ganz neue Partner*innen. Zudem kann so eine Maßnahme helfen, Heimatverbundenen Mitarbeitenden mehr Identifikation mit dem Unternehmen gibt.

14. Nachhaltige und ergonomische Arbeitsplätze

Nachhaltige Möbel sind aus natürlichen Materialien und bestenfalls regional gefertigt. Sie sind frei von Toxinen und gesundheitsschädlichen Chemikalien und somit gut für die Gesundheit der Mitarbeitenden und der Umwelt. Ein ergonomisches Design beugt zudem Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz vor. So sorgt man mit adäquaten Einstellungen am Computer, Schreibtisch, Bürostuhl (u.a. Abstand und Neigung des Bildschirms, Höhe des Schreibtischs, Stuhls und der Armlehne) sowie guten Luft- und Lichtverhältnissen (Raumtemperatur, Lichteinfall, Luftfeuchtigkeit) für eine bessere Mitarbeitergesundheit.

15. Psychische Gesundheit und Sportangebote für Mitarbeitende

Zu betrieblicher Nachhaltigkeit gehört auch die Gesundheit der Mitarbeitenden und körperliche Auslastung ist ein wichtiger Eckpfeiler. Unternehmen können Sportangebote für die Mitarbeitenden jährlich und je bis zu 600 € (seit 1.1.2020) steuerfrei bezuschussen. Freizeitausgleiche, Überstundenkontos und Co. sind nur der Anfang für eine angemessene Work Life Balance.

16. Kostenlose Energieberatung

Für die ersten Schritte hin zu mehr Umweltschutz lohnt sich eine Energieeffizienzberatung. Bundesweit wird diese von der BAFA zu bis zu 80% der Kosten gefördert und einige Kommunen wie Offenbach bieten ihren Unternehmen sogar kostenlose Beratungen an.

17. Umweltfreundliche Versand-Transportboxen

Statt übliche Einweg-Kartons für den Versand zu nutzen, steigen immer mehr Unternehmen auf Versandboxen um. Eines der besten Beispiele ist der grüne Versandhändler memo. Die Einführung im eigenen Unternehmen kann Aufwand bedeuten, aber gerade bei größerem Versandaufkommen lohnenswert sein. Eine der wirksamen und auch für Kund*innen eindrucksvollen CSR-Maßnahmen.

18. Altgeräte und ausgemusterte IT spenden

Wenn Technik für den Unternehmensgebrauch zu alt wird, ist sie für den Privatgebrauch oder für Vereine oft noch mehr als ausreichend. Eine echte Alternative zur Entsorgung ist es Altgeräte zu spenden und damit bedürftigen Menschen oder Vereinen noch eine große Hilfe zu sein. Die Berliner Stadtreinigung z.B. hat hierfür eine eigene Unterseite.
Ebenso kann ein Weg sein, IT bei Profis für Datenlöschung und Aufarbeitung (refurbishment) abzugeben. AfB bietet diesen Service an und verfolgt zudem konsequent den Gedanken der Inklusion – womit sie ein Paradebeispiel für Sozialunternehmen (Social Business) darstellen. Unterstützenswert, oder? 

19. Aufgearbeitete IT anstatt Neuware 

Anstatt Neuware zu kaufen, sollte man prüfen, ob Laptops und Dienstsmartphones nicht auch aufgearbeitet zu bekommen sind. Das senkt den ökologischen und sozialen Impact enorm! Unter dem Schlagwort „Refurbished“ finden sich inzwischen zahlreiche professionelle Anbieter für IT. (Weiterlesen zu dem Thema)

20. Auf Siegel achten – auch bei Technik

Siegel für Bio-Lebensmittel oder fairtrade-Textilien kennt man inzwischen. Aber wer kennt Nachhaltigkeits-Labels für Technik? Inzwischen haben sich auch hier erste brauchbare Standards entwickelt und es gibt zertifizierte Technik: Energie Star, TCO, Nordic Ecolabel sind einige Beispiele. Wer faire und umweltverträgliche Produktion unterstützen möchte, sollte unbedingt vorm IT-Kauf einen Blick auf die verschiedene Labels werfen.

Labels im Vergleich, Zusammengestellt von Utopia.de (c),
 Zusammenstellung verschiedener Labels im Vergleich von utopia.de (c) „Die wichtigsten Siegel für Smartphones und Laptops (© Energy Star, TCO, Nordic Ecolabel, EU-Ecolabel, Blauer Engel)“

21. Fahrgemeinschaften bilden einfach gemacht

Warum nicht dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden Mitfahrende werden? Mittlerweile gibt es Apps, die sich explizit an Unternehmen richten, um den Mitarbeitenden die Bildung von Fahrgemeinschaften zu erleichtern. Versichert ist man auf diesen Fahrten übrigens auch arbeitsseitig, solange der Absicht bzw. der Zweck gegeben ist, auf Arbeit zu fahren.

Das waren unsere einfachen aber wirksamen CSR-Maßnahmen, die den Einstieg zu mehr Nachhaltigkeit erleichtern sollen.

Nicht bei der Einzelmaßnahme stehen bleiben: Nachhaltigkeit als Treiber künftiger Geschäftsmodelle und der gesamten Unternehmensausrichtung erkennen

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen muss es langfristig über Einzelmaßnahmen hinaus gehen. Daher bieten wir von plant values u.a. an, dass wir gemeinsam strategisch Denken (Nachhaltigkeitsstrategie), nachhaltige Geschäftsmodelle identifizieren (Geschäftsmodellentwicklung), wir gemeinsam passende Lösungen für Abteilungen oder unternehmerische Handlungsfelder erarbeiten (CSR-Maßnahmen) oder zusammen die wesentlichen Hebel für eine dauerhafte Nachhaltige Unternehmensentwicklung aufzeigen – mit ihnen und ihren Partner*innen. (Wesentlichkeitsanalyse und Stakeholderdialog). Sprechen Sie dazu einfach uns!

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