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Positive und negative Auswirkungen des Tourismus auf Nachhaltigkeit

Der Tourismus zeigt klar positive und negative Wirkungen auf Nachhaltigkeit. Welche sind das und kann man bewerten, welche überwiegen?

Inhalt:

Welche positiven Wirkungen hat der Tourismus auf Nachhaltigkeit?

Reisen so beliebt wie nie zuvor

Seit 1950 sind die Auslandsreisen weltweit um mehr als das 50-fache gestiegen. Während international 25 Mio. Menschen in 1950 reisten, waren es 2018 mehr als 1.400 Mio. Menschen. Spannend ist, dass der Inlandstourismus diese Zahlen um ein Vielfaches übersteigt. Schätzungen gehen davon aus, dass der Inlandstourismus in etwa 5-10 x so groß ist wie internationale Reisebewegungen. Der Boom im Reisemarkt zeigt sich ebenso in Deutschland. Auch im internationalen Vergleich liegt Deutschland an der Spitze und belegt Platz 3 bei den Gesamtausgaben für Tourismus. Dies wird nur übertroffen von den USA (2) und China (1). (UNWTO – World Tourism Barometer, 2019, Our World in data)

Internationale Ankünfte auf Rekordniveau

Tourismus ist Motor für die Weltwirtschaft

Reisen ist also eine immer beliebtere Freizeitaktivität und dies schlägt sich auch in den Wirtschaftsdaten nieder. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige weltweit. Gemessen am weltweiten Exportumsatz belegt diese Querschnittsbranche den dritten Platz nach 1. Brennstoffen und 2. Chemie. Der Tourismus rangiert damit als Wirtschaftszweig noch vor 4. Lebensmitteln und 5. Kraftfahrzeugen. (UNWTO, 2019)

Tourismus trägt wesentlich zum BIP bei

Global macht er 10 % der Wirtschaftsleistung aus. In spezifischen Staaten zeigt sich sogar eine noch höhere Abhängigkeit der Gesamtwirtschaft vom Tourismus. (Statista, 2018) So macht der Tourismus einen unverzichtbaren Wirtschaftszweig in vielen Inselstatten oder Ländern im globalen Süden aus. Die Seychellen und Malediven hängen mit fast 70 % Anteil des Tourismus am BIP stark vom Tourismus ab. Kambodscha rangiert bei 30%. In diesen Ländern ist der Tourismus häufig Hauptdevisenquelle und somit Voraussetzung für eine Teilnahme am Weltmarktgeschehen. Aber auch in Europa hat der Tourismus eine hohe Bedeutung für die Wirtschaft, so z.B. in Island mit einem Anteil von > 30 % oder Kroation und Griechenland mit > 20 % am BIP. Auch in rasant wachsenden Volkswirtschaften wie China (11 %) oder etablierten Industrieländern wie Deutschland (8,6 %) und Frankreich (9,5 %) ist die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft wesentlich. (WTTC, World Travel and Tourism Council)

Tourismus ist die drittwichtigste Branche weltweit

Tourismus sorgt für Wohlstand

Als dienstleistungs- und damit arbeitskräfteintensive Branche schafft der Tourismus hunderte Millionen Jobs weltweit und sorgt damit gerade auch in wenig entwickleten Regionen oder für sozial schwächer Gestellte Beschäftigungsmöglichkeiten. Jeder 10. Arbeitsplatz ist im Tourismus und sichert somit Existenzen und Lebensgrundlagen. Dabei fallen nicht nur direkt mit dem Tourismus im Zusammenhang stehende Branchen ins Gewicht. Zahlreiche indirekt verknüpfte Wirtschaftsbereiche sichern den Lebensunterhalt zahlloser Familien. (Tourism Watch Bildungsmaterial Verantwortungsvoll Reisen, 2019) In Deutschland trägt der Tourismus sogar 12% zur Beschäftigung bei. (Statista, 2019) Besonders jedoch in strukturschwachen Entwicklungs- und Schwellenländern sorgen die durch die Reisebranche verbesserten Einkommensverhältnisse als Treiber für Wohlstand. Gerade deshalb ist Covid-19 in diesen Ländern nicht nur ein Schock, sondern eine Tragödie, welche hunderte Millionen Menschen an den Rand der Existenz treibt. (diverse Artikel von Tourism Watch, z.B. Indien, 2020)

Tourismus fördert Dialog, Toleranz und Bildung

Neben der positiven wirtschaftlichen und sozialen Wirkung kann der Tourismus auch einen Beitrag zur Bildung leisten. Interkulturelle Begegnungen können Akzeptanz und Toleranz stärken und einen wertvollen Beitrag zur Inklusion leisten. Darüber hinaus findet ein globales Lernen statt, indem zum Beispiel wertvolle Geschäftspraktiken ausgetauscht werden. Wie werden Kulturgüter erhalten? Wie wird Landwirtschaft betrieben? Dies passiert in beide Richtungen, das heißt einerseits bei Reisenden, die ihre Erfahrungen im Quellmarkt verbreiten. Andererseits können Ortansässige von Reisenden lernen. Tourismus fördert so den Austausch und das Lernen voneinander weit über den touristischen Sektor hinaus.

Tourismus fördert den Schutz von Natur- und Kulturgütern

Reisegründe sind meist das schöne Wetter, Erholung, aber auch Natur und Kultur. Der Tourismus ist also auf deren Erhalt besonders angewiesen und kann positiv auf die Schaffung von Naturschutzgebieten oder den Erhalt von Kulturgütern durch Restauration etc. wirken.

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Welche negativen Wirkungen hat der Tourismus auf Nachhaltigkeit?

Ökologische Wirkungen

Klimawirkung des Reisens heizt Klimawandel an

Jedoch zeigt der Tourismus ebenfalls negative Wirkungen. Der Tourismus führt zum Beispiel zu wesentlichen CO2-Emissionen weltweit. Die An- und Abreisen sowie die Fortbewegung vor Ort in einer Tourismusregion verursachen Treibhausgase, insbesondere der Flugverkehr. Der hohe Verbrauch von fossilen Energieträgern bei Start und Landung macht besonders Kurzstreckenflüge klimaschädlich. Auch der Individualverkehr per Auto führt zu einem vergleichsweise hohen Fußabdruck. Insgesamt lassen sich 5-8% der globalen Emissionen auf den Tourismus zurückführen. (UBA, 2020)

Umweltwirkung der Verkehrsmittel im Vergleich (Tourism Watch Bildungsmaterial Verantwortungsvoll Reisen, 2019)

„Projektionen zufolge werden die tourismusbedingten Emissionen zwischen 2005 und 2035 um 130 Prozent zunehmen, sich also mehr als verdoppeln. […] 95 % der Emissionen  sind auf Verkehr und Gebäude zurückzuführen.“ (Kernergebnisse IPCC, 2016) Davon entfallen knapp 45 % Luftverkehr, obwohl nur 17 % der Reisen mit dem Flugzeug erfolgten. Entsprechend zeigt sich klar, dass Einsparungen im (Flug)Verkehr und durch Gebäudeeffizienzen maßgeblich für das Klimaschutzpotenzial der Branche sind.

Reisende verbrauchen knappe Ressourcen

Reisende verbrauchen knappe Ressourcen. So fallen Hauptreisezeiten zumeist in trockene, regenarme Jahreszeiten, in welchen Wasser knapp ist und zur Versorgung der Bevölkerung und Sicherung der Landwirtschaft wichtig ist. Werden diese Ressourcen zusätzlich durch Touristen mit einem häufig höheren Pro-Kopf-Verbrauch in Anspruch genommen, kommt es gleich zu einer doppelten Verknappung. Ein Beispiel dafür ist Sansibar. In der ariden Periode strömen besonders viele Touristen in dieses afrikanische Land. Schaut man auf den Wasser-Pro-Kopf-Verbrauch in Luxushotels, ist dieser 35x so groß wie in einem Privathaushalt. Neben dem Wasserverbrauch können durch Touristen auch andere lebensnotwendige Ressourcen vor Ort verknappt werden, wie Holz, Wohnraum etc.

Traumurlaub = Müllparadies?

Nicht minder problematisch zeigt sich der Umgang mit Müll. Aufgrund fehlender Entsorgungssysteme wird der Müll hauptsächlich unter offenem Himmel verbrannt. Die Folge sind die Entstehung von Treibhausgasen und hochgiftigen Kleinstpartikeln und deren Verteilung in Boden, Wasser und Luft. Gängige Praxis der Vergangenheit war außerdem die Verkippung im Meer. Fällt durch Reisende zusätzlich Extra-Müll an, möglicherweise durch den Konsum von Importware und Einwegprodukten anstelle von unverpackter Regionalware begünstigt, belastet dies das ohnehin fragile System. Auf den Malediven beispielsweise entstehen täglich 3,5 kg Müll pro Gast, welche sich auf 500 t pro Tag aufsummieren. Momentan gibt es kein Entsorgungssystem. Deshalb wurde eine komplette Insel als Mülldeponie freigegeben, Thilafushi, wo täglich die Verbrennung unter freiem Himmel stattfindet. (Die Malediven – ein Müllparadies?)

Touristische Infrastruktur belastet die Natur

Touristische Infrastrukturen belasten die Natur und versiegeln Flächen. In Asien beispielgweise wurde der Nationapark an China verkauft. Neben Flughafen und fünfspuriger Autobahn entstehen dort Golfplatz und und Luxusresorts. Im Fokus stehen wirtschaftliche Interessen anstelle den Schutzes von dort lebenden vom Aussterben bedrohten Arten. In Europa treten infrastrukturelle Umweltschäden zum Beispiel am Mittelmeer auf. Fundamentale Hotelbauten und Betonhochburgen zielten darauf ab, besonders viele Gäste unterzubringen. Diese ordnen sich nur selten in eine lokale Bauweise ein und versiegeln großflächig Böden. Zudem werden maritime Ökosysteme durch Abwasser und Müllverschmutzung enorm belastet. (Mittelmeer, 2020) Auch die Hotspots in den Alpen sind stark belastet. (Alpen, 2020)

Probleme des Massentourismus

Massentourismus verursacht Umweltschäden

Nimmt eine Destination mehr Touristen auf, als sie verkraftet, schadet dies nachhaltig Natur und Kultur. Sie kennen sicher die Traumstrände dieser Welt? So z.B. die Maya Bay bei der thailändischen Insel Ko Phi Phi, auch bekannt als „The Beach“? Die Überlastung mit massenhaften Touristenströmen und Schiffanreisen führte zu massiven Umweltschäden im Wasser und am Strand. Eine aufwendige Sanierung ist unabdingbar. Dies haben auch Behörden erkannt und die Schließung veranlasst. Seit 2018 ist der Strand nun auf unbekannte Zeit gesperrt bis zum heutigen Tage. (Maya Bay, 2018) Es gibt eine Vielzahl solcher Fälle, so z.B. die Insel Komodo, wo eine Verfünffachung der Besucherzahl eine drastische Störung der Biodiversität zur Folge hat. (Komodo, 2019).

Tourismus-Monowirtschaft ist risikoreich

Neben Umweltschäden können auch die Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung negativ sein. Besonders wenn eine gesunde Relation von Urlaubern und Einheimischen überschritten ist, können Vor-Ort-Verhältnisse nachhaltig gestört werden. Ursprüngliche Wirtschaftszweige sterben aus, weil sie nicht mehr attraktiv sind, z.B. lokales Handwerk und Landwirtschaft. Die Entwicklung weg von Eigenversorgung hin zum Einkauf von Importwaren, besonders aber die allgemeine Ausrichtung auf einen oder wenige Wirtschaftszweige schafft gefährliche Abhängigkeiten und Risiken, wie die Corona-Pandemie besonders gut zeigt.

Soziale und kulturelle Wirkungen

Import verringert Wohlstand vor Ort

Abhängigkeiten werden außerdem durch den Import von Leistungen geschaffen, z.B. Bau von Tourismusinfrastruktur oder internationale (Hotel)Ketten. Entsprechende Firmen schöpfen Gewinne vor Ort ab. Gut bezahlte Arbeitsplätze gehen an ausländische Kräfte. Somit reduzieren sich lokale Wertschöpfung und soziale Entwicklungschancen vor Ort erheblich. Eine positive Wirkung fällt gering aus. Ein Anstieg des Preisniveaus kann sogar das Niveau des Wohlstands verringern und Bewohner*innen verdrängen. So werden auch in Deutschland Effekte wie Anstieg der Lebenshaltungskosten, Wohnraumverknappung und steigende Mieten als Folge von steigenden Tourismuszahlen wahrgenommen. (Statista, 2019)

Schlechte Arbeitsbedingungen

Ein großer Vorteil ist, dass Beschäftigungsmöglichkeiten im Tourismus für viele Menschen zugänglich sind. Jobs erfordern meist nur eine geringe Qualifikationen. Dies bedeutet aber auch, dass die Arbeitskräfte schnell ausgetauscht werden können und soziale Faktoren, wie gerechte Entlohnung, meist schlecht ausgeprägt sind. Gravierend ist dies besonders im informellen Sektor, der von fehlender sozialer Absicherung und schlechten Arbeitsbedingungen gekennzeichnet ist, in dem jedoch leider ca. 50% der Arbeitsplätze im Tourismus angesiedelt sind. Selbst jedoch in einem stark regulierten Land wie Deutschland geht die Hans-Böckler-Stiftung davon aus, dass das Gastgewerbe der Sektor ist, in dem es am häufigsten zur Umgehung des Mindestlohns kommt. (vgl. Tourism Watch Bildungsmaterial Verantwortungsvoll Reisen, 2019)

Verlust von Kultur und Tradition

Problematisch am Massentourismus ist außerdem, dass lokale Kultur und Tradition durch die permanente übermäßige Präsenz anderer Kulturen verloren geht. Häufig passiert dies im Sinne einer Verwestlichung. Westliche Produkte, Dienstleistungen und Speisen werden mehr nachgefragt werden als lokale. Aber sogar Verhaltensweisen und Traditionen bis in den Alltag hinein können unwiderbringlich abgewandelt werden.

Übersicht der positiven und negativen Wirkungen des Tourismus auf Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit ist Selbsterhalt

Der Tourismus hat positive, jedoch auch negative Wirkungen auf eine Vielzahl an ökologischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Ressourcen. Besonders ökologische und kulturelle Schäden können gravierend sein und eine negative Rückkopplung auf Wirtschaft und Gesellschaft auslösen. Allein dies ist Grund genug, eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus zu fördern und damit den Selbsterhalt der Branche zu gewährleisten.

  • Ein nachhaltiger Tourismus sollte zum Ziel haben, Ansprüche von Reisenden als auch Bevölkerung im Zielgebiet zu berücksichtigen und Ressourcen so zu nutzen, dass ökonomische und soziale Bedürfnisse langfrisitg gesichert werden können und gleichzeitig Kultur und Umwelt erhalten bleiben. (in Anlehnung an die Definition der UNWTO)

Tourismus und die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN

Um dies zu erreichen, braucht es Ziele. Ideal ist, Ziele in bereits bestehende Rahmen einzuordnen. Dazu eignen sich zum Beispiel die Sustainable Development Goals, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Der Tourismus mit allen vor- und nachgelagerten Branchen kann die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele positiv unterstützen und zu allen dieser 17 Ziele direkt oder indirekt beitragen. Die Welttourismusorganisation UNWTO erwähnt die Verantwortung des Tourismus explizit in den Zielen 8 – Menschenwürdige Arbeit und inklsuives, nachhaltiges Wachstum, 12 – Nachhaltiger Konsum und Produktion und 17 – starke Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Offensichtliche Anknüpfungspunlte bestehen außerdem im Ziel Nummer 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz aufgrund der Klimawirkung des Reisens. Weil der Tourismus so viele Menschen weltweit beschäftigt, hat er außerdem eine besondere Rolle für die Ziele 1 bis 4, weniger Armut, kein Hunger, Gesundheit sowie Bildung (Tourismus und die SDGs)

Tourismus hat besonderen Einfluss auf die Nachhaltigkeitsziele SDG8, SDG12, SDG13 und SDG17 sowie SDG1 bis 4; Bildverwendung mit freundlicher Genehmigung von (c) www.un.org/sustainabledevelopment/ Hinweis: “The content of this publication has not been approved by the United Nations and does not reflect the views of the United Nations or its officials or Member States“

Verantwortung wahrnehmen

Die Tourismuswirtschaft, aber auch Reisende selbst, können und müssen ihren Beitrag leisten und ihre positiven Auswirkungen maximieren und ihre negativen minimieren. Für Antrieb dürften die Entwicklungen im Markt sorgen: Wachsende Nachfrage sorgt für großes Potenzial, wenn Sie Nachhaltigkeit zum Teil Ihres Geschäfts machen – besser jetzt als zu spät – und ist wegweisend für Risikomanagement und Resilienz gegenüber Krisen.

Nachhaltigkeit ist Risiko- und Krisenmanagement

Wie man Risiken des Klimawandels in Chancen umwandelt, lesen Sie in unserem Blogbeitrag Klimawandel und Tourismus: Welche Regionen sind betroffen und was kann getan werden?. Mehr über Klimaschutz im Tourismus lesen Sie in unseren Blogartikeln Klimaschutz im Tourismus: 4 Strategien, die auf dem Weg helfen und Klimaschutz im Tourismus umsetzen: 40 wertvolle Maßnahmen.

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Fragen Sie mich zu einem kostenlosen Informationsgespräch an.
Ich stehe mit Rat und Freude bereit.

Franziska Kramer
Themenbereich Nachhaltiger Tourismus

01520-6208119 | f.kramer@plant-values.de

Wie kann man selbst nachhaltiger reisen?

Auch Sie hat das Fernweh gepackt? Sie reisen gerne und entdecken gerne die Welt? Dann haben wir hier ein paar Tipps, Tricks und Kniffe, wie Sie nachhaltiger reisen können. Wir alle bestimmen mit unserem persönlichen Verhalten positive wie negative Effekte auf Kultur und Natur mit.

Gerne beraten wir Sie zu mehr Nachhaltigkeit im Tourismus. Fragen Sie uns an, wie Sie als Tourismusakteur Ihre positiven und negativen Auswirkunegn identifizieren und managen können. Hier mehr zu unseren Leistungen für touristische Akteure.

Tourismus oder Reisen?
Hier eine begriffliche Einordnung: Tourismus bezeichnet und umfasst die Gesamtheit aller Aktivitäten und Beziehungen, welche mit der Fortbewegung und dem Aufenthalt an einem Reiseziel außerhalb des üblichen Lebensmittelpunktes oder Arbeitsortes in Zusammenhang stehen. Während das Reisen eher die Aktivität an sich widerspiegelt, stellt der Begriff Tourismus die wirtschaftliche Einordnung als Branche in den Vordergrund. Im sprachlichen Gebrauch werden beide Begriffe teils synonym verwendet.

Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de

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Der Weg von Vaude zu Nachhaltigkeit – Interview mit Antje von Dewitz

Nachhaltigkeit bei Vaude: Eine Frage der Kultur, Strategie und Entschlossenheit

Ein Gespräch mit Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude, darüber, wie sie den Weg zu Nachhaltigkeit mit ihrem Team gegangen ist, welche Hürden sie dabei überwunden hat und was sie anderen Unternehmen für ihre Nachhaltigkeitsentwicklung rät.

Hintergrund

Vaude ist ein deutscher Outdoor-Ausrüster und ein Vorreiter-Unternehmen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Gegründet 1974, hat Antje von Dewitz das Unternehmen 2009 von ihrem Vater übernommen und von da an konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Der wirtschaftliche Erfolg dieser Strategie gibt ihr Recht.

Wie genau hat Vaude bezüglich Nachhaltigkeit das geschafft, was vielen anderen Unternehmen so schwer fällt? Welche Hürden haben sich ergeben und wie wurde damit umgegangen? Welche Rolle spielen Managementsysteme und Unternehmenskultur?

Im Gespräch beantwortet uns Antje von Dewitz genau diese Fragen und gibt Impulse, von denen sich andere Unternehmen inspirieren lassen können, die selbst nachhaltiger werden wollen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Beitragssammlung im umfassenden Leitfaden zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien.

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Das Interview zu Nachhaltigkeit bei Vaude

https://plant-values.de/wp-content/uploads/2020/03/Vaude-Interview.mp3
Das komplette Interview auf der Tonspur

Guten Morgen Frau von Dewitz. Vaude hat ja einen recht weiten Weg hinter sich was Nachhaltigkeitsentwicklung angeht. Versuchen Sie gern in ein paar Sätzen zu beschreiben was diesen Weg von Vaude zu Nachhaltigkeit bisher ausgemacht hat.

Unseren Weg kennzeichnet, dass wir uns komplett zu einem nachhaltigen Unternehmen transformieren. Wir haben schon ab 1990 ökologische und soziale Projekte umgesetzt. Mit meinem Einstieg als Geschäftsleiterin haben wir gemeinsam beschlossen, Nachhaltigkeit konsequent in allen Bereichen umzusetzen, um wirklich etwas zu verändern und damit auch erfolgreich zu sein. Zum einen in Bezug auf die Marke, zum anderen um wirklichen Mehrwert für Mensch und Natur zu schaffen. Dies erfordert eine komplette Transformation. Das heißt, dass wir für alles was wir machen abwägen inwieweit es ökologisch, fair und unternehmerisch sinnvoll ist.

Konkret heißt das u.a., dass wir unser eigenes Green Shape Label für umweltfreundliche Produkte aus nachhaltigen Materialien und fairer Herstellung eingeführt haben. Es basiert auf den höchsten ökologischen Standards im Textilbereich. Die strengen Bewertungskriterien werden laufend überprüft und umfassen den gesamten Lebenszyklus des Produkts – vom Design über die Produktion bis hin zu Pflege, Reparatur und Verwertung. Mittlerweile gilt das Green Shape Label für über 90 Prozent unserer Bekleidungskollektion.

Wir sind ein Outdoor-Ausrüster und produzieren auch in Asien. Wie schaffen wir es trotzdem hohe Sozialstandards zu gewährleisten? Wir suchen alle Produktionsstätten im Vorfeld entsprechend unserer ökologischen und sozialen Anforderungen persönlich aus und kontrollieren diese kontinuierlich. Dies erfolgt zum einen durch unser eigenes Team an Mitarbeitern, die vor Ort sind, die Landessprache sprechen und regelmäßig in die Produktionsstätten gehen. Zum anderen werden unsere Produktionsstätten von der unabhängigen Organisation Fear Wear auditiert, deren Mitarbeiter unangemeldet in die Produktionsstätten kommen und sämtliche Unterlagen, Bücher und Arbeitsprozesse kontrollieren.

Um durch und durch nachhaltig zu werden, war es notwendig, alle Prozesse und unsere gesamte Organisation danach ausrichten und Personal und Expertise dafür aufzubauen. Es ist ein langer, komplexer Prozess, der eigentlich nie beendet ist.

Doch wir haben schon sehr viel erreicht. Über 90 Prozent unserer Bekleidung trägt das Green Shape Label. Der Großteil unserer Produkte wurde zudem mit dem staatlichen Siegel „Grüner Knopf“ für ökologisch und fair hergestellte Textilien ausgezeichnet. Wir sind hier am Standort Tettnang mit allen hier hergestellten Produkten 100 Prozent klimaneutral. Unsere Mitarbeiter legen immer mehr Pendelkilometer nachhaltig zurück, mit dem Rad, in Fahrgemeinschaften oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Allein mit dem Rad zur Arbeit schaffen wir alle gemeinsam rund 50.000 Kilometer jährlich.

Wir unterstützen unsere Mitarbeiter durch vielfältige Angebote dabei, ihre Work-Life-Balance gut zu gestalten. Wir haben hier eine Bio Kantine, ein umfangreiches Sport- und Gesundheitsangebot. Auch das ist Nachhaltigkeit bei Vaude.

Es liegt uns am Herzen, eine hohe Lebensqualität für unsere Mitarbeiter zu schaffen. Wir möchten eine Arbeitsumgebung bieten, in der man sich wohl fühlen, seine Leistung und seine kreativen Fähigkeiten optimal entfalten kann. Auf dieser Basis können wir unseren Pioniergeist und unsere hohe Innovationskraft in einem dynamischen Markt erfolgreich weiterentwickeln.

Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter all diese Werte bei uns selbst erleben können. Das spiegelt auch unser Standort hier wider, der nach ökologischen Kriterien umgebaut wurde. Hier gibt es vielfältige moderne, natürlich gestaltete Arbeitswelten, in denen man konzentriert arbeiten, sich austauschen und auch zurückziehen kann.

Unser nächstes große Ziel ist es uns weltweite Produktion klimaneutral auszurichten. Dafür haben wir uns ehrgeizige, wissenschaftsbasierte Ziele gesetzt. Mit den sogenannten Science Based Targets (SBT) möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die globale Erderwärmung entsprechend der Ziele des Pariser Klima-Abkommens auf maximal 1,5 Grad beschränkt wird.

Das sind ambitionierte Ziele. Als Sie Vaude übernommen haben, beschlossen Sie entweder komplett auf Nachhaltigkeit zu setzen oder es ganz sein zu lassen. Sehen Sie dies als notwendige Voraussetzung für den Weg den Sie gegangen sind? Und denken Sie, andere Unternehmen sollten auch diesem „Alles oder Nichts Prinzip“ folgen?

Da gibt es einen Mittelweg. Als ich Vaude übernahm, kamen wir aus einer Zeit, in der wir schon große ökologische Projekte auf den Weg gebracht hatten. Zum Beispiel hatten wir schon 1994 eine komplette recycelbare Linie. Ein Rucksack besteht bspw. aus mehr als 50 Einzelteilen aus ganz verschiedenen Materialien. Ein so komplexes Produkt aus einem Material, d.h. aus sortenreinem Polyester, herzustellen, damit es komplett recycelt werden kann, ist ein riesiger innovativer Aufwand. Wir haben dafür ein Industrie-Netzwerk namens Ecolog geschaffen, dass die Ware zurückgenommen und rückstandslos recycelt hat.

Wir haben also Projekte gestemmt, die einen unheimlichen Ressourcenaufwand erfordert haben; mit dem Ergebnis, dass im Fall Ecolog ganz wenige Jacken und Rucksäcke in dieser Qualität überhaupt zurückkamen. Wir hatten mehrere ähnliche Beispiele, die uns bewusst machten: Wenn wir diesen Weg gehen möchten, dann müssen wir es schaffen, dass der Kunde diesen Mehrwert auch wahrnimmt. Deshalb gab es für mich nur die Option, das Thema ganzheitlich umzusetzen. Und das aus mehreren Gründen: Zum einen damit wir uns als nachhaltige, glaubwürdige Marke positionieren können unsere Kunden wahrnehmen, wofür wir uns einsetzen. Zum anderen sollten auch unsere Mitarbeiter erleben, dass unser Engagement echt und authentisch ist. Andernfalls kann intern immer wieder der Gedanke aufkommen, dass man es nicht ernst meint: Warum setzen wir uns hier so stark ein und dort nicht? Ist das hier bei Vaude wirklich Nachhaltigkeit?“

Deshalb war für uns klar, wir müssen Nachhaltigkeit ganz oder gar nicht machen, damit wir die ganze Kraft in eine Richtung bündeln und echte Veränderungen bewirken können. Damit wir nicht am Ende in Schönheit sterben. Und damit wir die Chance haben zu zeigen, dass es möglich ist, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig erfolgreich zu sein.

Ich weiß nicht, ob es übertragbar ist auf jede Branche. Nachhaltigkeit ist für mich nichts anderes als unternehmerische Verantwortung. Was wir gelernt haben ist, dass es komplex ist und ein wirklich tiefes Wissen erfordert für jeden Schritt, den man geht. Dabei kommt man immer wieder an den Punkt, wo man feststellt, dass das vorhandene Wissen nicht ausreicht und man neue methodische, inhaltliche, oder auch unternehmerische Kompetenz aufbauen muss. Außerdem braucht es wirklich viel Kraft, denn Nachhaltigkeit ist mit einem hohen zusätzlichen Aufwand und Kosten verbunden. Da muss man schon mit ganzem Herzen dabei sein, um diesen Weg erfolgreich zu gehen.

Sie sagen, es war wichtig, dass die Kunden mitbekommen, was sie bereits alles tun. Das bedeutet einerseits eine ganzheitliche Strategie aber auch Kommunikation für Nachhaltigkeit bei Vaude. Es ist ja gerade im Nachhaltigkeitsbereich umstritten, wie früh ich Nachhaltigkeitserfolge kommuniziere ohne dass es als Greenwashing bezeichnet wird. Wie blicken Sie auf das Thema?

Eine transparente Kommunikation ist eine wichtige Basis, von Anfang an. Denn es geht nicht nur um Erfolge, sondern auch darum, aufzuzeigen, wie komplex die Herausforderungen sind, wo es vielleicht auch noch Baustellen oder Schwierigkeiten gibt. Das finde ich extrem wichtig.

Wir leben in einer Welt, in der es immer noch viel Schwarz-Weiß-Denken gibt, dass also alles entweder gut oder schlecht sei. Jeder Schritt der Nachhaltigkeit zeigt uns, dieses Denken funktioniert so nicht. Ich kann nicht von Schwarz auf Weiß wechseln, sondern muss ganz kleine Schritte machen. Und ich kann nicht darauf warten bis alles perfekt ist, um es dann zu kommunizieren. Es ist wichtig, die Kunden von Anfang an mitzunehmen auf diesen Weg und sie transparent zu informieren.

Wir haben von Anfang an transparent kommuniziert, wo wir hin möchten und wo auch Schwierigkeiten auf diesem Weg liegen. Das hat sicher dazu beigetragen, dass wir als glaubwürdige Marke wahrgenommen werden.

Ich erlebe, dass große Bedenken bestehen so offen zu kommunizieren. Ich würde sagen, habt Mut dazu! Jedem ist bewusst, dass nichts perfekt ist und wenn man versucht, erst dann zu kommunizieren, wenn alles perfekt ist, wartet man ewig, denn diesen Zustand erreicht man nicht.

Ich nehme an, eine solche offene und transparente Kommunikation funktioniert aber auch nur mit einer entsprechenden Integrität.

Ja. Als ich die Geschäftsführung übernahm, beschlossen wir gemeinsam mit meinen Kollegen in der Geschäftsleitung, ein durch und durch nachhaltiges Unternehmen zu werden. Dabei setzten wir uns das Ziel, Europas nachhaltigster Outdoor-Ausrüster werden. Das haben wir auch bewusst nach innen und außen kommuniziert, um uns selbst unter Druck zu setzen und uns auch an diesem Ziel messen zu lassen. Entscheidend war für uns dabei, dass wir von Anfang auf höchste Standards und Transparenz setzen und uns objektiv messen und bewerten lassen. So haben wir uns von Anfang an, extern auditieren und zertifizieren lassen; wie bspw. EMAS, bluesign Standard, Fair Wear, GWÖ oder auch der internationale GRI-Standard für unseren Nachhaltigkeitsbericht. Vaude lässt sich bis heute nach den strengsten Standards zu Nachhaltigkeit auditieren, um höchstmögliche Vergleichbarkeit und Transparenz zu gewährleisten.

Ich höre zwei verschiedene Punkte heraus, die wahrscheinlich ineinandergreifen. Einerseits dass die Mitarbeitenden es erleben sollen und es außen spürbar ist. Aber auch, dass Sie sich auditieren lassen und Systeme dafür haben. Vielleicht nun ein wenig plakativ die Frage: Wenn es um Nachhaltigkeit geht, was ist wichtiger? Managementsystem oder Unternehmenskultur?

Ich finde beides extrem wichtig – das eine geht ohne das andere nicht. Managementsysteme sind wichtig, da es professionelle Business-Kompetenz erfordert, Nachhaltigkeit strategisch und ganzheitlich zu verfolgen. Das muss systematisch erarbeitet und abgebildet werden, um zu erkennen, wo liegen meine Schwerpunkte, wo habe ich die größte Hebelwirkung, wo sind meine Schwachpunkte? Die lassen sich über Managementsysteme wie EMAS oder die Gemeinwohlbilanz umfassend und professionell erarbeiten. Auf diese Weise lässt sich das Unternehmen ganzheitlich aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und es wird erkennbar, wo man schon weit vorangekommen ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Auf dieser Basis lassen sich systematisch Ziele ableiten, Prozesse und Verantwortlichkeiten aufsetzen und die Aufgaben können in allen Bereichen abgearbeitet werden.

Genauso wichtig ist die Unternehmenskultur, weil Nachhaltigkeit oft Pionierleistungen erfordert.

Als wir damit begannen, Nachhaltigkeit konsequent zu verfolgen, existierten viele Standards noch gar nicht. Eine weitere Herausforderung war, dass wir die ganze Lieferkette in Asien transformieren– und das als Mittelständler. Wir sind auf Herausforderungen gestoßen, für die es locker 50 gute Argumente gab, warum es an dieser Stelle nicht weitergehen konnte. Wenn sich zum Beispiel meine wichtigsten Produzenten nicht auditieren lassen wollten oder wir eine Material-Alternative gefunden haben, die schadstofffrei ist aber 80 Prozent mehr kostet etc.

Bei jedem Schritt gibt es Hindernisse zu überwinden, dafür braucht es eine starke Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter aktiv gestalten und Verantwortung übernehmen.

Es müssen permanent Lösungen für komplexe Fragestellungen entwickelt werden. Dies funktioniert nicht über Einzelpersonen oder über Führungskräfte. Dafür braucht es Experten und Menschen, die mit Leidenschaft gemeinsam um die beste Lösung ringen können. In einer Kultur, die schöpferisches Potenzial freilegt, entstehen die besten Lösungen und Innovationen.

Sie haben in einem Interview gesagt, Studenten, die zu Ihnen kommen, seien oft in moralisch-ethischen Diskussionen nicht geübt. Das ist auch eine starke Kulturfrage. Wie schaffen Sie es so eine Kultur zu entwickeln und neue Menschen in die Kultur hinein zu bekommen?

Wir legen großen Wert auf eine Vertrauenskultur. Die Grundlage dafür ist ein positives Menschenbild. Wir gehen davon aus, dass Menschen grundsätzlich, Leistung bringen möchten. Das bedeutet für Führungskräfte, dass sie in erster Linie einen Rahmen schaffen, in dem sich Mitarbeiter entfalten, Entscheidungen treffen und gut zusammenarbeiten können. Wir setzen auf Vertrauen und Selbstwirksamkeit, d.h. wir ermutigen unserer Mitarbeiter, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzugestalten. Dabei bieten wir unseren Mitarbeitern viel Flexibilität, Vertrauensarbeitszeit und fördern das mobile Arbeiten, z.B. im Home Office.

Um so eine Kultur im ganzen Unternehmen zu verwirklichen, braucht es auch Schulungen. Im ersten Schritt haben wir alle Führungskräfte geschult. Den Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen, einander zu vertrauen auch sich selbst ehrlich einschätzen zu können, das ist nicht für jeden selbstverständlich. Auch das ist für uns bei Vaude Nachhaltigkeit.

Dann haben wir festgestellt, die Führungskräfte sind jetzt schon sehr weit als Rahmengeber, aber wir haben immer noch Mitarbeiter, die nach oben blicken und Entscheidungen erwarten. Und da haben wir beschlossen im nächsten Schritt das ganze Unternehmen und jeden Mitarbeiter auf Selbstwirksamkeit zu schulen.

Dabei lernt man die eigenen Bedürfnisse kennen und wird sich klar darüber, wie man in bestimmten Situationen von seinen Bedürfnissen und Emotionen geprägt wird. Es geht um Fragen wie: „Was ist jetzt emotional getrieben, was ist sachlich getrieben?“. Man lernt sehr viel Beziehungskompetenz. Denn wenn man sich selbst und die anderen gut kennt, lassen sich Diskussionen viel sachorientierter führen und gemeinsam die besten Lösungen erarbeiten. Das hilft uns enorm bei komplexen Herausforderungen und Zielkonflikten, die es aus dem Weg der Nachhaltigkeit permanent gibt.

Letzte Woche meinten Sie auf einer Konferenz „die Mitgestaltung im Ort prägt Vaude und Vaudes Seele auf ganz besondere Weise“. Was meinen Sie damit? Und welchen Wert hat lokales Engagement für Unternehmen?

Der Wert ist wirklich schwer zu bemessen. Unser Firmensitz ist sehr ländlich gelegen, in einem kleinen Dorf. Wir haben wir uns hier einen Campus geschaffen mit unserer eigenen Bio-Kantine, einer Kletterwand und einem begrünten Innenhof. Hier am Standort haben wir auch ein Kinderhaus in Kooperation mit der Stadt Tettnang, wo Kinder unserer Mitarbeiter, aber auch Kinder von Familien in der Umgebung betreut werden. Außerdem betreiben wir das örtliche Familienfreibad in Kooperation mit der Stadt und dem Förderverein. Dazu haben wir uns vor einigen Jahren entschlossen, als es von der Schließung bedroht war.

Das ist ein großer Spagat, da wir ein international aufgestelltes Unternehmen sind, das zugleich aber sehr verankert vor Ort ist.

Für uns ist Vaude eine Art Heimat. Man kommt zu Vaude und man spürt Vaude. Viele Menschen, die uns besuchen, sagen es sei ein Ort zum Wohlfühlen. Man kann Vaude wahrnehmen, als Seele.

Wenn Journalisten zu uns kommen, fällt ihnen oft auf, dass die Mitarbeiter freundlich und gut gelaunt sind. Es ist ein guter Ort mit einer positiven Energie. Es lässt sich schwer bemessen was das ausmacht. Ich glaube, das schafft Identität und Zusammenhalt. Und das gerade in Zeiten, die ja eher haltlos sind.

Sie haben von dem Kinderhaus gesprochen. Bei Vaude haben die Mitarbeiterinnen ungefähr fünfmal so viele Kinder wie der deutsche Durchschnitt. Das ist beachtlich und wirft Fragen auf. Auf der einen Seite die Frage: Warum ist das so? Auf der anderen Seite: Wie funktioniert es trotzdem ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen zu sein, wo viele andere Unternehmen bei dem Thema über komplizierte Vertretungsregelungen und Ausfälle klagen?

Wir haben unser Kinderhaus schon 2001 eröffnet. Damals wie heute gab es zwar einen Kindergarten im Ort, aber er hat damals nur Kinder von drei bis sechs Jahren aufgenommen. Außerdem nur von 9 Uhr und bis 12 Uhr geöffnet und drei Monate im Jahr geschlossen. Unter solchen Bedingungen war es schwierig überhaupt mit Kindern zu arbeiten.

Bei uns hatte das zur Folge, dass Mitarbeiterinnen, die Kinder bekamen, drei Jahre ausgefallen sind, dann vielleicht noch ein Kind bekommen haben und erst nach sechs, sieben Jahren wieder komplett ins Unternehmen zurückgekommen sind. In einer dynamischen Branche wie unserer, ist das eine sehr lange Zeit, d.h. man ist völlig aus dem Arbeitskontext gerissen.

Wir hatten zu dem Zeitpunkt so gut wie keine weibliche Führungskraft und deshalb war das auch wirtschaftlich relevant zu sagen: Wir sorgen selbst für Kinderbetreuung und schaffen die Infrastruktur. Wir haben uns zeitgleich auditieren lassen von „Beruf und Familie“ der Hertie-Stiftung und gemeinsam haben mit unseren Mitarbeitern ganz stark daran gearbeitet, welche Themen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch im Weg stehen. Wir haben flexible Arbeitszeiten eingeführt, Teilzeit und Homeoffice ermöglicht. Nach drei Jahren haben wir festgestellt, dass die Kinderzahl im Unternehmen und auch der Bedarf an Plätzen in unserem Kinderhaus stark angestiegen ist. Wir haben jedes Jahr 20 bis 25 Babys bei 500 Mitarbeitern.

Warum ist die Kinderquote bei Vaude so hoch? Ich habe vor zwei Wochen einen Artikel gelesen, dass es wissenschaftlich bewiesen sei, dass mehr Kinder geboren werden, wenn es im Umfeld bereits viele Kinder gibt.

Und wie klappt das bei uns? Es ist natürlich eine Herausforderung. Wir haben jedes Jahr etwa 50 Elternzeitler. Bei uns übernehmen auch die Männer durchweg Mitverantwortung und zwar in hohem Maß. Außerdem sind wir in der Outdoor-Branche, das heißt unsere Mitarbeiter sind sehr aktiv, gestalten ihr Arbeitszeit flexibel und möchten vielleicht auch mal eine Auszeit nehmen. Dadurch gibt es viele Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Wir profitieren davon, indem unsere Fluktuation sehr gering ist. Andererseits haben wir extrem fließende Teams, die sich ständig verändern. Wir sind inzwischen sehr geübt darin, Arbeits- und Aufgabenpakete zu definieren und umzuschichten. Es ist ständig im Fluss.

Das ist einerseits sehr anstrengend, weil es permanent Veränderungen gibt, für die man Lösungen erarbeiten muss. Andererseits sind wir dadurch sehr agil. Bei uns besteht nie die Gefahr, dass wir in festgefahrenen Prozessen verharren. Dadurch sind wir sehr sehr lösungsorientiert und flexibel. Das hilft uns bei Vaude auch mit großen Herausforderungen zu Nachhaltigkeit gut zurechtzukommen. Und es ist wirklich eine hohe Lebensqualität für unsere Mitarbeiter, wenn sie ihre Bedürfnisse einbringen und ihr Leben so leben können, wie sie das gerne möchten. Beide Seiten, die Mitarbeiter und das Unternehmen, müssen aufeinander zugehen und gemeinsam Lösungen finden, aber dadurch erreichen wir eine sehr hohe Lebensqualität.

Ich habe noch zwei abschließende Fragen. Wenn Sie heute diesen Weg noch einmal gehen würden. Was würden Sie anders machen?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Es war teilweise schon sehr steinig. So gab es große Zielkonflikte zu Nachhaltigkeit, da die nachhaltige Ausrichtung bei Vaude deutlich mehr Aufwand und Kosten verursacht, die wir nicht komplett an den Kunden weitergeben können. Dennoch bin ich überzeugt davon, dass es der richtige Weg ist und dass es sich trotz aller Anstrengungen auch lohnt. Wir hatten von Anfang an eine gute Mischung. Einerseits einen systematischen, professionellen Ansatz mit Managementsystemen, Auditierungen und langfristigen Zielen. Andererseits aber auch greifbare, kleine Veränderungen vor Ort, durch die unsere Mitarbeiter Nachhaltigkeit erleben können.

Was ich anders machen würde? Auf dem Weg die Kultur zu gestalten, würde ich eine stärkere externe Begleitung nutzen. Da sind wir auch mal Schleifen gelaufen, die teilweise schmerzhaft waren. Aber da muss man auch den richtigen Partner finden, der zu einem passt.

Doch das was schmerzhaft und anstrengend war, hat uns auch gestärkt und dahin geführt, wo wir heute sind.

Ich glaube, dass wir von Anfang an mehr externe Beratung reingeholt hätten, wenn wir die richtigen gefunden hätten.

Was ist Ihr wertvollster Tipp für Unternehmen die nachhaltiger werden wollen oder auf dem Weg schon ein paar Schritte gegangen sind?

Ich halte es für entscheidend, frühzeitig zu erkennen, dass Nachhaltigkeit eine professionelle Business-Kompetenz ist, die man sich als Unternehmen aufbauen muss. Es erfordert eine systematische Vorgehensweise, diese Kompetenz intern zu etablieren und organisatorisch als auch in Form von Prozessen abzubilden.

Dabei ist es sinnvoll, die Nachhaltigkeitsausrichtung in der Geschäftsleitung anzusiedeln, um sie im ganzen Unternehmen zu verankern und in allen Bereichen umzusetzen. Dafür sollte auch eine gute interne Struktur aufgebaut werden. Das heißt zu schauen, welches Managementsystem zu meinem Weg passt. Und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Nachhaltigkeitsziele möglichst in die Aufgaben aller Mitarbeiter einfließen. Zugleich ist es wichtig, auch kleine, greifbare Veränderungen vor Ort umzusetzen, die für jeden Mitarbeiter spürbar sind. So haben wir zum Beispiel sehr schnell auf Fairtrade-Kaffee umgestellt oder auch ein konsequentes Mülltrennungssystem im ganzen Unternehmen eingeführt. Solche Veränderungen tragen dazu bei, die Glaubwürdigkeit intern zu untermauern.

Nach unserer Erfahrung kommt es auf eine gute Mischung an zwischen dem großen strategischen Dach mit einer professionellen Einordnung im Unternehmen – und der konsequenten Umsetzung der Dinge vor Ort unter Einbindung der Mitarbeiter.

Wollen Sie noch ein paar letzte Worte loswerden?

Wenn man sich überlegt, was Nachhaltigkeit ist, dann würde ich heute sagen es ist nichts anderes als unternehmerische Verantwortung. Als Unternehmen ist es meine Pflicht mir bewusst zu machen welche moralischen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen mein Handeln weltweit hat. Ich sollte mir die Frage stellen: Wo habe ich denn tatsächlich unternehmerische Verantwortung, die ich momentan noch nicht wahrnehme, weil ich mir derer nicht bewusst bin? Oder weil ich denke, darum kümmert sich ja mein Lieferant oder der Produzent – damit habe ich nichts mit zu tun. Ich sollte mir bewusst machen, dass das erstens nicht stimmt – so meine Überzeugung. Und zweitens, vielleicht für viele Unternehmen noch wichtiger: Dass der Kunde dies schon lange erkannt hat und von Unternehmen erwartet, dass sie entlang ihrer globalen Lieferkette Verantwortung übernehmen.

Ich erlebe es häufig noch, dass Unternehmer der Überzeugung sind, ihre unternehmerische Verantwortung liege darin gute Produkte zu machen und Arbeitsplätze zu sichern. Viele Unternehmen nehmen noch nicht wahr, dass Kunden und Bürger mehr von den Unternehmen erwarten und sie für globale Probleme mitverantwortlich machen wie z.B. für den Klimawandel, die Plastikverschmutzung oder den übermäßigen Ressourcenverbrauch.

Man tut gut daran sich schnell darauf einzurichten, dass es eine professionelle Business-Kompetenz ist, die ich mir jetzt aufbauen muss, bevor es zu spät ist.

Vielen Dank für das sehr angenehme und inhaltlich wertvolle Gespräch. Ich habe viel Lust bald mal in Tettnang vorbei zu kommen.

Vielen Dank auch von mir und Sie sind herzlich eingeladen.

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Klimaschutz für öffentliche Unternehmen

Für öffentliche Unternehmen wird Klimaschutz ein immer wichtigerer Faktor. Spätestend, wenn Kommunen beschließen stärker zum Klimaschutz beizutragen, müssen die öffentlichen Unternehmen mitziehen. Das Beispiel Dresden zeigt das gut. Wir umreißen, wie ein solches Klimamanagement aufgebaut werden kann.

Exkus: Stadtratsbeschluss Dresden – Maßnahmen zur Klimaneutralität

Mit Beschluss des Stadtrates vom 30.01.2020 werden die Klimaschutzziele der Stadt Dresden fortgeschrieben, konkretisiert und erweitert. Bereits seit dem Jahr 2013 verfügt die Stadt über ein Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept. In diesem wurde bereits die Reduktion des CO2-Äquivalent-Ausstoßes um 55% bis 2030 (Basis 1990) festgeschrieben. Der Stadtrat stellt fest, dass die bisherigen Maßnahmen und Planung nicht ausreichen, um den notwendigen Beitrag Dresdens zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaabkommen zu erreichen. Aus diesem Grund wird der Oberbürgermeister mit konkreten Forderungen beauftragt, welche wir für euch wie folgt zusammenfassen:

  • Detaillierte Feststellung des Status-Quo aller bereits eingeleiteten Klimaschutzmaßnahmen.
  • Erweiterung des bestehenden Energie- und Klimaschutzkonzeptes um konkrete Maßnahmen, welche unter Beteiligung der städtischen Betriebe sowie der Zivilgesellschaft zu erarbeiten sind.
  • Jährliche Transparenz gegenüber dem Stadtrat hinsichtlich aller durchgeführten und geplanten Maßnahmen sowie den CO2-Emissionen der Stadt.
  • Ab Juni 2020 müssen alle Beschlussvorlagen stets auf ihre Auswirkung hinsichtlich Treibhausgasemissionen und Stadtklima überprüft werden.
  • Öffentliche Unternehmen sollen zum Klimaschutz, explizit zum Ziel der Klimaneutralität beitragen und sich mit notwendigen Maßnahmen auseinandersetzen.

CO2-Ausstoß Dresdens weiterhin auf hohem Niveau – bisherige Ziele verfehlt

Die Treibhausgasbilanz beinhaltet die von den Einwohner*innen Dresdens direkt und indirekt verursachten jährlichen CO2-Äqu.-Emissionen, die auch außerhalb der Stadt Dresden entstanden sein können. Darstellung und Quelle: LHDresden

Update: Kurz nach der Veröffentlichung unseres Blog-Beitrags zeigte die folgende Veröffentlichung der Landeshauptstadt Dresden, wie groß der Handlungsbedarf weiterhin ist. Die CO2-Emissionen (inkl. Äquivalenten) hat keinesfalls abgenommen, sondern blieb in den vergangenen erfassten Jahren weitesgehend konstant. Damit einhergehend müssen sich nun die Anstrengegen erhöhen, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. In der Meldung vom 19.02.2020 heißt es: „Mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis europäischer Städte hat sich Dresden bereits 1994 verpflichtet, den CO2-Ausstoß aller fünf Jahre um zehn Prozent zu senken. Das Zwischenziel für 2015 mit einem pro-Kopf-Ausstoß von acht Tonnen pro Einwohner und Jahr wurde um fast 30 Prozent verfehlt.“

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Einen Beitrag leisten – Schritte für Klimaschutz in öffentlichen Unternehmen

Die Eigenbetriebe und städtischen Beteiligungen der Stadt Dresden, Unternehmen wie der kommunale Energieversorger Drewag AG oder das Verkehrsunternehmen DVB AG, sollen einen klaren Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Eine bewährte Methode für ein effizientes wie effektives Vorgehen ist der Aufbau eines Klimamanagement-Systems.

Als Klimamanagementsystem bezeichnen wir in unserer Beratungspraxis eine Klimastrategie, welche mit Hilfe eindeutiger Key Performance Indikatoren (KPI) gesteuert und kontinuierlich in ihrer Erreichung überprüft wird. Für den Weg zu einer solchen Strategie gibt es kein Patentrezept, da jedes Unternehmen seine individuellen Besonderheiten aufweist. Ganz grundlegend empfehlen wir die Strategie auf Basis zweier Säulen zu entwickeln – 1. Einer quantitativen Bewertung und 2. Einem partizipativen Prozess.

Die quantitative Bestimmung des unternehmenseigenen CO2-Impacts.

Als sehr mächtiges und zu gleich sehr gut auf individuelle Herausforderungen anpassbares Werkzeug hat sich die Treibhausgasbilanz bewährt. In einer solchen Bilanz wird der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens abgebildet und primären Verursacher für einen hohen Treibhausgasausstoß identifiziert. Es gibt verschieden Methodenstandards, welche bei der Erstellung einer solchen Bilanz helfen – bspw. das Greenhouse Gas Protocol. Dieser Ansatz sieht eine Untergliederung des Fußabdrucks in sogenannte Scopes vor. Scope 1 umfasst die direkten Emissionen aus eigenen Verbrennungsprozessen (bspw. bei der Nutzung eines Dienstfahrzeugs). Die nächste Ebene Scope 2 erfasst alle indirekten Emissionen aus dem Bezug von leitungsgebundener Energie (bspw. Fernwärme für die Betriebsheizung). Und in der abschließenden Ebene Scope 3 werden alle sonstigen indirekten Emissionen aus den vor- und nachgelagerten unternehmerischen Aktivitäten erfasst. Für die Bestimmung aller CO2-Äquivalent-Quellen bieten sich nach unserer Erfahrung unternehmensinterne Workshops mit Vertreter*innen aller Wertschöpfungsbereiche an. In derartigen Formaten, können nicht nur die Quellen bestimmt, sondern auch erste Maßnahmen hin zur Klimaneutralität entwickelt werden. So können öffentliche Unternehmen Klimaschutz messbar machen.

Mit einem partizipativen Prozess hin zum Klimaplan.

Rein auf Basis einer quantitativen Analyse eine bei Mitarbeiter*innen, Bürger*innen, Lieferant*innen, Stadträt*innen und allen anderen gesellschaftlichen Akteuren anerkannte Klimastrategie abzuleiten führt nur selten zum Erfolg. Die Schwerpunkte, aus welchen sich die Strategie definiert, sollten von allen betroffenen Stakeholdern mit entwickelt werden.

Dialogformate in Form von Interviews, Workshops oder umfangreichen Umfragen stellen ein sehr gutes Mittel dar, um möglichst viele Beteiligte einzubinden. Ziel solcher Formate muss es sein, die wesentlichen Faktoren für ein verantwortungsvolles Handeln der städtischen Betriebe und öffentlichen Beteiligungen zu bestimmen. Gleichzeitig können mit dem Wissen einer Vielzahl von Stakeholdern bisher nicht gedachte Maßnahmen gefunden und bestehende Vorhaben weiterentwickelt werden.

Mehr zu den Hintergründen, dem Vorgehen und den möglichen Erfolgen von Wesentlichkeitsanalysen bei öffentlichen Unternehmen finden sie in unserem Artikel über das gemeinsame Projekt mit den Stadtwerken Norderstedt [zum Artikel].

Die erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutz für öffentliche Unternehmen – Tue Gutes und sprich darüber.

Mit Hilfe der beiden Säulen, quantitative Bewertung des CO2-Impacts und Partizipativer Prozess hin zu einer Wesentlichkeitsanalyse, können die Eckpunkte einer Klimastrategie abgeleitet werden. Zur Steuerung und Bewertung von Maßnahmen hin zur Klimaneutralität werden KPIs definiert. Diese haben den Anspruch eine möglichst hohe Steuerungswirkung bei gleichzeitig guter Vergleichbarkeit über mehrere Jahre zu gewährleisten. Eine solche Kenngröße kann bspw. die intensitätsbezogene Messzahl: CO2 / Vollzeitäquivalent sein.  Das optimale Setting an KPIs muss auf Grund der hohen Heterogenität öffentlicher Unternehmen individuell auf Basis der Ergebnisse der Treibhausgasbilanz, Wesentlichkeitsanalyse und der daraus abgeleiteten Klimastrategie entwickelt werden.

Zu einem vollumfänglichen Klimamanagement gehört noch ein letzter Schritt – die Kommunikation nach innen und nach außen. Getreu dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“ werden alle Erfolge, geplanten Vorhaben, aber auch aktuell unbehandelte negative Impacts benannt und so erklärt, dass für alle Menschen auch außerhalb des Managements das verantwortungsvolle Handeln des Unternehmens nachvollziehbar ist. So können die öffentlichen Unternehmen zeigen, wie sie die Landeshauptstadt Dresden auf ihrem Weg zur Klimaneutralität Jahr für Jahr unterstützen und voranbringen. Ein Nachhaltigkeitsbericht nach den Standards des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) stellt hierbei einen guten ersten Schritt dar. Dieser bietet mit verschieden Branchenleitfäden, bspw. für die kommunale Energiewirtschaft, einen niederschwelligen aber branchenspezifischen Einstieg.


Wir als plant values unterstützen öffentliche Institutionen und etablierte Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation ihrer Geschäftsmodelle und begleiten Startups und Jungunternehmen beim Aufbau eines ganzheitlich nachhaltigen Unternehmens. Unser Ansatz ist es, unsere Partner zu befähigen eine eigenständige, kontinuierliche Transformation zu vollziehen bzw. dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften zu etablieren. Dazu gehört für uns auch der gemeinsame Aufbau interner Ansätze zum Management von Klimarisiken sowie die Durchführung von Wesentlichkeitsanalysen.

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Michael Jenkner
Themenbereich Wesentlichkeit

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Nachhaltiges Wirtschaften? 9 progressive Tipps für Unternehmen.

Nachhaltiges Wirtschaften scheint ein geflügeltes Wort und viele geben sich mit kleinen Maßnahmen zufrieden. Für Unternehmen, die es bereits etwas ernster meinen und fortschrittliche Wege gehen wollen, haben wir 9 Ideen gesammelt, die helfen sollen über die altbekannten Themen hinaus zu denken.

Wer diese Ideen umsetzt, trägt schon mehr zu nachhaltigem Wirtschaften bei. Außerdem sind viele der Ideen auch für Kund*innen ein klares Bekenntnis zu Nachhaltigkeit. Wichtig ist trotzdem nicht an einzelnen Maßnahmen stehen zu bleiben, sondern Nachhaltigkeit zum Teil des Unternehmens zu machen. Wer so weit ist, sollte sich eine Nachhaltigkeitsstrategie geben und Nachhaltigkeit damit fest verankern.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung dieser progressiveren Ideen für nachhaltiges Wirtschaften!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

1. Umweltfreundliche Teamevents

Teambuilding ist unbestritten wichtig und die Möglichkeiten vielfältig. Neben Rallyes und dem abendlichen Dinner bietet es sich an gemeinsam etwas Gutes zu tun. Wie wäre es damit zum World Cleanup Day gemeinsam den Fluss sauber zu machen? Oder im Tierheim zu helfen, in der Suppenküche auszuschenken oder auch für ein gemeinsames Ziel demonstrieren zu gehen?

2. Die Erkenntnisse für nachhaltiges Wirtschaften an Alle weitergeben

So einfach wie effektiv: Wenn selbst gute Erfahrungen mit der ein oder anderen Maßnahme für mehr Nachhaltigkeit gemacht wurden, hat es einen umso größeren Effekt diese Tipps den Partner*innen, Geschäftskund*innen, Zuliefernden, Fans und allen Interessierten (Stakeholder) mitzugeben. Das schafft Verbindung und echten Austausch.

Cooles Beispiel: Reiseunternehmen haben beispielsweise einen riesigen Impact, wenn sie nachhaltige Mitnahmeempfehlungen an ihre Kund*innen weitergeben, z.B. wiederbefüllbare Flaschen, Wasserfilter, Besteck, Mentruationstasse, Baumwollbeutel und Co. Selbst wenn nur ein Teil der Kund*innen dies beherzigt, wird der ökologische Fußabdruck kleiner.

3. Zusätzliche Urlaubstage für gesellschaftliches oder Umweltengagement

Die ersten Unternehmen wie ecosia machen es vor und geben Mitarbeitenden zusätzliche Urlaubstage dafür sich gesellschaftlich, ökologisch oder politisch zu engagieren. Zeit und Menschen die sich einbringen können, sind für die meisten Initiativen am wertvollsten und umso effektiver diese Maßnahme.

4. CO2 und Emissionen kompensieren

Fast schon ein alter Hut für nachhaltiges Wirtschaften, aber eben ein wichtiger. Wenn man sich das Ziel gesetzt hat Emissionen (CO2 und Äquivalente) zu senken, das aber gerade nicht umsetzen kann, dann ist es ein konsequenter Schritt diese Differenzen zu kompensieren. Dafür gibt es diverse Projekte, die z.B. Bäume pflanzen oder Erneuerbare Energien fördern. Zuvor sollte sich aber gut informiert werden, welche Projekte glaubwürdig sind und realistische Zahlen angeben. Hier Infos vom Umweltbundesamt.

5. Anreize für wiederverwendbare Produkte schaffen

Die Möglichkeiten hören nicht beim eigenen Handeln auf. Seinen Kund*innen Anreiz zu nachhaltigerem Handeln zu geben, ist eine riesige Möglichkeit. So kann man z.B. als Café-Betreiber Kund*innen einen Rabatt geben, wenn sie eigene Becher mitbringen. Oder als Textilunternehmen (wie Haglöfs) einen Gutschein, wenn Kund*innen die alte Jacke zurück geben, sodass Rohstoffe daraus wieder genutzt werden können.

6. Kostenlos Trinkwasser auffüllen lassen

Die refill-Initiative setzt sich dafür ein, dass Menschen auch unterwegs Zugang zu Leitungswasser haben, weil Leitungswasser als Grundrecht gelte. Als Unternehmen kann man einfach Teil der Bewegung werden, meldet sich an, wird online gelistet und per Aufkleber oder Beschriftung darauf hinweisen. Damit kann man auch neue Begegnungen mit möglichen Kund*innen schaffen.

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7. Reste und Abfall kreativ weiter nutzen

Upcycling, also die Weiternutzung oder sogar Aufwertung ausgelebter Dinge, ist ein echter Trend geworden und wichtiger Teil von nachhaltig Wirtschaften. Auch als Unternehmen kann man sich umschauen, ob nicht irgendwo „Abfälle“ weiter genutzt werden können. Laguna-Onlineshop macht das vor und nutzt privat angefallene Kartons (Schuhe etc.) der Mitarbeitenden als Versandkartons für die eigenen Produkte.

8. Findet mit Mitarbeitenden und Partnern gemeinsam nachhaltige Lösungen

Viele Unternehmer*innen und Manager*innen stehen irgendwann vor Nachhaltigkeitsfragen und finden keine Antworten mehr. Bei einem so komplexen Thema ist das ganz normal. Deswegen sollte man zur Findung von Lösungen Mitarbeitende und Kund*innen einbinden. Denn gemeinsam Lösungen erarbeiten macht mehr Spaß, erhöht die Akzeptanz deutlich und schafft oft pragmatischere und funktionierendere Lösungen.

9. Macht Nachhaltigkeit zu einem Prozess der Spaß macht!

Sich Nachhaltigkeitsthemen zu widmen kann aufwändig sein und immer wieder Herausforderungen aufwerfen. Das muss so nicht sein! Findet Formate, gemeinsame Arbeitsrunden, Kreativwerkstätten, „Bastelstunden“ oder ganz andere Elemente, die Nachhaltigkeit zu etwas frischem und ermutigendem machen.
Hierfür Inspiration können Formate wie der Global Goals Jam bieten oder Methodiken des Sustainable Design Thinking sein. 

Progressiv Denken und das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen: Nachhaltig Wirtschaften als ganzheitlichen Ansatz verfolgen

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen braucht es progressive Ansätze. Besser als Gesamtes, nicht nur in Einzelmaßnahmen. Daher bietet plant values u.a. an, dass wir strategisch Denken (Nachhaltigkeitsstrategie), wir gemeinsam passende Lösungen für Abteilungen oder Handlungsfelder erarbeiten (CSR-Maßnahmen) oder zusammen die wesentlichen Hebel für eine dauerhafte Nachhaltige Unternehmensentwicklung identifizieren – mit ihnen und ihren Partnern. (Wesentlichkeitsanalyse und Stakeholderdialog). Sprechen Sie dazu einfach an oder mailen Sie uns! 

Noch mehr gesammelte Nachhaltigkeit-Tipps…  

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Gibt es den Klimawandel wirklich?

Kontroversen zulassen, gemeinsam diskutieren

Es ist wichtig, dass wir immer wieder Dinge hinterfragen. Auch Dinge, die wir mittlerweile als gegeben hinnehmen. Zum Beispiel, dass es den Klimawandel gibt. Nichts ist falsch daran, Thesen und Argumente zu hinterfragen. Wieso auch? Daraus wird man nur schlauer.

Deshalb beschäftigen wir uns mit der Frage:

Was bedeutet Klimawandel? Ist dies nicht eigentlich nur der natürliche Zyklus der Erde? Welchen Einfluss hat der Mensch tatsächlich?

Wir haben uns dazu mit den Statements von Klimaskeptikern auseinandergesetzt. Wir möchten die Argumente verstehen, uns vielleicht selber hinterfragen und  Kontroversen zuzulassen.

Skepsis  ist  wichtig  und  ein  essenzieller  Teil  der  Wissenschaft

Um uns konkret an einer Argumentationskette entlangzuhangeln, nehmen wir Bezug auf eines der neuesten und vielgeklickten Youtube-Videos: Prof. Dr. Kirstein, Klimatologe, spricht in einem Interview über den Klimawandel – in dem Sinne, dass dieser nicht existiert. (Prof. Kirstein im Interview „Fakten vs. Klimahysterie“)

Gehen wir der Sache mal auf den Grund. Direkte Aussagen als solche sind als Zitat formuliert.

1. Prof. Kirstein: „Den CO2 Treibhauseffekt gibt es nicht.“

Prof. Kirstein erklärt den atmosphärischen bzw. CO2-Treibhauseffekt als Lüge.

Um dieser These auf den Grund zu gehen, müssen wir tiefer in das Thema einsteigen und möchten euch nun die Ergebnisse unserer Recherchen kurz, plausibel und hoffentlich verständlich darlegen. (Fragt gerne nach, wenn ihr etwas nicht versteht!)

Zusammensetzung der Atmosphäre

Unsere Atmosphäre besteht zum Großteil aus Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2), außerdem Argon (Ar). Daneben enthält sie auch Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Wasserdampf (H2O) und weitere Gase.

Diese drei- oder mehratomigen Moleküle, also CO2, CH4, H2O (aber auch völlig neue Stoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die ausschließlich durch den Menschen erzeugt werden) lassen die von der Sonne kurzwellige Sonnenstrahlung passieren. Die Erde nimmt diese Energie auf und strahlt langwellige Wärmestrahlung ab. Diese langwellige Wärmestrahlung wird von den Gasen absorbiert und wiederum in alle Raumrichtungen zurückgestrahlt. Entsprechend gelangt ein großer Teil dieser Wärmestrahlung wieder zurück zur Erde (Gegenstrahlung). (Graphik zum Strahlungshaushalt der Erde)

Der Treibhausgaseffekt ist (über)lebensnotwendig für uns und sorgt für eine stabile und angenehme Mitteltemperatur von 15 Grad auf der Erde.

Genau diese Eigenschaft der Gase, kurzwellige Strahlung ungehindert durchzulassen, aber langwellige Strahlung zu absorbieren, bedingt den Treibhauseffekt: Und dieser ist (über)lebensnotwendig für uns und alle Lebewesen auf der Erde, denn ohne den Treibhauseffekt wäre die Erde ein Eisball mit einer mittleren Temperatur von minus 18 Grad.

(Anmerkung: Den größten Effekt hat allerdings der Wasserdampf (Wolken). Er trägt zum natürlichen Treibhauseffekt bei. Das Problem: Der Anteil von Wasserdampf in der Atmosphäre hängt von der Temperatur ab. Mehr CO2 führt zu steigenden Temperaturen, das führt zu mehr Wasserdampf und verstärkt den Treibhauseffekt.)

Gegenbeispiel Mond: Ohne Atmosphäre herrschen Temperaturschwankungen von über 250 Grad.

Schauen wir uns den Mond an, der nicht wie die Erde eine Atmosphäre mit solchen (Treibhaus) Gasen hat. Die Sonnenstrahlung heizt die Oberfläche tagsüber auf mehr als 100 Grad Celsius auf, nachts fällt sie auf etwa minus 160 Grad.

Ohne die Atmosphäre würde ähnliches auch für die Erde gelten. Die Atmosphäre und damit der Treibhauseffekt sorgen für lebensfreundliche klimatische Bedingungen auf der Erde: Statt eisigen minus 18 Grad haben wir eine mittlere Temperatur von 15 Grad, also 33 Grad mehr.

Der natürliche Kohlenstoffkreislauf wird durch menschliche Emissionen belastet. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so hoch wie nie zuvor.

Per se ist der Treibhauseffekt also wichtig für unser Überleben auf der Erde – solange wie sich das CO2 in einem natürlichen Kreislauf befindet. Ozeane, Böden und Vegetation nehmen CO2 auf und geben CO2 wieder ab. Pflanzen benötigen CO2, um Photosynthese zu betreiben; dabei geben sie Sauerstoff ab, der wiederum lebensnotwendig ist für andere Lebewesen.

Dieser natürliche Kreislauf wird durch zusätzliche Emissionen vom Menschen gestört. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Sie liegen im enormen Anstieg des Energieverbrauchs und der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas sowie in der Ausweitung der industriellen Produktion, Landnutzung und Viehwirtschaft.

Die Natur nimmt zwar einen Teil der menschverursachten Emissionen auf, doch etwa die Hälfte bleibt in der Erdatmosphäre und führt zu einem Nettozuwachs des CO2-Gehalts. Dieser Effekt wird begünstigt durch Abholzung, welche den natürlichen CO2-Puffer bedeutend dämmen. Jährlich geraten durch menschlichen Einfluss 42 Gigatonnen extra in die Atmosphäre (Milliarden Tonnen). (Seite 471 in Kapitel 6 von Teil 1 des Fünften IPCC-Sachstandsberichts )

Dies hat zur Folge, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre so hoch ist wie nie zuvor. Dies geht aus den CO2-Messungen in Eisbohrkernen hervor und lässt sich auf die letzten 10.000 Jahre rück vollziehen – und ist damit auch unabhängig von Walt- und Warmzeiten zu sehen. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist von circa 250 auf über 400 ppm – parts per million gestiegen und liegt damit heute rund vierzig Prozent über dem Niveau in der vorindustriellen Zeit (vor 1750).

Weiter begünstigt wird der Treibhausgaseffekt durch die neben CO2 emittierten anderen „Klimagase“, welche unterschiedlich starke Klimawirkungen und unterschiedlich lange Verweildauern in der Atmosphäre haben, wie Methan (CH4), und Lachgas (N2O) sowie die fluorierten Treibhausgase (F-Gase).

Fazit:

Der Treibhauseffekt spielt eine (über)lebenswichtige Rolle auf der Erde. Zusätzlich durch Menschen eingebrachte Treibhausgase bringen die natürlichen Kreisläufe allerdings aus dem Gleichgewicht und verstärken den Erwärmungseffekt mit negativen Folgen für Umwelt und Mensch.

2. Prof. Kirstein: „Schon wenn das Wort Klimawandel fällt, fließt Geld.“

Hier wäre eine Abgrenzung wünschenswert: Wie kommt er zu der Aussage und welche Fälle zieht er zur Unterstützung der These heran? Wo genau fließt beim Wort Klimawandel mehr Geld, als in anderen Branchen? Mit welcher Begründung werden seiner Meinung nach nur solche Wissenschaftler unterstützt? Leider belegt Prof. Kirstein seine Aussage nicht. Daher fehlt jede Datengrundlage.

Fakt ist, der Förderkatalog des Staates stellt Finanzen zur Beforschung verschiedener Themen bereit. Dies ist wichtig und richtig in der Wissenschaft, um Erkenntnisse über Weltall, Geologie und auch den menschlichen Einfluss auf die Erde zu bekommen.

Seinen Bezug zu Al Gore, der mit dem Thema gutes Geld verdienen mag, schließt nicht auf zu seiner These, dass sofort Geld fließt, wenn es um Klimawandel geht. Generell eröffnet sich uns hier die Frage, ob Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, pauschal nur am Hungertuch nagen dürfen und kein Geld verdienen dürfen?

Wie wir auch selber erfahren, sehen sich Akteure im Tätigkeitsfeld Nachhaltigkeit oder Klimawandel eher noch größeren Herausforderungen gegenüber als im konventionellen Markt – da mit diesen Themen ein unangenehmes Feld aufgemacht wird, welches das System des Überkonsums und von Wachstumsparadigmen infrage stellt.

Diffamierungen von Klimaforscher*innen sind der Alltag

Entsprechend seien an dieser Stelle nur zwei Beispiele von Diffamierungen hochangesehener Klimafoscher*innen genannt. So erfahren Wissenschaftler unter US-Präsident Trump enorme Diffamierungen im Parlament in Washington. (mehr dazu 1, 2)

Auch innerhalb Deutschlands spielt Diskreditierung eine Rolle: So führte die kritische Einstellung des Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann gegen(über) der Autoindustrie zur Ausladung und Streichung seiner Rede bei der Eröffnung der IAA diesen Jahres. (mehr dazu)

Darüber hinaus ziehen viele Klimawissenschaftler*innen private Konsequenzen aus ihren Forschungen und schränken freiwillig ihren Komfort ein, so u.a. Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (u.a. kein Auto, keine Flugreisen etc.). Diese Konsequenzen werden wohl kaum deshalb gezogen, um mehr Forschungsmittel zu bekommen.

Fazit:

Der Klimawandel bildet keinen Anspruch auf gesonderte Fördermittel und hat kein Privileg und keine Lobby.

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3. Prof. Kirstein: „[Als] Sündenbock [für den Klimawandel] ist der Mensch [dargestellt], derweile ist es ein ganz natürlicher Vorgang. […] Die Wissenschaft leugnet die Warm- und Kaltzeiten bzw. Eiszeiten“

Dies ist eine ziemlich irreführende und absurde Unterstellung: Es gibt wohl keinen Klimawissenschaftler, der behaupten würde, dass das Klima je in einem stabilen Gleichgewichtszustand gewesen wäre. Auch gibt es eine Reihe von Ursachen für vergangene Klimawandel. CO2 ist nur einer von mehreren Einflussfaktoren und war in der Vergangenheit keinesfalls immer der stärkste. So gibt es laut Umweltbundesamt vereinfacht folgende Ursachen für Klimaveränderungen:

  • Veränderungen geoastrophysikalischer Parameter (zum Beispiel Solarkonstante, Erdbahnelemente),
  • Veränderungen der Erdoberfläche (zum Beispiel Kontinentaldrift, Änderung der Landnutzung) und
  • Änderungen des Stoffhaushaltes der Atmosphäre (zum Beispiel Gehalt an Treibhausgasen und kleinen, schwebenden Teilchen, den Aerosolen).

(mehr dazu)

In der Vergangenheit gab es bei den Warm- und Kaltzeiten (welche von der Wissenschaft zweifellos bestätigt sind) teils stärkere Einflussfaktoren aufs Klima als das CO2.

Bei  einem  Vergleich  der  derzeitigen  globalen  Erwärmung  mit  früheren  Klimaänderungen  müssen  zwei  wichtige  Unterscheidungen  gemacht  werden. 

  1. Globale Klimaänderungen müssen von  lokalen unterschieden  werden:  Lokale  Klimaschwankungen  sind  in  der  Regel  viel  größer  und  können  etwa  durch  Änderungen  in  der  atmosphärischen  oder  ozeanischen  Zirkulation  verursacht werden.  Dies ist örtlich begrenz und hat auf  die  globale  Mitteltemperatur  keinen bzw. geringen  Einfluss. So  gibt  es auch derzeit  Regionen,  die  sich  entgegen  dem  allgemeinen  Trend  abkühlen oder in denen die Gletschermassen wachsen. Wissenschaftlich  aussagekräftig  für das „globale Klima“ ist jedoch  nicht  der  Blick  auf  einzelne Stationen, sondern die globale Gesamtschau.
Allen Temperaturrekonstruktionen gemeinsam ist die Tatsache, dass derzeit die wärmsten Temperaturen zumindest der abgelaufenen tausend Jahre herrschen.
  1. Zeitskalen müssen angemessen berücksichtigt werden: Klimaänderungen über Jahrmillionen  oder  über  viele  Jahrtausende  können  erheblich  größer  sein  und  auch  andere Ursachen haben (z. B. der Drift der Kontinente oder sich ändernde Erdbahnzyklen) als diejenigen über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Für die Auswirkungen auf Ökosysteme  und  Gesellschaft  kommt  es  zudem  nicht  nur  auf  die Intensität der Veränderung,  sondern  auch  sehr  auf  die  Geschwindigkeit  an,  da  eine  langsamere  Klimaänderung  eine  Anpassung wesentlich erleichtert.

Zweifellos  haben die  Eiszeiten mit einer Veränderung der globalen  Mitteltemperatur um ca. 4-6 ºC die größten Klimaveränderungen mit sich gebracht. Im Vergleich dazu ist die bisherige globale Erwärmung um 0,8ºC im 20. Jahrhundert zwar gering, allerdings tritt diese Veränderung innerhalb weniger Jahrzehnte auf, die Veränderung in den Eiszeiten dauerte jeweils mehrere  Jahrtausende. Ein so abrupter Temperaturanstieg bzw. -abfall hat also nie zuvor stattgefunden, wie es heute der Fall ist. Wissenschaftlich ist dieser nur durch die atmosphärische Veränderung der Treibhausgase zu begründen, welche durch Menschen verursacht wird. (mehr dazu)

Fazit:

Die Wissenschaft belegt, dass es aufgrund ganz unterschiedlicher Ursachen stets Warm- und Kaltzeiten auf der Erde gab (nicht zwangsläufig durch Treibhausgase). Fakt ist, dass es nie einen so drastischen Temperaturanstieg in so kurzer Zeit gab. Dieser ist nur durch den anthropologischen Einfluss des Menschen auf den CO2 Gehalt der Atmosphäre zu begründen.

Möglichkeiten sich für konsequenten Klimaschutz einzusetzen gibt es viele. Der persönliche Konsum und Lebensstil kann mittels CO2-Fußabdruckrechner getestet werden. Daraus kann jede*r für sich selbst ableiten, wie man den eigenen Impact verringern kann. 

Politische Forderungen können auf Demos, z.B. von fridaysforfuture artikuliert werden. Ebenso gibt es den Weg über Engagement in Verbänden, NGOs oder direkt in politischen Parteien um sich für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und des 1,5°C-Ziels stark zu machen.

Nicht zu vergessen sind Unternehmen, welche für eine nachhaltige Entwicklung unbedingt mit in die Pflicht genommen werden müssen. Hinterfragt Produzenten und Dienstleister oder eure eigene Firma, inwiefern ein nachhaltiges Wirtschaften bereits verfolgt wird. Fordert und fördert Transparenz und umweltschonende Angebote. 

Als plant values unterstützen und fördern wir ein ganzheitlich nachhaltiges Wirtschaften und eine klimafreundliche Unternehmensführung. Öffentliche Institutionen und etablierte Unternehmen sowie Startups begleiten wir bei der nachhaltigen Transformation ihrer Geschäftsmodellen; Startups und Jungunternehmen fördern wir beim Aufbau eines ganzheitlich nachhaltigen Unternehmens. Unser Ansatz ist es, unsere Partner zu befähigen eine eigenständige, kontinuierliche Transformation zu vollziehen bzw. dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften zu etablieren.

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Franziska Kramer
Themenbereich Nachhaltiger Tourismus

01520-6208119 | f.kramer@plant-values.de


Quellen und weiterführende Artikel:

https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/05/ar4_wg1_full_report-1.pdf

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/klima-treibhauseffekt#textpart-1

https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-nicht-der-menschliche-beitrag-treibhauseffekt

https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011

https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimasystem/umsetzungen/energiebilanz-der-erde

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/die-treibhausgase

https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/welche-treibhausgase-verursachen-die-erderw%C3%A4rmung

https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimasystem/umsetzungen/energiebilanz-der-erde

https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimasystem/geosphaeren/atmosphaere

https://www.geo.fu-berlin.de/v/pg-net/klimaschwankungen/ursachen/ursachen_natuerliche/ursachen_terrestrisch/atmosphaerenzusammensetzung/index.html

https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/klima-treibhauseffekt#textpart-1

https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/so-eine-grosse-wirkung-hat-so-wenig-co2/

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/klimaskeptiker.html

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Nachhaltigkeits-Wissen und -Methoden

Nachhaltigkeit zu Weihnachten in Unternehmen – über 10 einfache Tipps

Nachhaltigkeit zu Weihnachten spielt auch in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. In dieser Zeit des Jahres wirdam meisten konsumiert und Unternehmen geben oft Aufmerksamkeiten an Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen. Deswegen wollen wir hier mit Ideen helfen.

Wir haben Tipps für Nachhaltigkeit zu Weihnachten zusammengetragen. Das Schöne daran: Wir können diese Tipps auf all unsere Lebensbereiche anwenden, ganz egal ob beruflich oder privat. Vielleicht fällt es uns dieses Jahr sogar einfacher, die Tipps umzusetzen?

Viel Spaß beim Lesen und auf nachhaltige Weihnachten!

1. Nachhaltige Geschenkeideen für Nachhaltigkeit zu Weihnachten

Sind wir nicht alle „schon-alles-Haber“?

Wir besitzen viel und meistens zu viel. Häufig wissen wir gar nicht mal mehr, was wir eigentlich besitzen. Wie schafft man es als Unternehmen mit Geschenken zu Weihnachten einen echten Mehrwert zu bieten? Wie kann man nachhaltig sein und im Gedächtnis bleiben? Erzählen Sie die Geschichte zu Ihrem Geschenk. Und nutzen Sie dafür folgende Tipps:

Mehrweg statt Einweg

Einweg ist schon lange nicht mehr „in“. Spätestens seitdem die Ozean-Plastik-Debatte vor einigen Jahren an Fahrt aufnahm und Coca-Cola auch dieses Jahr wieder zum weltweit größten Plastikverschmutzer ernannt wurde. Sie können Dinge verschenken, die Ihre Kund*innen, Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen mehrmalig oder beliebig oft wieder verwenden. Damit wird Nachhaltigkeit zu Weihnachten im Unternehmen präsent.

Erlebnisse statt Krimskrams

Etwas zu schenken, was Menschen nicht schon 100 Mal besitzen und deswegen das 101. Mal nun im Müll landet, ist gar nicht so einfach. Verschenken Sie lieber eine wertschätzende Einladung auf einen selbst gemachten Kakao. Oder ein Konzertticket oder ein gutes Essen anstelle von Zeugs. So kann nachhaltige Weihnachten sogar die Geschäftsbeziehungen aufpolieren und mehr Vertrauen schaffen!

Leihen statt kaufen

Stellen Sie sich einmal vor, Sie schenken etwas, was nur ein Mal in 5 Jahren genutzt wird. Was für eine Verschwendung. In dem Falle bietet sich ein Mietmodell an. Verschenken Sie also lieber einen Gutschein für das Ausleihen einer Bohrmaschine als die Bohrmaschine selbst!

Second Hand statt Neu

Manchmal ist Besitzen sinnvoller als Leihen. Dies ist der Fall, wenn Gegenstände sehr häufig bis täglich in Gebrauch sind. So zum Beipsiel die Kaffeetasse, um in der Kantine fischen Kaffee zu holen, oder die ergonomische Computermaus. Second-Hand-Produkte oder nachhaltige Geschenke sind zum Beispiel Kaffeetassen aus Kaffeesatz, gebrauchte Bücher oder Second-Hand-Tech. Diese sind nicht nur nachhaltig(er), sondern erobern auch den Markt und damit die Herzen Ihrer Kund*innen und Mitarbeitenden.

Spenden statt Hamstern

In 2020 haben wir es besonders gesehen. Auf der einen Seite haben Menschen aus Angst vor Versorgungsengpässen Produkte wie Nudeln und Toilettenpapier gehamstert. Auf der anderen Seite haben Menschen für ihr Lieblingscafé um die Ecke gespendet, damit es die Corona-Pandemie wirtschaftlich überlebt. Fragen Sie den zu Beschenkenden, welches Unternehmen oder welche Organisation er oder sie unterstützen möchte. Und dann spenden Sie an diese.

Klasse statt konventionell

Soll’s noch eine Schokolade dazu sein? Oder ein Glühwein? Ihr Unternehmen kann beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken auf Nachhaltigkeit achten. Dafür setzt es am besten auf regionale Fairtrade-Produkte aus Bio-Anbau. Das hat Klasse und ist besser für Umwelt und Gesellschaft.

Beispiele für Geschenke für mehr Nachhaltigkeit zu Weihnachten

  • Musik- oder Audible-Abos,
  • Spenden für ein Unternehmen, eine Organisation oder eine Person,
  • Einladungen zu gemeinsamer Zeit, z.B. Restaurantbesuchen,
  • wertige, wiederverwendbare Taschentücher aus Bio-Baumwolle,
  • hochwertige Glas- oder Edelstahlboxen für Speisen und Getränke sowie Thermoskassen,
  • Socken aus der heimischen Wolle aus Öko-Landbau,
  • regional hergestellte Seifen,
  • Jutebeutel, Bienenwachstücher, ultradünne Baumwollbeutel für Obst und Gemüse.

Es gibt hier viele tolle Möglichkeiten für Nachhaltigkeit zu Weihnachten im Unternehmen. Mit dem passenden Branding wird das Geschenk zu einem Hingucker. Und es bleibt lange im Gedächtnis!

2. Teamgefühl digital! Stärkende und nachhaltige Weihnachten

Rücksicht aufeinander nehmen

Viele Mitarbeiter*innen sind zum Jahresende ausgebrannt und gestresst. Oder sie fühlen sich getrieben von den Zielen zum Jahresende und müssen ihre Projekte noch schnell fertigstellen. Dazu kommen die persönlichen Sorgen. Außerdem fehlen oft die persönlichen Kontakte zu geliebten Menschen in diesem Jahr. Ihr Unternehmen kann für ein gutes Mitaeinander zur Weihnachtszeit sorgen.

Zeit für persönliche Fragen ist Balsam für die Seele

Gerade in der eigentlich besinnlichen Weihnachtszeit ist es wertvoll, sich und den Mitarbeitenden Zeit einzuräumen. Wie wäre es mit einer inspirierenden Frage am Tagesanfang? Z.B. Wofür bin ich dankbar? Welche Menschen inspirieren mich derzeit am meisten? Was macht mich besonders glücklich? Damit werden frische Kraft und Energie durch positive Gefühle geweckt. Außerdem wird die Mitarbeiterbindung und das Vertrauen ineinander gestärkt. Inspiration für Fragen gibt vertellis.

Gemeinsam digital aktiv sein

Zeit füreinander zu haben, geht auch digital. Wie wäre es mit einem Telefon-Spaziergang für alle in der Mittagspause? Den morgendlichen Kaffee gemeinsam zu trinken? Eine digitale Yogastunde zu halten oder gemeinsam digital Teig zu rühren, Plätzchen zu backen oder zu basteln?

3. Kunstbaum vs. echter Weihnachtsbaum?

Nachhaltigkeit in Unternehmen zu Weihnachten macht vor dem Tannenbaum nicht Halt. Auch Unternehmen stellen sich Weihnachtsbäume ins Büro oder Gebäude. Was ist ökologisch sinnvoller: ein echter Christbaum oder ein Plastikbaum? Wie umweltfreundlich der jeweilige Baum ist, hängt von der Herkunft, der Nutzungsdauer und der Entsorgung ab.

Etwa 28 Millionen Bäume sterben jährlich in Deutschland zum Weihnachtsfest. Das hört sich nicht nach Nachhaltigkeit zu Weihnachten an. Die Bäume stammen zumeist aus konventionellen Plantagen, die gedüngt und mit Pestiziden behandelt werden. Dies ist eine enorme Belastung für Böden. Gleichzeitg wissen wir, dass wir die Belastungsgrenze der Erde in Hinsicht auf Phosphor und Stickstoff bereits weit überschritten haben.

Ist ein Kunstbaum besser als ein echter Weihnachtsbaum? 

Nein! Und dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  • Produktion: Plastikbäume werden i.d.R. aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Die Förderung ist schmutzig und das „scharze Gold“ selbst ein endlicher Rohstoff.
  • Mindestens 4 von 5 Plastikweihnachtsbäumen werden aus Fernost importiert. Emmissionen für Produktion und Transport und intransparente, häufig geringe Sozial- und Umweltstandards an Produktionsstandorten inklusive. (hier geht es zu einer Studie über den ökologischen Fußabdruck)
  • Während der Nutzungsdauer wird das Material des Plastikbaums immer posöser. Durch Sonnenlicht und Heizungswärme setzen sich kleine Partikel ab. Diese Mirkoplastik vermischen sich mit Hausstaub und gelangen in unsere Körper und können da gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen.
  • Auch die Entsorgung selbst ist schädlich. Bei einem echten Nadelbaum entsteht wieder Biomasse, während der Kunstbaum energieintensiv verbrannt wird und dabei umweltbelastende Toxine frei werden.

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4. Natürliche Weihnachtsbäume so nachhaltig wie möglich

Der natürliche Weihnachtsbaum befindet sich in einem natürlichen Kreislauf und produziert in seiner durchschnittlichen Wachstumszeit von 10 Jahren 105 Tonnen Sauerstoff (1 Hektar Weihnachtsbaumkultur). Außerdem sorgt er am Ende des Lebenszyklus als Biomasse oder zur Erzeugung von regenerativer Energie weiter für Mehrwert.

Hier ein paar Tipps, wie Sie den Lebenszyklus von Weihnachtsbäumen so nachhaltig wie möglich gestalten:

  • Kaufen Sie als Unternehmer*in einen nachhaltigen Weihnachtsbaum aus der Region und am besten im Topf. Dieser lebt länger als der geschlagene Bruder.
  • Noch besser: Mieten Sie einen Baum. Eine Top-Alternative zum geschlagenen Baum! Der Baum überlebt im Topf also gleich mehrere Weihnachtssaisons und bereitet unterschiedlichen Menschen Freude. Ein Beispiel dafür: Baum mieten
  • Der Anbau zertifizierter Bio-Weihnachtsbäume verzichtet auf Kunstdünger und Pestizide. So zum Beispiel bei den Siegeln Demeter, Naturland, Biokreis, Bioland, Bio, FSC, PEFC. Gut für Böden und Insekten und um die Belsatungsgrenzen unseres Planeten nicht noch weiter auszureizen.
  • Achten Sie auf die Verpackung. Bestenfalls ohne Kunststoffnetze und Co.
  • Machen Sie aus dem Kauf ein kleines Event. Bringt den Baum bei einer Radtour mit heißem Tee oder Glühwein per Lastenrad nach Hause – natürlich nur innerhalb Ihres Hausstandes. In Dresden kann man Lastenräder kostenfrei mieten bei https://friedafriedrich.de/!
  • Entsorgung: Zoos freun sich sehr häufig über alte Weihnachtsbäume, denn diese sind Nahrung für Tiere. Und schon ist der Kreislauf (fast) perfekt.

Hier geht es zu einer interessanten Ökobilanz-Infographik, welche die natürliche der künstlichen Variante gegenüberstellt.

5. Natürliche Deko für nachhaltige Weihnachten

Schmücken Sie Ihre Räumlichkeiten mit natürlichen Materialien. Besonders eignen sich Strohsterne, Äpfel, getrocknete Orangenscheiben, Lebkuchen und Plätzchen. Herrlich machen sich auch Kombinationen aus Früchten, Moos, Nüssen, Zweigen und Zapfen. Auch selbst gemachte Kränze aus Stroh oder Zweigen sind ein echter Hingucker. Für weihnachtlichen Duft im Homeoffice sorgt der Duft von Zimtstangen, Nelken oder Orangen. Und Kerzen und Lichterketten bringen eine Wohlfühlstimmung in den Raum. Kerzen gibt es mittlerweile überall im Einzelhandel als Refill-Variante, d.h. ohne Einweg-Alu-Behältnisse. Außerdem können Sie aus Kerzenresten neue Kerzen herstellen.

6. Adventskalender für Nachhaltigkeit zu Weihnachten!

Digitale Adventskalender personalisieren

Adventskalender: Man vergisst ab und zu ein Türchen, dann ist es enorm viel Verpackung für wenig Inhalt. Vielleicht langweilt uns der Adventskalender auch schon, weil er jedes Jahr gleich ist. Das geht auch anders. Adventskalender können für Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen ganz individuell gestaltet werden, z.B. mit Motivationssprüchen, Lebensweisheiten, Geschäftserfolgszahlen und gemeinsamen Erinnerungsbildern. Dies geht am besten ressourcenarm mit einer digitalen Variante, wie tuerchen.com oder mein-adventskalender.de. Eine vielfältige Idee für Nachhaltigkeit zu Weihnachten im Unternehmen.

Gute Taten hinter jedem Kalendertürchen

Anstatt Schokolade oder materiellen Dingen bieten sich gute Taten an. Hinter jeder Tür wartet eine kleine Aufgabe, mit der sich der Öffnenede selbst und andere mit einer immateriellen Freude beschenken. Wann haben Sie das letzte Mal gemeinsam gesungen oder der älteren Dame von nebenan Ihres Geschäfts je geholfen, die Einkaufstaschen zu tragen? Der Kreativität bei den Aufgaben sind keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie keine Zeit dazu haben, können Sie einen vorgefertigten Kalender nutzen, der Gemeinwohlprojekte unterstützt. Der Gute Taten e.V. löst mit dem Öffnen eines jeden Türchens eine Spende an Projekte in den Kategorien Gesundheit, Umwelt, Bildung, und Versorgung aus.

7. Nachhaltige Geschenkverpackung

8000 Tonnen Verpackungsmüll werden bundesweit jede Weihnachten erzeugt. Derweile ist es so einfach, hübsche und hochwertige Alternativen als Verpackungsmaterial ausfindig zu machen. So eignen sich bunte Outdoor-Kataloge und abgelaufende Reisemagazine genauso als Geschenkpapier wie Werbeflyer oder einfache Zeitungen. Oder wie wäre es mit Klopapierrollen, Gläsern oder Stoffresten? Für größere Geschenke eignen sich gebrauchte Schuh- oder Versandkartons. Wenn Sie genau überlegen, haben Sie mit Sicherheit etwas in Ihrem Büro oder Haushalt, was dem Müll geweiht ist und als Verpackungsmaterial noch ein zweites oder gar drittes oder viertes Leben bekommt. Upcycling für Nachhaltigkeit zu Weihnachten in Ihrem Unternehmen!

8. Weihnachtsfeier, der Klassiker für Nachhaltigkeit zu Weihnachten im Unternehmen

In großer Runde digital feiern

Es könnte auch ein Geschenk des Himmels sein, nicht die alljährlich gleiche Leier „von wegen Weihnachtsfeier“ über sich ergehen zu lassen. Denn: Dieses Jahr geschieht dies einfach mal digital. In Videokonferenzen können Mitarbeiter*innen, Management, Geschäftspartner*innen und Freund*innen des Unternehmens problemslos digital zusammenrücken und zusammen im großer Runde feiern.

In kleinen Runden persönlich und individuell austauschen

Andererseits ermöglichen so genannte Breatout-Rooms das Austauschen, Diskutieren und Werkeln in kleineren, individuellen Gruppen in Nebenräumen abseits des Hauptraums der Videokonferenz. Man kann diese Nebenräume sogar selbst tauschen, z.B. mittels Plattformen wie wonder.me. Für den Spiel- und Spaßfaktor bieten sich obendrein Online-Spiele an, wie Codenames oder Secret Hitler. Schon probiert?

Teamevents Post-Corona planen

Gleichzeitig kann bei der Weihnachtsfeier direkt ein Zeitfenster zur Planung eines analogen Wiedersehens eingeplant werden. Was sagen die kreativen Köpfe in Ihren Unternehmen? Wie stellen sie sich ein Teamevent Post-Corona vor? Anstelle auf eigene Faust in eine zeitfressende Planung zu gehen, können Sie so die Mitarbeiter*innen selbst entscheiden lassen und treffen so auf jeden Fall in Schwarze!

9. Nachhaltiges Weihnachtsessen – biologisch, regional, gesund

Gerade zu Weihnachten spielt Essen eine große Rolle. Dieses Jahr könenn wir das Festmahl mit zusammen mit Kolleg*innen oder in großer Runde daheim genießen. Es gibt 2 Möglichkeiten:

1. Sie kochen selbst und verwenden frische Bio-Zutaten aus Ihrer Region. Wenn Sie Mitarbeitende zum digitalen Weihnachsessen einladen, senden Sie gerne vorher ein Versorgungspaket und bereiten Sie die Speisen und Getränke gemeinsam digital zu. Es macht einen Riesenspaß!

2. Sie bestellen bei Ihrem Lieblingsrestaurant um die Ecke und unterstützen somit die Gastronomie Ihrer Region. War es zu viel? So stellen Sie es kalt und essen es zeitnah, bevor es in den Müll wandert.

10. Pendeln in der Weihnachtszeit – und auch sonst

In der Regel sind zur Weihnachtszeit die Straßen voll. Das kostet Zeit, Geld, Nerven und viel Energie. Sie ersparen sich Weihnachtsstress und tun Gutes für Umwelt und Klima, indem Sie per Bahn reisen. Dort können Sie die Zeit effektiv nutzen und ein Buch zu lesen oder sich mental auf nachhaltige Weihnachten oder das neue Jahr einzustimmen. Per Fahrrad können Sie die zusätzlichen Kalorien direkt wieder aubtrainieren und sportlich für Ihre gesundheitliche Fitness sorgen. Weitere Tipps und Tricks für nachhaltiges Reisen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Nachhaltigkeit in Unternehmen über Weihnachten hinaus denken

Nachhaltigkeit als Unternehmen strategisch angehen und wesentliche Auswirkungen erkennen

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen sind ein paar Wochen gutes Tun oder ein nachhaltiges Weihnachten ein schöner Beitrag, aber natürlich lange nicht genug. Es muss ums große Ganze gehen! Gemeinsam mit Ihnen identifizieren wir Handlungsfelder und erarbeiten passende Lösungen für Ihr Unternehmen. Wenn Sie sich mit Wesentlichkeitsanalyse, Nachhaltigkeitsschulungen und -strategie beschäftigen möchten, fragen Sie uns jederzeit gerne an!

Bis dahin wünschen wir Ihnen nachhaltige Weihnachten!

Planen Sie die nächsten Schritte zu Nachhaltigkeit?

Fragen Sie mich zu einem kostenlosen Informationsgespräch an.
Ich stehe mit Rat und Freude bereit.

Franziska Kramer
Themenbereich Nachhaltiger Tourismus

01520-6208119 | f.kramer@plant-values.de

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21 CSR-Maßnahmen für Unternehmen – einfach, aber wirksam

Viele Unternehmen wollen mit Nachhaltigkeit beginnen und suchen erste einfache CSR Maßnahmen. Die Bandbreite ist unerschöpflich und wir haben in unseren anderen Nachhaltigkeits-Tipps viele weitere aufgelistet.

Hier haben wir versucht einfach umzusetzende und effektive Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit zusammenzutragen.

Sie dürfen und sollen Inspiration geben und einen guten Einstieg in das Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen schaffen. Ist die Motivation erst einmal geweckt, dürfen weitere Maßnahmen unternommen und diese systematisch ausgebaut werden. Wir finden es wichtig, dass es nicht bei alleinstehenden Maßnahmen bleibt, sondern dass Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlicher angehen. Dabei hilft eine durchdachte und passende Nachhaltigkeitsstrategie.

Jetzt aber zu den einfach umzusetzenden CSR Maßnahmen.

Viel Spaß beim Lesen und nachhaltig inspirieren lassen!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

1. Events in ungenutzten Flächen veranstalten

Gerade für Veranstaltungen bietet es sich an das eigene Netzwerk einmal nach ungenutzten Räumlichkeiten zu durchforsten. Wie wäre es mit Zwischennutzung? Die am Wochenende leere Produktionshalle, das morgendlich geschlossene Café, der Kinderspielwarenladen oder sogar das gerade ungenutzte alte Palais. Solche Locations geben der Veranstaltung besonderen Charme. Und Zwischennutzung verringert in Summe den Gesamtflächenverbrauch und damit fast immer die eingesetzten Ressourcen und folglich nötige Flächenversiegelung.

2. Firmenaccount bei Carsharing

Viele Unternehmen unterhalten noch kleinere oder größere Fahrzeugflotten. Dabei stehen bekanntlich individuell genutzte Autos bis zu 90% der Zeit unbenutzt. Gerade für Dienstleistungsunternehmen bieten sich Accounts bei Carsharing-Angeboten an. Sie sind meist günstiger als ein eigenes Auto und sind durch die kollektive Nutzung deutlich umweltfreundlicher insbesondere in Bezug auf verbrauchte Ressourcen (weniger Fahrzeuge) und genutzte Fläche. Eine einfache aber wirksame CSR Maßnahme.

Achtung! Den Rebound-Effekt beachten: Durch die Bequemlichkeit des Carsharing sollte nicht mehr gefahren werden, sonst hebt sich der positive Effekt auf – und kehrt sich womöglich direkt ins Negative.

3. (Alternativen zu) Geschäftsreisen

Geschäftsreisen zu anderen Teams, Partner*innen oder Kund*innen gehören für viele Unternehmen zum Alltag dazu. Für viele von ihnen auch Flugreisen innerhalb Deutschlands. Um die Geschäftsreisen und damit die in Summe enorme Umweltbelastung zu senken, sind Videokonferenzen eine echte Alternative! Geben wir dem eine echte Chance. Hier Tipps für die Integration von Skype, zur Skype-Alternative zoom und allgemeine Tipps für eine gute Videokonferenz.

Wenn eine Geschäftsreise nicht vermeidbar ist oder auch wenn es einfach um den Pendelverkehr geht, dann unser absoluter Tipp: häufiger die Bahn nutzen! Eine einfache und wirksame Nachhaltigkeits-Maßnahme. Gegenüber dem Autofahren oder auch dem aufwendigen Fliegen kann man in der Bahn entspannt arbeiten und wirklich produktiv sein. Mittlerweile gibt es in den meisten Zügen WLAN und meist ist die Bahn in Summe sogar die schnellere Alternative.

4. Bike-Leasing für Mitarbeitende

Als Arbeitgeber*in oder Selbständige*r können nicht nur Autos sondern auch Fahrräder geleast werden. Viele Mitarbeitende wissen so ein Angebot offenbar zu schätzen. Mehr Informationen zu dieser CSR Maßnahme gibt es z.B. hier.

5. Firmen-Lastenräder

Als Unternehmen, gerade in Städten, kann es sich lohnen so manche Transporte mit Lastenrädern durchzuführen. Das Beispiel eines Berliner Schornsteinfegers zeigt, dass es Geld spart, schneller ist, Aufmerksamkeit schafft und die Umwelt entastet. Außerdem gibt es verschiedene Förderungen für Lastenräder.

6. CSR-Maßnahme in Workshops? Umweltfreundlicher gestalten!

Viele kennen die Flut von Post-Its und Ausdrucken zu Workshops. Die ersten digitalen Tools schicken sich an, dem gegen zu wirken, so z.B. Mind Objects. Wenn man es trotzdem haptisch mag, dann z.B. mit wiederbeschreibbaren, magnetischen Post-Its. Und wenn man die Zettelchen trotzdem braucht, dann doch gern die aus Recyclingpapier.

7. Events nachhaltiger gestalten

Veranstaltungen können oft unnötig viele Ressourcen brauchen, das Catering zu viel Essen übrig haben, die Teilnehmenden mehr mit dem Flugzeug als der Bahn anreisen. Kein Einweggeschirr und -besteck inklusive keine Einwegstrohhalme. Auch hier kann also viel getan werden, um umweltfreundlicher zu werden. Als Hilfestellung hier ein guter Leitfaden mit Checkliste. Und für die, die tiefer in diese Maßnahme für mehr Nachhaltigkeit einsteigen wollen, lohnt es sich an den verschiedenen Weiterbildungen teilzunehmen.

8. Grünes Hosting von Web-Diensten

Unsere Websites und anderen Online-Dienste werden meist auf fremden Servern gehostet. Aber wie viel Mühe geben sich unsere Hoster in Sachen? Wie sieht es mit erneuerbaren Energien, Ressourcenschonung, Mitarbeiterzufriedenheit aus? Die Bandbreite grüner Hoster wird immer größer. Wir haben uns nach längerer Recherche für Manitu entschieden.

9. Nachhaltige Bank und Finanzströme

Die Wirkung von Geldflüssen für die Förderung nachhaltiger (und nicht-nachhaltiger) Unternehmen und Projekte ist enorm. Aus diesem Grund sollten gerade Unternehmen gut überlegen, bei welcher Bank das Konto geführt und Geld angelegt wird. In Deutschland sind die GLS, die Triodos und die Ethikbank solche, die für nachhaltige Geschäftskonten in Frage kommen, darüber hinaus für Geldanlagen die Umweltbank. Diese garantieren, dass das Geld für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt wird und bspw. keinen Waffenfirmen oder Klima-schädlichen Unternehmen unterstützt werden. Ein Vergleich lohnt sich für diese CSR Maßnahme.

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10. Öko-Stromanbieter

Mittlerweile wissen die meisten um die Einfachheit den Stromanbieter zu wechseln und auch um den Effekt Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Nun gilt es konsequent im Unternehmenskontext drauf zu achten und umzustellen. Hier ein paar wichtige Hintergründe und Vergleiche.

11. Home-Office

Den Mitarbeitenden anzubieten im Home Office zu arbeiten, ist zeitgemäß, verbessert oft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kann zur Steigerung der Kreativität beitragen und reduziert noch Fahrtwege und teils Raumnutzung. Dabei gilt es aber für jedes Unternehmen zu prüfen, in welchem Maß und unter welchen Bedingungen diese Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit funktionieren. Das Teamgefühl oder die Produktivität sollen nicht darunter leiden. Ein Ressourcenmehreinsatz (durch doppeltes technisches Equipment) soll auch vermieden werden. Hier noch Tipps für Home Office sowohl für Arbeitgeber*in als auch Arbeitnehmer*in.

12. Essen spenden

Alle die, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind oder ein Restaurant oder Café betreiben, erleben täglich, dass meist nicht alle Lebensmittel verkauft werden können. Vor allem nicht leicht verderbliche. Dies gilt auch bei Events mit Catering. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten das übrige Essen nutzbringend weiterzugeben, so z.B. mittels Foodsharing, Too Good To Go und andere.

13. Regionale Lieferanten bevorzugen

Nachhaltigkeit hat auch meist mit der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu tun und damit mit der Frage, wen man als Unternehmen als Lieferant*in oder Dienstleister*in wählt. Oft reicht es für den Anfang, sich den Vorsatz zu nehmen, einen Lieferanten in maximal 150 km Entfernung zu wählen und schnell kommt man bei der Suche auf ganz neue Partner*innen. Zudem kann so eine Maßnahme helfen, Heimatverbundenen Mitarbeitenden mehr Identifikation mit dem Unternehmen gibt.

14. Nachhaltige und ergonomische Arbeitsplätze

Nachhaltige Möbel sind aus natürlichen Materialien und bestenfalls regional gefertigt. Sie sind frei von Toxinen und gesundheitsschädlichen Chemikalien und somit gut für die Gesundheit der Mitarbeitenden und der Umwelt. Ein ergonomisches Design beugt zudem Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz vor. So sorgt man mit adäquaten Einstellungen am Computer, Schreibtisch, Bürostuhl (u.a. Abstand und Neigung des Bildschirms, Höhe des Schreibtischs, Stuhls und der Armlehne) sowie guten Luft- und Lichtverhältnissen (Raumtemperatur, Lichteinfall, Luftfeuchtigkeit) für eine bessere Mitarbeitergesundheit.

15. Psychische Gesundheit und Sportangebote für Mitarbeitende

Zu betrieblicher Nachhaltigkeit gehört auch die Gesundheit der Mitarbeitenden und körperliche Auslastung ist ein wichtiger Eckpfeiler. Unternehmen können Sportangebote für die Mitarbeitenden jährlich und je bis zu 600 € (seit 1.1.2020) steuerfrei bezuschussen. Freizeitausgleiche, Überstundenkontos und Co. sind nur der Anfang für eine angemessene Work Life Balance.

16. Kostenlose Energieberatung

Für die ersten Schritte hin zu mehr Umweltschutz lohnt sich eine Energieeffizienzberatung. Bundesweit wird diese von der BAFA zu bis zu 80% der Kosten gefördert und einige Kommunen wie Offenbach bieten ihren Unternehmen sogar kostenlose Beratungen an.

17. Umweltfreundliche Versand-Transportboxen

Statt übliche Einweg-Kartons für den Versand zu nutzen, steigen immer mehr Unternehmen auf Versandboxen um. Eines der besten Beispiele ist der grüne Versandhändler memo. Die Einführung im eigenen Unternehmen kann Aufwand bedeuten, aber gerade bei größerem Versandaufkommen lohnenswert sein. Eine der wirksamen und auch für Kund*innen eindrucksvollen CSR-Maßnahmen.

18. Altgeräte und ausgemusterte IT spenden

Wenn Technik für den Unternehmensgebrauch zu alt wird, ist sie für den Privatgebrauch oder für Vereine oft noch mehr als ausreichend. Eine echte Alternative zur Entsorgung ist es Altgeräte zu spenden und damit bedürftigen Menschen oder Vereinen noch eine große Hilfe zu sein. Die Berliner Stadtreinigung z.B. hat hierfür eine eigene Unterseite.
Ebenso kann ein Weg sein, IT bei Profis für Datenlöschung und Aufarbeitung (refurbishment) abzugeben. AfB bietet diesen Service an und verfolgt zudem konsequent den Gedanken der Inklusion – womit sie ein Paradebeispiel für Sozialunternehmen (Social Business) darstellen. Unterstützenswert, oder? 

19. Aufgearbeitete IT anstatt Neuware 

Anstatt Neuware zu kaufen, sollte man prüfen, ob Laptops und Dienstsmartphones nicht auch aufgearbeitet zu bekommen sind. Das senkt den ökologischen und sozialen Impact enorm! Unter dem Schlagwort „Refurbished“ finden sich inzwischen zahlreiche professionelle Anbieter für IT. (Weiterlesen zu dem Thema)

20. Auf Siegel achten – auch bei Technik

Siegel für Bio-Lebensmittel oder fairtrade-Textilien kennt man inzwischen. Aber wer kennt Nachhaltigkeits-Labels für Technik? Inzwischen haben sich auch hier erste brauchbare Standards entwickelt und es gibt zertifizierte Technik: Energie Star, TCO, Nordic Ecolabel sind einige Beispiele. Wer faire und umweltverträgliche Produktion unterstützen möchte, sollte unbedingt vorm IT-Kauf einen Blick auf die verschiedene Labels werfen.

 Zusammenstellung verschiedener Labels im Vergleich von utopia.de (c) „Die wichtigsten Siegel für Smartphones und Laptops (© Energy Star, TCO, Nordic Ecolabel, EU-Ecolabel, Blauer Engel)“

21. Fahrgemeinschaften bilden einfach gemacht

Warum nicht dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden Mitfahrende werden? Mittlerweile gibt es Apps, die sich explizit an Unternehmen richten, um den Mitarbeitenden die Bildung von Fahrgemeinschaften zu erleichtern. Versichert ist man auf diesen Fahrten übrigens auch arbeitsseitig, solange der Absicht bzw. der Zweck gegeben ist, auf Arbeit zu fahren.

Das waren unsere einfachen aber wirksamen CSR-Maßnahmen, die den Einstieg zu mehr Nachhaltigkeit erleichtern sollen.

Nicht bei der Einzelmaßnahme stehen bleiben: Nachhaltigkeit als Treiber künftiger Geschäftsmodelle erkennen

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen muss es langfristig über Einzelmaßnahmen hinaus gehen. Wir bieten deswegen an bei der Entwicklung von Nachhaltigkeits-Strategien zu unterstützen und gemeinsam Nachhaltigkeits-Maßnahmen für Ihr Unternehmen zu entwickeln. Für eine fundiertere Vorbereitung unterstützen wir mit Analysen wie Sustainability-SWOT oder Wesentlichkeitsanalysen.

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

0178-1746903 | t.kiel@plant-values.de

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Nachhaltigkeit im Büro – 26 Tipps von einfach bis umfassend

Nachhaltigkeit im Büro wird ein immer größeres Thema. Schließlich arbeiten immer mehr Menschen in Dienstleistungsberufen in Büros. Für Dienstleistungsunternehmen, die nachhaltiger werden wollen, ist das eigene Büro oft der naheliegendste Punkt. Und bereits hier gibt es viel zu tun.

Wir wollen einfache Tipps geben, wie Nachhaltigkeit im Büro umgesetzt werden kann. Von Snacks über Mobiliar bis zur Technik.

Solche einfachen Maßnahmen können der richtige Anstoß sein sich mehr mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Darauf aufbauend können dann auch die eigenen Produkte und Dienstleistungen, das Geschäftsmodell und die Strategie bzgl. Nachhaltigkeit hinterfragt werden. Im Bestfall entwickelt sich daraus genug Motivation eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, um systematisch am Ball für Nachhaltigkeit zu bleiben.

Nun aber viel Spaß bei den Tipps zu Nachhaltigkeit im Büro und beim nachhaltig inspirieren lassen!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

1. Räume teilen

Raum ist heute ein enormer Ressourcenfaktor. So lohnt sich eine geteilte Nutzung sowohl für die Umwelt als auch für den eigenen Austausch und das Netzwerk. Hierfür sollte man darüber nachzudenken, ob eine Bürogemeinschaft oder ein Coworking-Space (wie die Impact Hubs) in Frage kommen. Alternativ kann die eigene freie Fläche dauerhaft oder zeitweise (z.B. über spacebase) vermietet werden.

2. Gesunde Snacks im Office

Warum nicht für alle Mitarbeitenden Obst, Gemüse oder frische Kräuter für Tee bereit stellen? Der Zusatzaufwand ist wirklich nicht groß, das Wohlfühllevel steigt aber enorm und der Gesundheit helfen kleine Vitaminspender auch. Ganz einfach als Abo z.B. bei fruiton 

3. Wasser-Karaffen oder individualisierte Flaschen für Mitarbeitende

Plastik-Wasserflaschen ins Büro schleppen (lassen)? Die Verpackung und die gefahrenen Kilometer durch Deutschland können ganz einfach eingespart werden. Immer mehr Deutsche trinken auch gern Leitungswasser. Wer mag, kann einen Wasserfilter und sogar einen Sprudler einbauen lassen. Und zum Anreiz werden eben Karaffen oder sogar individuelle Wasserflaschen gestellt, wie z.B. die von soulbottle mit eigenen Firmenlogo.

4. Pflanzen im Büro

Pflanzen am Arbeitsplatz verbessern nicht nur das Raumklima, sondern auch die Konzentration und Produktivität der Mitarbeitenden. So zeigt es die Studie von norwegischen Forschern.

5. Kaffeesatz weiter nutzen

Kaffee ist in vielen Büros fast schon Grundnahrungsmittel. Dabei fallen enorme Mengen Kaffeesatz an, die eigentlich noch effektiver genutzt werden können, als im Biomüll zu landen. Kaffeesatz ist toller Dünger für Pflanzen, wirkt geruchsneutralisierend und man kann auf ihm Speisepilze für den nächsten Büro-Kochabend züchten.

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6. Grünflächen essbar und bienenfreundlich gestalten

Wer Grünflächen auf dem eigenen Gelände hat, für den bietet es sich an die im Sinne der Mitarbeitenden und der Umwelt zu nutzen. So können zur freien Verfügung pflegeleichte Gemüsesorten ausgebracht, Obstbäume gepflanzt oder bienenfreundliche Blumenwiesen gesäht werden. Eine Bank im Grünen für die Pause der Mitarbeitenden steigert außerdem enorm deren Energielevel!

7. Umweltfreundliche Reinigungsmittel

Mittlerweile gibt es für jedes Putzmittel deutlich ökologischere Varianten, die meist auch nicht viel teurer sind. Einerseits lassen sich mit Zitronensäure und Natron bestens hartnäckige Flecken und Schmutz beseitigen. Greift man lieber doch zum Produkt, ist die Marke Frosch seit Jahrzehnten Pionier und bietet ein breites Portfolio an.

8. Klassiker zu Nachhaltigkeit im Büro: Mülltrennung

Das Thema ist so alt wie der moderne Umweltschutz an sich. Stellen Sie im Unternehmen Mülleimer zur Verfügung, die zu ihren kommunalen Mülltonnen passen, hängen Sie Erklärungen auf, was in welchen Eimer gehört und sprechen Sie darüber.

9. Papier sparen – in Bad und Büro

Denkt drüber nach – muss jede Mail gedruckt werden? Können wichtige Dokumente sogar besser in digitalen Ordnern strukturiert und archiviert werden? Muss das Angebot an den/die Kund*in im Briefformat rausgehen oder reicht eine Mail? Benötigt es wirklich Print-Werbung? Sollten Dokumente wirklich gedruckt werden müssen, so am besten auf Recyclingpapier (Besonders gut machen sich hier die Label Blauer Engel oder FSC.) und natürliche Farben anstatt auf Druckerfarben auf Erdölbasis zurückgreifen. Und schon mal was von Gras- oder Samenpapier gehört? Als regionale Alternative zu Papier aus Holzfasern (z.B. von Matabooks) riecht es nicht nur gut – es fühlt sich auch gut an und erzeugt einen Marketing-WOW-Effekt!

Gleiches gilt für das Badezimmer bzw. Toilettenräume: Eine Studie des Umweltbundesamtes belegt, dass Kaltluft-Händetrockner (wie die immer verbreiteteren Geräte von Dyson) deutlich umweltfreundlicher sind als Papierhandtücher. Die älteren Heißlufttrockner schneiden sogar deutlich schlechter ab. Alternativ bieten sich Stoffhandtuchspender an. Stoffhandtücher lassen sich einfach waschen. Sie sind nicht nur umweltfreudnlich, sondern auch kostengünstig, komfortabel und hygienisch. (z.B. von MEWA) Wer aus diversen Gründen dennoch Papierhandtücher einsetzen möchte, sollte auf Recycling-Papierhandtücher setzen.

10. Gemeinsam bio-regional kochen

Gemeinsam im Unternehmen zu kochen stärkt das Teamgefühl. Wenn man dann noch aus regionalen und Bio-Lebensmitteln kocht, hat man im Sinne der Nachhaltigkeit bereits einiges getan. Das stößt auch den Austausch über das Thema an und sensibilisiert alle auch zu Hause darüber nachzudenken. Tipp: Als Firmenkunde lohnt es sich dann oft Mitglied in einer Verbrauchergenossenschaft oder gar Solidarischer Landwirtschaft zu werden. Beispiel ist die Dresdner Verbrauchergemeinschaft.

11. Voreinstellungen bei Geräten umweltfreundlich anpassen

Einer der häufigsten Tricks: Die Standardeinstellung bei Druckern auf beidseitigen Druck stellen und automatisch wird Papier gespart.

12. Nachhaltigkeit der Büro-Möblierung: Richtig auswählen und spenden

Wenn die Einrichtung erneuert werden soll oder das ganze Büro umzieht, fallen oft dutzende Möbelstücke an. Die sind meist aber zu gut für die Müllpresse. Besser ist es sie zu spenden, damit Ressourcen zu schonen und anderen gute und günstige Möbel zu ermöglichen. Möbelspenden sind ganz einfach zu finden, in Berlin z.B. übernimmt das die BSR.

Generell kann man für die Möblierung einfache, natürliche Varianten wie Palettenmöbel oder Pappmöbel einsetzen. In der Regel sind diese langlebig und recyclebar.

13. Second Hand einkaufen

Auch bei der Neueinrichtung mit Möbeln kann man Geld und Ressourcen sparen. In vielen Städten gibt es Anbieter für gebrauchte Büroeinrichtung, auch Küchenutensilien und Interior für Bad und Toilette. In Berlin macht das z.B. seit bereits 30 Jahren „Das zweite Büro“.

14. Helle Einrichtung wählen, um Licht zu sparen

Werden Möbel und andere Einrichtung in hellen Farben gewählt, kann die Wirkung des natürlichen Lichts maximiert und damit die Nutzung von Lampen teils deutlich verringert werden.

15. Naturbelassene Farben und Lacke nutzen

Bei der Auswahl von Einrichtung kann insb. bei Neukauf darauf geachtet werden, dass naturbelassene Stoffe wie Lacke, Farben, aber auch Polster gewählt werden. Das schont die Umwelt und schlägt sich tendenziell auch in der Vitalität der Mitarbeitenden nieder, die keine chemischen Stoffe einatmen müssen. Memo hat langjährige Erfahrung mit nachhaltigen Büros und bietet Reparaturservices an.

16. Licht mieten statt kaufen

Bereits seit einigen Jahren verfügbar aber noch recht wenig bekannt: Immer mehr Unternehmen bieten an Licht zu mieten statt es zu kaufen. Dabei wird ein Beleuchtungskonzept für die zu beleuchtende Firmenfläche erstellt und die Leuchtkörper optimal eingesetzt. Als Kunde zahlt man nur für das Licht, nicht für die Lampen. Tatsächlich meist eine Win-Win-Win-Situation für Unternehmen, Anbieter und Umwelt.

17. Green Design Inspiration bei inhabitat

Wer weitere Inspiration zu Grünem Design, Einrichtung oder auch anderen Bereichen sucht, der wird sicher bei inhabitat fündig.

Nachhaltigkeit im Büro durch richtige Technik

18. Intelligentes Energie Management am PC

Beim Herunterfahren des PC wird die Stromversorgung angeschlossener USB-Geräte nicht automatisch ausgeschaltet. Wer Monitor oder andere Geräte angeschlossen lässt, hat somit einen dauerhaften Energiefresser. Funktion einfach ausschalten und Energie sparen. Erklärung hier→.

19. Green Ethernet Switches

Moderne energiesparende Switches versetzen den Transceiver in einen energiesparenden Schlafmodus, wenn keine Netzwerkaktivität vorliegt. Lohnt sich für kleine und mittlere Unternehmen in deren Unternehmensnetzwerken. Ausführlichere Erklärungen hier→.

20. PC Ruhezustand statt Standby-Modus

Leider oft nicht voreingestellt, aber im Bürobetrieb ein guter Hebel Energie zu sparen. Der Windows Ruhezustand verbraucht weniger Energie als der Standby-Modus und für die meisten macht die Performance der beiden keinen Unterschied. Wie es geht, wird hier→ erklärt.

21. Keine Fax-Geräte mehr kaufen

Es gibt heute komfortable digitale Alternativen zum Fax, die bedeuten, dass kein Strom für das Faxgerät oder die Ressourcen zur Herstellung benötigt werden. Mit einem Scanner (oder einer Scanner-App) und einem eFax-Zugang ist der Prozess nach Eingewöhnung sogar schneller. Chip stellt Anbieter vor.

22. Keine Emails ausdrucken

Eigentlich allen klar, aber wir wollen es noch einmal betonen. Mit jeder gedruckten Mail werden Ressourcen verbraucht, die wohl deutlich den Nutzen übersteigen. Mit ein wenig Eingewöhnung kann man alle notwendigen Dokumente am PC lesen, kommentieren und oft sogar kollaborativer bearbeiten.

23. Streaming vermeiden

In vielen Büros läuft den Tag über Musik für die passende Arbeitsstimmung. Wird dabei ein Online-Anbieter genutzt, werden die Lieder oft per Streaming abgespielt. Damit werden dauerhaft Daten abgerufen und die Server müssen rechnen. Der Energieverbrauch dabei ist enorm. Bei vielen Anbietern kann man die Lieblingsplaylists auch lokal herunterladen und das dauernde Streaming entfällt.

24. Energiesparende Geräte kaufen

Wenn der Auftrag im Einkauf verankert wird, beim Kauf neuer Geräte auf energiesparende Modelle zu achten, können enorme Ressourcen eingespart werden.

25. Büroausstattung bei umweltfreundlichen Anbietern kaufen

In Büros finden sich nicht nur Geräte, sondern auch andere Haushaltsgegenstände: Thermosbecher, Flaschen, Besteck, Handtücher und viele mehr. Wenn solche Dinge neu gekauft werden müssen, findet sich eine breite Auswahl umweltfreundlicher Anbieter mit überzeugenden neuen Produkten. Unsere Empfehlung: Der Laguna plastikfreie Onlineshop.

26. Elektrogeräte reparieren statt neu kaufen

Die Diskussionen um den Ressourcenverbrauch von Elektrogeräten nehmen zu: gesellschaftliche und Umweltfolgen von seltenen Erden und auch die Produktion selbst sind kritisch zu betrachten. Statt Geräte neu zu kaufen, wenn die langsamer werden oder kleinere Fehler haben, können sie günstiger und mit hohem Anspruch repariert werden. Mit www.kaputt.de hat sich die erste Plattform gebildet, die speziell auf Firmenkunden abgestimmte Dienstleistungen anbietet.

Dies waren unsere Tipps für Nachhaltigkeit im Büro. Weiter geht es mit unseren anderen Kategorien.

Bei technischer Ausstattung und dem grünen Büro nicht Halt machen: Nachhaltigkeit als Ganzes denken und CSR strategisch betrachten

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen bieten wir Begleitung an. Wir entwickeln mit Unternehmen Nachhaltigkeitsstrategien und gezielte Nachhaltigkeits-Maßnahmen. Für eine fundierte Basis setzen wir auch Analysen um. So zum Beispiel eine Sustainability-SWOT oder eine Wesentlichkeitsanalyse. Das spricht Sie an? Dann sprechen Sie uns an, z.B. einfach per Mail! 

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Nachhaltigkeits-Wissen und -Methoden

11 Tipps für Green Marketing und Guerilla Marketing

Nachhaltigkeit findet sich in allen Unternehmensbereichen. So auch als Green Marketing oder nachhaltiges Marketing. Von schnell umsetzbaren Tricks bis zu ausgefallenen grünen Kampagnen ist alles dabei.

Wir haben 11 Ideen gesammelt, die nachhaltigen Unternehmen helfen können, ihre Bemühungen noch präsenter zu machen. Wir wollen gern weiter sammeln und sind über jeden weiteren Tipp dankbar.

Viel Spaß beim Lesen und nachhaltig inspirieren lassen!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

Ideen für Green Marketing und Guerilla Marketing

1. Green Graffiti

Aus Moos, Gras und anderem Grün lassen sich eindrucksvolle „Graffitis“ an Fassaden und auf Plakatwänden gestalten. Hier werden Green Marketing und Guerilla Marketing billant verbunden. Gleichzeitig werden Chemikalien für Farben und Co. gespart. Tolle Beispiele sind hier→ gesammelt.

Und hier ein Video zum selber machen:

2. Email statt Brief

Wenn schon massenweise Informationen z.B. an Kund*innen oder Geschäftspartner*innen versandt werden müssen, dann muss das definitiv nicht mehr per Brief geschehen. Mails funktionieren einfacher, schneller und günstiger. Der Inhalt wird in beiden Fällen ohnehin meist nur einmal gelesen. Wenn es besondere Mailings sein sollen, gibt es tolle Beispiele für ansprechend gestaltete Mails.

Konkret emittiert eine Email durchschnittlich 1-10 Gramm CO2, während ein Brief 20 Gramm CO2 ausstößt. Leider werden auch deutlich mehr Emails geschrieben. Um diesen Rebound-Effekt zu vermeiden, dürfen wir uns alle darin üben unsere Email-Kommunikation effizient zu halten. (Die Zahlen zum Nachlesen)

3. Kataloge vermeiden und Dateien nutzen

Stammkund*innen und Fans mit den neuesten Produkten und dem ganzen Portfolio zu erreichen, ist wichtig wie eh und je. Aber oftmals muss es nicht der gedruckte 100-Seiten-Katalog sein. Gut gestaltete pdf-Kataloge machen viel her und lassen sich zudem nach den wichtigen Informationen einfach durchsuchen, während physische Kataloge schnell durch langes blättern nerven.

4. Papierfreie Eventorganisation

Broschüren, Handouts, Ablaufprogramme – vor dem Event, während des Events und oft noch danach. Auch hier können Unternehmen Vorbild für nachhaltige Eventgestaltung sein und Papier und Drucke sparen. Mit Apps wie lineupr lassen sich alle notwendigen Event-Informationen digital abbilden, sind meist übersichtlicher und bieten noch weitere Funktionen wie die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden. Sogar als Veranstalter*in hat eine digitale Event-Organisation Vorteile. Die Dokumentation und Nachbetreuung funktioniert meist gesammelt aus einer Anwendung.

Methoden und Best Practice zu Nachhaltigkeit ins Postfach

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5. Green Marketing durch Space-Branding: Pflanzen und grüne Logos

Das Image vieler Unternehmen bestimmt sich auch durch deren Büros und Arbeitsräume. Wer die eigene grüne Ader zeigen will, findet immer mehr Möglichkeiten die eigenen Räume statt mit überteuerten Möbeln mit Pflanzen und grünen Wandgemälden zu gestalten. Viele Firmen machen es vor und berichten auch davon, dass die Zufriedenheit der Mitarbeitenden in den Büros deutlich steigt. Dieser Anbieter hat ansehnliche Beispiele.

Außerdem belegen diverse Studien die positiven Auswirkungen von Pflanzen im Büro auf die Luftqualität und das Gemüt derjenigen, die in dem Büro arbeiten.

6. Cleanvertising

Das Cleanvertising ist ein weiteres tolles Beispiel wie Green Marketing und Guerilla Marketing Hand in Hand gehen. Es nutzt die natürliche Umgebung, um Botschaften und Inhalte zu vermitteln. Skulpturen aus Sand, in Logo-Form geschnittene Hecken, in Form aufgestapelte Steine vom letzten Bau. Die Kreativität ist endlos und es werden keine oder kaum zusätzlichen Ressourcen gebraucht. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Designer*innen lassen sich auffällige und umweltschonende Marketingräume schaffen.

Pflanztöpfe für Bigelow Tea von Jason Lazar (www.jasonislazar.com)

7. Nützliches Ökologisches Merchandise

Viele Unternehmen wollen hin und wieder Werbegeschenke zu bestimmten Situationen vergeben. Kugelschreiber, Anhänger und Co. werden kaum genutzt oder weggeschmissen. Stattdessen lässt sich fragen, was die Zielgruppe wirklich gebrauchen kann: Notizbücher aus Graspapier, Pflegeprodukte aus Naturrohstoffen, faire Tees, Bio-Gewürze oder andere, ganz der Zielgruppe angepasste Konsumprodukte.

Überraschen Sie Ihre Kund*innen mit etwas wirklich praktischem und zeigen Sie, dass Ihnen Umwelt wichtig ist.

8. Umweltfreundliche Giveaways

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, schenkt den Kund*innen oder Geschäftspartner*innen gleich Produkte, die aktiv der Umwelt helfen. Das reicht von Baumpatenschaften über Sämliche für die neue Büropflanze bis zur Draußen-Begrünung. Besonders begeistert sind wir immer von Samenbomben, wie die von Seedbomb City.

9. Reverse Graffiti

Reverse Graffitis sind de facto die Umkehrung des Graffiti. Sie sind eine weiteres hervorragendes Beispiel für die Fusion von Green Marketing und Guerilla Marketing. Entweder wird mit einem Wasserstrahl eine dreckige Oberfläche partiell gereinigt oder es wird eine Oberfläche mit (umweltfreundlichem) Wachs behandelt, sodass die Botschaft nur nach Regen sichtbar wird. Absolut kreativ und zugleich viel ressourcensparender als gesprühte Graffitis.

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

10. Beim Druck auf umweltbewusste Anbieter setzen

Drucken ist nicht gleich Drucken. Immer mehr Anbieter haben sich darauf spezialisiert umweltfreundliche Prozesse aufzubauen. Sie setzen energiesparende Geräte ein, nutzen ressourcenschonende Papiere und passen die Farbschemata darauf an. Eine Online-Suche nach „umweltfreundliche Druckereien“ liefert viele spannende Ergebnisse. Viele der heutigen Anbieter für Grünes Drucken können Zertifikate für den Einsatz ökologischer Materialien nachweisen oder sogar darüber, dass sie klimaneutral drucken können.

11. Graspapier für besondere Drucke nutzen

Wer besondere Drucke hat, einen echten Aha-Effekt erzeugen möchte und gleichzeitig die Umwelt schonen, sollte sich einmal mit Graspapier beschäftigen. Die besondere Optik macht einen bleibenden Eindruck und spiegelt das eigene Umweltengagement gut wieder. Unser Partner Matabooks z.B. nimmt verschiedenste Anfragen an und druckt auch unsere plant values Visitenkarten auf Graspapier.

Übers Marketing hinaus: Nachhaltigkeit strategisch denken und als Ganzes betrachten

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen darf es über Green Marketing hinaus gehen. Daher bieten wir an bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen oder auch gemeinsam passende Maßnahmen zu erarbeiten. Andersherum kann Green Marketing genauso immer eine Rolle spielen bei der effektiven Kommunikation von umgesetzten Nachhaltigkeits-Maßnahmen.

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de

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Beyond CSR – Essay zu Verantwortung in Unternehmen

Ein Vortrag beim SAP Open House zu den SDGs

Was dieses süßen Kätzchen mit Verantwortung von Unternehmen zu tun hat?

Neben dem Fakt, dass Cat Content Aufmerksamkeit zieht, symbolisiert dieses Bild etwas ganz anderes. Darauf kommen wir gleich zurück.

„Warum responsible aus gesellschaftlicher Sicht nicht mehr ausreicht und wie es für Unternehmen lohnt darüber hinaus zu denken“

Wir wollen in diesem Essay, der aus einem Vortrag entstanden ist darauf eingehen, was sich an unserem Umgang mit Verantwortung ändern darf und welche Möglichkeiten Unternehmen haben damit umzugehen.

Zurück zu dem Kätzchen

Jedes Mal, wenn wir auf facebook, instagram oder anderen sozialen Medien ein süßes Katzenbild anschauen, hat das irgendjemand hochgeladen. Aber in diesem Prozess passiert ein wichtiger Schritt, von dem wir gar nichts mitbekommen.

Alle Bilder werden nach sexuellen oder gewalttätigen Inhalten gefiltert. (Link)

Darin werden zwar Algorithmen immer besser, zum Großteil machen das aber noch Menschen. Ganz praktisch heißt das, dass z.B. auf den Philippinen hunerte Menschen den ganzen Tag vor Bildschirmen sitzen, wahrscheinlich auch Kinder, und pro Bild oder Video ca. eine Sekunde Zeit haben zu entscheiden, ob es gewalttätig oder sexuell ist. Das heißt auch, dass diese Menschen die geballte Ladung sexuellen und gewalttätigen Inhalts abbekommen. Jeden Tag, stündlich, minütlich, vielleicht öfter. Wir können uns vorstellen, was es mit Menschen macht täglich Hinrichtungen und harte Pornografie zu sehen.

Aber WIR sehen das nicht. Wir sehen ein süßes Katzenbildchen.

Das größere Bild

Das ist nur eines von tausenden Beispielen, in denen unser Konsum Auswirkungen hat, von denen wir vielfach nicht einmal wissen. Das heißt, verantwortungsvoller Konsum nach unseren Wertvorstellungen wird uns verdammt schwer gemacht.

Ein Gedankenexperiment zu Verantwortung in Unternehmen

Stellen wir uns vor facebook sorgt dafür, dass diese Content Moderator*innen durch ihr Handeln NICHT MEHR LEIDEN müssen. Das heißt, sie würden (immerhin in dem Punkt) keinen Schaden mehr anrichten. Und nehmen wir weiter an, facebook würde überhaupt keinen ökologischen oder gesellschaftlichen Schaden mehr anrichten.

Wären sie deswegen toll? Wären sie dann ein Vorzeigeunternehmen?

Wahrscheinlich würde man das tatsächlich so darstellen und facebook würde sich als Held rühmen.

Ich möchte, dass wir fragen, ob das gerechtfertigt wäre.

Stellen wir uns vor facebook wäre ein Mensch. Wäre diese Person ein Held oder eine Heldin, weil sie Gesetzte einhält, niemanden versklavt, niemanden seiner Menschenwürde beraubt?…

Ich glaube nein.

Man ist kein Held, wenn man keinen Schaden anrichtet. Man ist ein Held, wenn man sich Problemen stellt, etwas Relevantes verbessert, proaktiv für etwas einsteht und vllt. ein Risiko dafür eingeht.

Ein weitläufiges Verständnis von Verantwortung in CSR

Unser Bild von heroischen Unternehmen ist verkorkst. Helden sollten für die Gesellschaft, für die Menschheit, für die Erde einstehen. Sich an Gesetzte und ein gesellschaftliches Wertesystem zu halten ist Mindestanforderung und nicht einen Orden wert.

Das ist aber, was wir aktuell meist mit Verantwortung meinen.

Die gängige Auslegung von Verantwortung in Unternehmen und der Wirtschaft, z.B. im Begriff CSR ist keinen Schaden anzurichten. Auf dieses gängige Verständnis referenziert auch der Titel des Beitrags.

Man kann Verantwortung auch weiter gefasst auslegen. Das tun verschiedene philosophische Schulen. In der Praxis passiert das aber zu wenig. Lasst uns anschauen, wie dieses weitere Verständnis aussehen kann und warum wir das für notwendig halten.

Aktive Regeneration. Schadenvermeidung reicht nicht mehr aus.

Schauen wir uns den Zustand unseres Planeten aus ökologischer Sicht an.

Das Modell der Planetary Boundaries zeigt die wichtigsten Ressourcenkreisläufe und Systeme der Erde.

Stockholm Resilience Center

Im inneren Ring zeigt es an, bis wohin das jeweilige System genutzt werden kann, sodass es sich stetig regenerieren kann und wir als Menschheit in einem „sicheren Handlungsraum“ operieren.

Einige wenige Systeme sind noch im inneren, also im sozusagen sicheren Bereich.

Bei anderen sehen wir, dass sie außerhalb sind. Das heißt, wir haben Schäden angerichtet, die die Systeme so sehr verändern, dass die Wahrscheinlichkeit Kipp-Punkte zu erreichen enorm steigt. Diese Kipp-Punkte können extreme Änderung dieser Systeme und damit unserer Welt zur Folge haben und uns das Leben auf dem Planeten richtig schwer machen.

Wenn wir uns das anschauen, sehen wir, dass wir aktiv handeln müssen, um in den Bereich zurück zu kommen, der uns ein sicheres Leben ermöglicht.

„Das bedeutet, es reicht es einfach nicht mehr keinen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, wir müssen aktiv Schäden ausbessern und Ressourcen regenerieren“

Verantwortungsvoll heißt mittlerweile nicht nur nichts wegzunehmen, sondern etwas zurückzugeben.

Und mit den Planetaren Grenzen haben wir auch nur die ökologischen Dimensionen unseres Handelns betrachtet, nicht die sozialen.

Der Zeitgeist spielt zugunsten größerer Verantwortung in Unternehmen

Die Menschheit begreift diese Tatsachen immer mehr. Wir beginnen die Folgen unseres Handelns zu verstehen.

Deswegen demonstrieren Menschen, deswegen werden Gesetze zu Umweltschutz erlassen, deswegen zeigen nachhaltige Unternehmen immer bessere Performance.

„Und genau das ist die Chance derer sich Unternehmen klar werden sollten.“

Wenn sie nur keinen Schaden mehr anrichten wollen, weil sie sonst von NGOs und Kunden gestraft werden, laufen sie der Entwicklung hinterher.

Echte Innovationen zugunsten Nachhaltigkeit

Was Steve Jobs mit dem iPhone getan hat, ist Bedürfnisse zu erkennen und Lösungen zu bieten, die die Kunden wollten aber noch nicht kannten. Er hat nicht auf den Wunsch der Menschen gehört (größere Musik-Player und bessere Telefone), sondern hat das Bedürfnis durch seine Expertise auf ganz neuem Weg gelöst.

„Genau dieses Innovationsverständnis brauchen wir heute für eine nachhaltige Entwicklung.“

Unternehmen haben GENAU JETZT die Chance das zu tun. Die gesellschaftlichen Bedürfnisse nach dem Lösen globaler Probleme zu erkennen und darauf einzugehen.

Es geht um neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die ökologische und soziale Probleme lösen. Und Menschen sind offensichtlich immer mehr bereit dafür Geld auszugeben. Das sehen wir, wenn wir die die Absatzmenge von Bio (Link) und Fairtrade (Link) anschauen oder die Umsatzzahlen von nachhaltig agierenden Unternehmen.

Blue Ocean Strategie: Verantwortung in Unternehmen erfolgbringend nutzen

Der Gedanke ist folgender: Biete deinen Kunden ein Produkt, bei dessen Konsum oder Nutzung sie fühlen, dass sie aktiv etwas Gutes tun. So machen Unternehmen ihre Kunden zu Verbündeten im Kampf für die gleiche Sache. Und für die meisten heißt es automatisch, sich einen komplett eigenen Markt schaffen zu können.

Als Hilfsmittel haben wir einen Ansatz entworfen, den wir Shared Vision nennen.

Shared Vision in Kürze

Im Grunde geht es um die große Chance eine Vision zu schaffen, die das Unternehmen, möglichst viele Mitarbeiter*innen und Kund*innen vereint.

Die Vision kommt aus den Unternehmensressourcen selbst:

  • Welche globalen Probleme gehen meinen Mitarbeitenden nahe?
  • Wofür engagieren sie sich vielleicht schon?
  • Was ist meinen Kunden und Kundinnen wichtig?
  • Und welche Technologien oder Netzwerke oder Kompetenzen habe ich als Unternehmen?

Diese Vision gibt Mitarbeitenden Orientierung und schafft den gemeinsamen Strang, an dem man ziehen will. So wird ein Nachhaltigkeitsverständnis zudem deutlich besser und greifbarer in den Arbeitsalltag integriert und die Mitarbeitenden müssen nicht immer daran denken, was sie laut Leitlinie XY nicht dürfen.

Diese Vision gibt der Unternehmensführung Orientierung. In so dynamischen Umfeldern wie den heutigen Märkten sind die meisten Strategien in Kürze wieder obsolet und können viele neue Situationen nicht prospektiv abdecken.

Und diese Vision bindet meine Kund*innen ganz anders. Sie kaufen letztendlich nicht nur die Produkte, die in heutiger Zeit so austauschbar sind. Sie kaufen die Vision, das Wissen und gute Gefühl etwas für unseren Planeten, die Zukunft unserer Kinder oder andere Menschen zu tun.

Adidas X Parley einfaches Beispiel, das Verantwortung im Unternehmen für sich nutzt

Disclaimer
Wir wollen nicht darstellen, dass Adidas in allen Belangen ein Vorbild-Unternehmen sei. Das eine vorgestellte Produkt verdeutlicht lediglich den Ansatz von Shared Vision gut.

Adidas hat wahrgenommen, dass große Mengen Plastik im Meer schwimmen und vor allem, dass erhebliche Teile der Gesellschaft, inkl. Mitarbeitenden und Kund*innen verärgert sind und Lösungen dafür wollen.

Adidas hat die eigenen Ressourcen erkannt und nutzt das Know-How Plastik verarbeiten zu können. Die meisten Adidas Schuhe sind schließlich daraus gefertigt.

Kurz umrissen, haben sie sich mit der NGO Parley Schiffe gechartert, sind aufs Meer gefahren und haben einen Teil des Mülls abgefischt, um daraus Schuhe zu fertigen.

Die Resonanz der Kund*innen war überwältigend. Durch den Kauf der Schuhe tragen sie einen kleinen Teil zur Lösung des Problems bei.

Es war dahingehend ein Erfolg für Adidas, die Umwelt und die Kund*innen.

Mutige Innovationen für Nachhaltigkeit sind jetzt die größte Chance

Wir glauben genau jetzt sei der richtige Zeitpunkt für Unternehmen Verantwortung weiter zu fassen, als bisher.

Wir glauben genau jetzt haben Unternehmen die Chance etwas positives in dieser Welt zu schaffen, sich eine Shared Vision zu geben und damit vor allem erfolgreich zu sein. Sowohl am Markt als auch als Menschen.

Die Zeit ist reif. Jetzt bedarf es nur Mut sich neuen Wegen zu stellen, die eigenen Nachhaltigkeits-Potenziale zu finden und in innovative Lösungen umzusetzen.

Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de