Viele Unternehmen fragen uns, was sie denn alles tun können, um nachhaltiger zu werden. Die Antwort darauf endet meist in einem halbstündigen Monolog.

Da wir uns auch im Kern nicht um die vielen kleinen Dinge kümmern, die ein Unternehmen verändern kann, um nachhaltiger zu werden – sondern wir Organisationen dabei begleiten selbst zu erkennen, wie sie Nachhaltigkeit strategisch verankern können, schreiben wir unsere Tipps in ein paar Blogbeiträgen auf.

Mit dieser kleinen Reihe wollen wir also verschiedenste Tipps und Ideen vorstellen, wie man das eigene Unternehmen nachhaltiger gestalten kann. Von schnell umsetzbaren Tricks bis zu ausgefallenen grünen Kampagnen.

Im (vorerst) letzten Beitrag der Reihe stellen wir Ideen rund um Weihnachten vor.

66. Nachhaltige Kundengeschenke

Sind wir nicht alle „schon-alles-Haber“? Wir besitzen viel – und meistens zu viel. Also wie schafft man es mit Kundengeschenken einen echten Mehrwert zu schaffen und im Gedächtnis zu bleiben?

Lasst uns den Trend vom Mehrweg zum Einweg einfach wieder umkehren und etwas schenken, was viele Menschen heutzutage nur einmal verwenden und dann wegschmeißen – hin zu der mehrmaligen bis unendlichen Wiederverwendung. Oder etwas schenken, was man nicht ohnehin gefühlt schon 100 x besitzt und sofort in die Tonne wandert. Das bringt nicht viel – außer viel Müll.

Super praktisch als Kundengeschenke sind zum Beispiel:

  • Taschentücher oder ultraleichte Beutel für Obst und Gemüse aus Bio-Baumwolle (statt Einmal-Taschentüchern in 10-er-Plastikverpackung und statt Plastikbeuteln),
  • Bienenwachstücher (statt Alu- oder Frischhaltefolie),
  • hochwertige Glas- oder Edelstahlboxen für Speisen auch To Go (statt Einmal-Verpackung),
  • Socken aus der heimischen Wolle aus Öko-Landbau – vielleicht sogar gestrickt von Omis und Opis aus dem Seniorenheim,
  • praktische Thermoskannen für heißen Tee oder leckeren Glühwein,
  • Seifen (statt Duschbad und Shampoo),…

Es gibt unheimlich viele tolle Möglichkeiten. Mit der passenden Stickerei oder Print des Firmen-Logos wird das Geschenk zu einem Hingucker – und bleibt lange im Gedächtnis!

67. Auszeit für mehr Kraft

Die Mitarbeiter*innen sind ausgebrannt, gestresst und unmotiviert vom Trubel des Weihnachtsgeschäfts, fühlen sich getrieben von den Zielen zum Jahresende, müssen ihre Projekte noch schnell fertigstellen? Gerade in der eigentlich doch besinnlichen Weihnachtszeit ist es so schön und so wichtig, sich selber und den Mitarbeitenden Zeit einzuräumen – für einen Spaziergang in der Mittagspause oder inspirierende Fragen am Tagesanfang (z.B. Wofür bin ich dankbar? Welche Menschen inspirieren mich derzeit am meisten? Was macht mich besonders glücklich?). Damit wird frische Kraft und Energie durch positive Gefühle geweckt.

68. Weihnachtsbäume aus Plastik?

Wir lieben sie alljährlich zum Weihnachtsfest – Ob im Büro oder zu Hause. Was wäre Weihnachten ohne den Weihnachtsbaum?

Nur ist die Frage: Was ist ökologisch sinnvoller: ein echter Christbaum oder ein Plastikbaum? Wie umweltfreundlich der jeweilige Baum ist, hängt von der Herkunft, der Nutzungsdauer und der Entsorgung ab.

Etwa 28 Millionen Bäume sterben jährlich in Deutschland zum Weihnachtsfest. Diese stammen zumeist aus konventionellen Plantagen, die gedüngt und mit Pestiziden behandelt werden – eine enorme Belastung für die Umwelt.

Also doch lieber der mehrjährig verwendbare Kunstbaum?

Nein.

Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  • Mindestens 4 von 5 Plastikweihnachtsbäumen werden aus Fernost importiert. Emmissionen für Produktion und Transport und nicht nachvollziehbare, meist geringe Sozial- und Umweltstandards an Produktionsstandorten inklusive. (hier geht es zu einer Studie über den ökologischen Fußabdruck)
  • Plastikbäume werden aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Die Förderung ist ein schmutziges Business. Und die Rohstoffe sind endlich.
  • Plastik: Durch Sonnenlicht und über die Nutzungsdauer setzen sich kleine Partikel ab – Mikroplastik. Diese vermischen sich mit Hausstaub und belasten unseren Körper und unsere Gesundheit. (Das Jenke-Experiment macht das Plastikproblem für die Masse greifbar)
  • Weitere Zutaten: BPA, Weichmacher und Co. Diese Toxine werden bei Verbrennung frei.

69. Natürliche Weihnachtsbäume so nachhaltig wie möglich

Der natürliche Weihnachtsbaum befindet sich in einem natürlichen Kreislauf und produziert in seiner durchschnittlichen Wachstumszeit von 10 Jahren 105 Tonnen Sauerstoff (1 Hektar Weihnachtsbaumkultur).

Hier ein paar Tipps, wie ihr euren Weihnachtsbaum-Traum nachhaltiger gestaltet:

  • Feiert zusammen mit Freunden und Familie und verringert so den Weihnachtsbaumverbrauch.
  • Kauft einen Weihnachtsbaum aus der Region oder mindestens aus Deutschland. Am besten im Topf, sodass dieser länger lebt als der geschlagene Bruder.
  • Noch besser: Mietet einen Baum. Eine Top-Alternative zum geschlagenen Baum! Der Baum überlebt im Topf also gleich mehrere Weihnachtssaisons und bereitet unterschiedlichen Menschen Freude. Zwei Beispiele dafür: W-Baum mieten, W-Baum mieten und kaufen
  • Der Anbau zertifizierter Bio-Weihnachtsbäume verzichtet auf Kunstdünger und Pestizide. So zum Beispiel bei den Siegeln Demeter, Naturland, Biokreis, Bioland, Bio, FSC, PEFC. Gut für Böden und Insekten.
  • Achtet auf die Verpackung – bestenfalls ohne Kunststoffnetze und Co.
  • Macht aus dem Kauf ein kleines Event. Bringt den Baum bei einer Radtour mit heißem Tee oder Glühwein per Lastenrad nach Hause. In Dresden kann man Lastenräder kostenfrei mieten bei https://friedafriedrich.de/!
  • Entsorgung: Zoos freeun sich sehr häufig über alte Weihnachtsbäume – Nahrung für die Tiere. Und schon ist der Kreislauf (fast) perfekt.

Hier geht es zu einer interessanten Ökobilanz-Infographik, welche die natürliche der künstlichen Variante gegenüberstellt.

70. Natürliche Deko

Schmückt eure Räumlichkeiten mit natürlichen Materialien, wie Strohsternen, Äpfeln, getrockneten Orangenscheiben, Lebkuchen, Plätzchen. Herrlich machen sich auch Kombinationen aus Früchten, Moos, Nüssen, Zweigen und Zapfen… Auch selbst gemachte Kränze aus Stroh oder Zweigen sind ein echter Hingucker. Lasst eurer Fantasie freien Lauf! Für weihnachtlichen Duft sorgen Zimtstangen, Nelken oder Orangen. Mit Kerzen und Lichterketten sorgen diese für wohlig-warme Herzensmomente. Kerzen- und Wachsreste aufheben und wiederverwenden. Und auf regionale, bio und/oder fairtrade Produkte achten.

71. Guter Adventskalender

Anstatt Schokolade jeden Tag eine gute Tat hinter dem Adventstürchen finden: Der Gute Taten e.V. bietet Kalender, wo hinter jedem Türchen ein Projekt steckt, das mit deiner Spende unterstützt wird. So könnt ihr als Firma oder in jeder Abteilung schon ab 24 Euro an 24 unterschiedlichen Orten der Welt Projekte in den Kategorien Gesundheit, Umwelt, Bildung, und Versorgung helfen.
Nebenbei sieht der Kalender richtig schick aus, wie man im Impact Hub Dresden sehen kann.

72. Grüne Geschenkverpackung

8000 Tonnen Verpackungsmüll bundesweit jede Weihnachten? Eindeutig zu viel. Verwendet ohnehin anfallende Print-Materialien, wie Werbeflyer, Broschüren, alte Bücher, Recycling-Papier oder einfach Zeitungen als Geschenkpapier. Oder wie wäre es mit Klopaierrollen, Gläsern oder Stoffresten? Ihr findet sicher etwas in eurem Haushalt, was dem Müll geweiht ist und so noch ein zweites Leben bekommt. Das sieht toll aus.

73. Weihnachtsfeier mal anders

Häufig sind Mitarbeitende schon gelangweilt von den alljährlichen Weihnachtsfeiern. Immer das gleiche. Pflichtveranstaltung halt.

Warum nicht mal anders? Für den guten Zweck? Mit Purpose? Wie wäre es gemeinsam Plätzchen zu backen und an ein Kinderheim zu spenden? Einen Kleider- oder Alles-Tausch-Weihnachtsmarkt zu veranstalten? Oder mit den älteren Herrschaften und Damenschaften in Seniorenheimen oder Pflegeeinrichtungen zu tanzen oder herzliche Weihnachtslieder anzustimmen?

Es ist toll, mit Herzenswärme und innerer Energie gemeinsame Sache zu machen und zum Jahresausklang zusammenzukommen, indem man gemeinsam Gutes tut!

74. Festmahl – biologisch, regional, gesund

Gerade zu Weihnachten spielt Ernährung eine herausragende Rolle. Wir können konventionell essen. Oder aber fair, ökologisch und im Einklang mit der Natur. Dies gilt sowohl für die Weihnachtsfeier in der Firma als auch zu Hause. Ist etwas übrig, können wir es Bedürftigen zur Verfügung stellen. Mit dem Wissen, dass die Natur nicht unter dem Festmahl zu leiden hat, schmeckt es gleich viel besser – und gesünder ist es auch!

75. Pendeln in der Weihnachtszeit – und auch sonst

Gerade zur Weihnachtszeit sind die Straßen vollgestopft! Das kostet Zeit, Geld, Nerven und viel Energie (fossile Energieträger und so). Erspart euch den Weihnachtsstress und steigt auf entspannte und ökologische Alternativen um, z.B. die Bahn. Dort könnt ihr die Zeit effektiv nutzen, um ein Buch zu lesen oder sich mental auf den Weihnachtsabend oder das neue Jahr einzustimmen.

Noch mehr gesammelte Nachhaltigkeit-Tipps…

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