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Nachhaltigkeits-Wissen und -Methoden

Nachhaltigkeitsstrategie Beispiele in Unternehmen

Um eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, hilft es Beispiele anderer Unternehmen zu kennen. Da Nachhaltigkeitsstrategien sehr verschieden sein können, wollen wir helfen verschiedene Ausrichtungen besser zu verstehen.

Für alle, die den kompletten Überblick wollen, haben wir dafür an anderer Stelle einen umfassenden Leitfaden zur Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie zusammengestellt.

Es ist oft mühevoll sich durch die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen zu wühlen. Ebenso die Websites geben oft keinen umfassenden Einblick. Schließlich sollen beide die Nachhaltigkeitsleistung kommunizieren. Also haben wir und die Arbeit gemacht und für 4 Unternehmen die Nachhaltigkeitsstrategien strukturiert zusammengesucht.

Wir haben also für 4 verschiedene Nachhaltigkeitsstrategien als Beispiele in Unternehmen ausgewählt und erklären die Strategien systematisch. Jede Nachhaltigkeitsstrategie wird danach analysiert, welche Handlungsfelder gesetzt werden, welche Ziele erreicht werden sollen, wie die Verankerung im Unternehmen geschieht und weitere Aspekte. Kurzum sollen diese Beispiele von Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen ein Verständnis schaffen und Inspiration für die eigene Nachhaltigkeitsstrategie sein.

Die 4 Nachhaltigkeitsstrategie Beispiele Unternehmen:

  1. GROHE ↓ – Nachhaltigkeit plausibel am Kernthema Wasser und in Produkten verankert
  2. Kärcher ↓ – Strukturierte Nachhaltigkeitsstrategie und intensive Stakeholder-Einbindung
  3. VAUDE ↓ – Gemeinwohlorientierte Nachhaltigkeitsstrategie, ganzheitlich verankert
  4. Microsoft ↓ – Nachhaltigkeitsstrategie mit Fokus Klimaschutz
  5. Fazit ↓ – Was diese Beispiele von Nachhaltigkeitsstrategien uns zeigen

Und auf geht es mit den Nachhaltigkeitsstrategie Beispielen in Unternehmen.

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Quelle: Grohe Pressemitteilung

Nachhaltigkeitsstrategie von GROHE und LIXIL

GROHE ist ein Hersteller von Sanitärprodukten und Armaturen. Seit 2014 gehört GROHE zur LIXIL Gruppe. Es beschäftigt rund 6000 Mitarbeitende und hatte 2018 dabei einen Jahresumsatz von 1,23 Milliarden Euro.

Die Nachhaltigkeitsstrategie

Die Strategie greift plausibel das Kernthema des Unternehmens auf: Wasser.

GROHE will Nachhaltigkeit umfassend in den Bereichen Mitarbeiter*innen, Lieferant*innen, Fabriken, Prozesse, Produkte und Beitrag zur Gesellschaft umsetzen.

Neben eigenen Einsparungen kann GROHE entsprechend wesentlich auf die Ressourcennutzung der Kund*innen einwirken. Aus diesem Grund liegt besonderes Augenmerk auf der Entwicklung wassersparender Technologien.

Kernbotschaften der Strategie

Die Strategie knüpft an die Mission von GROHE an, „die Zukunft des Wassers zu gestalten“.

Handlungsfelder

GROHE hat drei Handlungsfelder für Nachhaltigkeit festgelegt. Sie nennen diese schließlich „strategische Säulen der Unternehmensverantwortung“:

  1. Globale Sanitärversorgung & Hygiene
  2. Wasser sparen & nachhaltiger Umweltschutz
  3. Vielfalt & Integration

Diese Handlungsfelder sollen dafür in den Bereichen Lieferant*innen, Produkte, Prozesse, Kund*innenen, Mitarbeiter*innen und gesellschaftliche Verantwortung umgesetzt werden.

Ziele

Unter anderem wurden sich folgende Ziele gegeben, die bis 2021 (im Vergleich zu 2014) erreicht werden sollen. (Neue Ziele sollen 2022 veröffentlicht werden).

  • Bis 2050 sollen Netto-Null-Emissionen erreicht werden
  • Wasserentnahme: Senkung um 20 %
  • Abfall: stufenweise Steigerung der weltweiten Abfall-Recyclingquote auf 99 %
  • Energieverbrauch: Verbesserung der Energieeffizienz um 20 %
  • Direkte THG-Emissionen: Senkung der Treibhausgasemissionen um 20 %
  • Unfallbedingte Ausfalltage: Reduktion um 60 %

Initiativen der Nachhaltigkeitsstrategie

Eine Auswahl der Initiativen, die bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele helfen sollen:

  • Grohe goes zero: Klimaneutralität erreichen
  • Less plastic initiative: Umstellung auf plastikfreie Verpackung der Produkte
  • Universal design Konzept: Entwicklung von Produkten für alle Alter und auch für Krisensituationen
  • Sato: Toilettenlösung für Entwicklungsländer

Verankerung von Nachhaltigkeit

Durch folgende Maßnahmen oder Zuteilung von Verantwortlichkeit wird Nachhaltigkeit verankert:

  1. Verantwortlich für die Nachhaltigkeitsstrategie ist der Vorstandsvorsitzende.
  2. Das Sustainability Council berät den Vorstand.
  3. Ein Nachhaltigkeitsbericht nach dem Standard DNK informiert zudem öffentlich über Fortschritte und Nachhaltigkeitsindikatoren.
  4. Seit dem Jahr 2000 in der „SustainAbility Policy“ verankert.

Spezielle Maßnahmen

Eine Auswahl spezieller Maßnahmen und Entwicklungen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Nutzung von Ökostrom in allen Fertigungen und Kompensation der verbleibenden Emissionen durch ausgewählte Projekte.
  • 3D-Metalldruck zur Materialeinsparung bei Produkten.
  • Grohe Blue: Wasserfilter und -sprudler als Alternative für Mineralwasserflaschen.
  • Ecojoy: Der Wasserhahn halbiert Wasserverbrauch ohne Minderung des Nutzens.
  • Silkmove ES Wasserhahn: Der Wasserhahn spendet Kaltwasser in der normalen Mittelstellung und mindert dadurch den Warmwasserverbrauch.
  • Entwicklung der ersten Cradle to Cradle zertifizierten Produkte.

Zitate

Die Zukunft des Wassers nachhaltig gestalten – mit dieser Mission möchten wir aktiv zum Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Welt beitragen. Nachhaltigkeit ist für uns eine kontinuierliche Reise, die wir mutig weitermachen müssen. Nur so können wir einer nachhaltigen Wirtschaft den Weg bereiten, den globalen Herausforderungen begegnen und die Lebensqualität der Menschen verbessern.

Thomas Fuhr, CEO

Unsere Einschätzung

GROHE hat sehr gut erkannt, dass ihre Verantwortung über die Ressourceneinsparung im eigenen Unternehmen hinaus geht. Sie kommen ihrer erweiterten Verantwortung nach, indem sie auch den Ressourcenverbrauch der Kund*innen durch ihre Produkte und Technologie mindern. Dadurch haben sie Nachhaltigkeit und ihr Kerngeschäft auf effektive Weise verknüpft. Die Initiativen, Handlungsfelder und Ziele scheinen jedoch nach außen hin noch nicht ganz harmonisiert, was zu „Reibungsverlusten“ führen kann. Die Abhängigkeit vom chinesischen Mutterkonzern LIXIL ist schwer einschätzbar, mindert aber möglicherweise den freien Handlungsspielraum bezüglich Nachhaltigkeitsleistung.

Verweis

Nachhaltigkeit bei GROHE

Weiter geht es mit dem Nachhaltigkeitsstrategie Beispiel im Unternehmen Kärcher.

Quelle: Kärcher Pressemitteilung

Nachhaltigkeitsstrategie von Kärcher

Kärcher ist ein Hersteller von Reinigungsgeräten und Reinigungssystemen. Es ist zudem bis heute ein Familienunternehmen, beschäftigt rund 13.500 Mitarbeitende und hatte 2019 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.

Die Nachhaltigkeitsstrategie

Seit 2014 verfolgt Kärcher das Nachhaltigkeitsprogramm „Sustainability Excellence“. Dieses baut weiterhin auf eine umfassende Stakeholder-Befragung auf.

Das Programm umfasst dabei 14 übergeordnete Ziele, die in 6 Handlungsfelder geteilt sind. Damit soll sichergestellt werden, dass der Verantwortung für aller wichtigen Themen nachgekommen wird: Umwelt, Produkte, Lieferkette, Unternehmen, Gesellschaft, Mitarbeitende.

Kernbotschaften der Strategie

„be the difference“

Der CSR-Claim ist abgeleitet vom Marken-Claim „Kärcher. Makes a difference“. Das heißt, Kärcher möchte selbst den Unterschied machen und zum Benchmark bezüglich Nachhaltigkeit in der Branche werden.

Handlungsfelder

Kärcher hat drei Handlungsfelder für Nachhaltigkeit festgelegt. Sie übernehmen demzufolge Verantwortung für:

  1. Natur, Kultur und Gesellschaft.
  2. Produkte und Lieferkette.
  3. die Mitarbeiter.

Initiativen und Ziele

Kärcher hat die Nachhaltigkeitsziele dafür unter drei Initiativen gestellt:

Zero Emissions

  • Fokusthema ist Klimaschutz.
  • Ab 2021 sollen die Werke weltweit klimaneutral sein durch Effizienz, Ökostrom und Kompensation.
  • Ab 2021 sollen Geschäftsreisen national und international klimaneutral sein durch Reduzierung und Kompensation.

Reduce, Reuse, Recycle

  • Fokusthema ist Kreislaufwirtschaft.
  • Bis 2025 sind die Produktverpackungen auf Nachhaltigkeit optimiert.
  • Bis 2025 stammen 50% des Plastiks in Endkunden-Hochdruckreinigern aus Rezyklat.
  • Ab 2020 wird die Vermeidung und Wiederverwendung von Ozeanplastik unterstützt.
  • Bis 2025 entsteht eine Pilotproduktion ohne Plastikabfälle.
  • Bis 2025 ist Nachhaltigkeit wesentlicher Bestandteil neuer Geschäftsmodelle.

Social Hero

  • Fokusthema ist Gesellschaftliches Engagement und Lieferantenprüfung.
  • Bis 2025 ist das gesellschaftliche Engagement auf das Thema Werterhalt konzentriert.
  • Bis 2025 wird ein pro-aktives Lieferanten-Risikomanagement für Nachhaltigkeit etabliert.

Verankerung von Nachhaltigkeit

Durch folgende Maßnahmen oder Zuteilung von Verantwortlichkeit wird Nachhaltigkeit verankert:

  1. (Die Verantwortlichkeit ist nicht eindeutig einsehbar)
  2. Seit 2013 existiert ein CSR Steuerkreis.
  3. Ein Nachhaltigkeitsbericht informiert öffentlich über Fortschritte, erfüllt aber keinen Standard.

Spezielle Maßnahmen

Eine Auswahl spezieller Maßnahmen und Entwicklungen infolge der Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Cleaning on Demand: eine IT-Plattform für die Reinigungsflotte, um Effizienzen zu gewinnen.
  • Die eigenen Werken weltweit sind nach Umweltmanagementnorm und zudem teils nach Energiemanagementnorm zertifiziert.
  • Neubauten werden umweltfreundlich gestaltet.
  • Produkte der Linie eco!efficiency sind besonders ressourceneffizient.
  • In Form eines Kultursponsoring werden zumal Denkmäler kostenlos gereinigt.
  • Die bestehende Lieferanten-Audits wurden außerdem durch soziale und ökologische Aspekte ausgeweitet.
  • Mitarbeitende haben einen finanzieller Anreiz das Fahrrad zu nutzen.

Zitate

„Eine nachhaltige, am Menschen orientierte Unternehmensentwicklung steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir wollen Werte schaffen – für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und das Unternehmen. Denn wir bekennen uns klar zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung als guter Unternehmensbürger, dem sogenannten Corporate Citizen. Und diese Verantwortung nehmen wir in allen Bereichen des Unternehmens sehr ernst.“

Unsere Einschätzung

Die strategischen Ziele sind ambitioniert und geben zudem eine klare Orientierung. Weiterhin ist die intensive Einbindung vieler Stakeholder zur Erarbeitung der bestehenden und auch anstehenden Nachhaltigkeitsstrategie besonders wertvoll. Außerdem gibt die Gliederung der Ziele in drei sprechende Initiativen eine greifbare Richtung vor.

Andererseits ist das Zusammenspiel der Handlungsfelder, Fokusthemen und Zielgliederung auf den ersten Blick nicht ganz klar und überschneidungsfrei. Und auch die genannte Orientierung an den SDGs findet sich augenscheinlich jedoch nicht in der Struktur der Nachhaltigkeitsstrategie wieder.

Verweis

Nachhaltigkeit bei Kärcher

Quelle: Vaude Pressebereich

Nachhaltigkeitsstrategie von Vaude

Vaude ist ein deutsches Unternehmen, das Sportausrüstung herstellt. Das Unternehmen wird dabei heute geführt von der Tochter des Gründers, beschäftigt circa 500 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 100 Millionen Euro.

Die Nachhaltigkeitsstrategie

Seit den späten 1990er Jahren engagiert sich Vaude instensiv für Nachhaltigkeit.

Vaudes Anspruch ist es weniger eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwerfen. Stattdessen soll viel mehr Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen verankert werden. Deswegen ist Nachhaltigkeit bei Vaude Kernbestandteil der Unternehmensstrategie. Dies drückt Vaude entsprechend selbst so explizit aus.

Um ihre Entwicklung zu strukturieren, orientiert sich Vaude an der Gemeinwohlökonomie und den SDGs und ist dabei eines der wenigen größeren Unternehmen mit einer Gemeinwohlbilanz. Die Unternehmensstrategie umfasst 10 Handlungsfelder von denen schließlich 7 deutlichen Nachhaltigkeitsbezug haben.

Kernbotschaften der Strategie

„Als nachhaltigster Outdoor-Ausrüster Europas leisten wir einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt, damit Menschen von morgen die Natur mit gutem Gewissen genießen können. Wir setzen weltweit Zeichen und Standards in Sachen Nachhaltigkeit.“
Die Unternehemensvision drückt demzufolge das Engagement für Nachhaltigkeit im Kern aus. Demzufolge positioniert sich Vaude als Vorreiter bezüglich Nachhaltigkeit.

(Keine) Handlungsfelder

Vaude hat folgerichtig keine klaren Handlungsfelder für Nachhaltigkeit aufgestellt. Da sie Nachhaltigkeit in jeder Geschäftstätigkeit leben wollen, finden sich alle Nachhaltigkeitsthemen in der Unternehmensstrategie wieder. Diese ist in vier Bereiche gegliedert:

  1. Finanzen
  2. Markt und Kunden
  3. Prozesse
  4. Potenziale

Ziele

Den Bereichen der Unternehmensstrategie folgend haben 5 der 6 Unternehmensziele einen Nachhaltigkeitsbezug. Die Ziele sind hierdurch Zusammenfassungen eindeutiger und messbarer Indikatoren. Die zu erreichenden Indikatoren sind zumal ambitioniert. (Link)

  • Wir sind transparent und glaubwürdig.
  • Wir haben einzigartige, nachhaltig innovative Produkte. (Unsere Produkte sind nachhaltig inovativ).
  • Unser Unternehmen ist klimaneutral und wir machen VAUDE fit für den Klimawandel.
  • Wir realisieren hohe Umwelt Standards in der Supply Chain (Lieferkette).
  • Unsere Mitarbeiter sind zufrieden und wir sind ein attraktiver Arbeitgeber.

Initiativen der Nachhaltigkeitsstrategie

Eine Auswahl der Initiativen, die bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele helfen sollen. Dabei setzt Vaude nicht nur auf interne Initiativen, sondern stark auf die Arbeit mit NGOs, Arbeit an Standards für die Branche u.a.:

  • Das eigene Green Shape Label gibt Kund*innen Orientierung über die nachhsltigsten Produkte von Vaude.
  • Eine Kooperation mit dem WWF, bei der 1% der Einnahmen der Green Shape Produkte an Umweltschutzprojekte fließt.
  • Vaude hat sich intensiv bei der Entwicklung des staatlichen Siegels „Grüner Knopf“ engagiert.

Verankerung von Nachhaltigkeit

Durch folgende Maßnahmen oder Zuteilung von Verantwortlichkeit wird Nachhaltigkeit verankert:

  1. Nachhaltigkeit ist absoluter Teil der Unternehmensvision, -mission und -strategie.
  2. Die Geschäftsführerin steht öffentlich für das Thema ein.
  3. Das „VAUDE Ecosystem“ ist ein eigenes Nachhaltigkeits-Managementsystem, um Nachhaltigkeit dadurch in allen Geschäftsbereichen zu verankern.
  4. Vaude kommuniziert in einem Nachhaltigkeitsbericht nach GRI transparent über die eigene Entwicklung.
  5. Vaude hat weiterhin das Greenpeace Detox Comittment unterzeichnet und sich damit verpflichtet alle schädlichen Substanzen aus der Lieferkette zu entfernen.

Spezielle Maßnahmen

Eine Auswahl spezieller Maßnahmen und Entwicklungen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Vaude betreibt ein eigenes Kinderhaus, um den Mitarbeitenden die Vereinbarung von Familie und Beruf zu ermöglichen.
  • Seit 2001 werden immer mehr Produkte nach dem strengen bluesign Standard hergestellt.
  • seit 2012 sind die Firmenzentrale und die dort hergestellten Produkte klimaneutral.
  • 96% der Produktion in der globalen Lieferkette findet unter den strengen Vorgaben von Fair Wear statt.
  • Die Umbau der Firmenzentrale fand nach den Nachhaltigkeits-Standards der DGNB statt.
  • Vaude hat eine Upcycling-Werkstatt gegründet, in der Stoffreste der Produktion von Geflüchteten zu neuen Produkten verarbeitet werden.
  • In der Vaude Academy wird das Wissen um nachhaltiges Wirtschaften an andere Unternehmen weitergegeben.

Zitate

„Wir wollen nachhaltig wirtschaften und faire und umweltfreundliche Produkte für dich herstellen. Um das zu schaffen, haben wir Nachhaltigkeit ganzheitlich in der Unternehmensstrategie verankert und auf diese Weise in die „normale“ Alltagsarbeit bei allen Mitarbeitern integriert.“

Unsere Einschätzung

Vaude gilt für viele als Vorzeigeunternehmen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Sie haben es zudem im Laufe der Jahre geschafft Nachhaltigkeit zu einem der Kernwerte des Unterehmens zu machen. Auf den Wert Nachhaltigkeit baut auch die Marktpositionierung auf. Entsprechend kann dies für viele Unternehmen Inspiration sein. Allerdings wird es für viele andere Unternehmen nicht in angemessener Zeit funktionieren Nachhaltigkeit als Verkaufsfaktor zu etablieren. Deshalb werden viele Unternehmen trotzdem zunächst eine Nachhaltigkeitsstrategie aufbauen müssen, bis sie Nachhaltigkeit so tief im Unternehmen verankern. Nichtsdestotrotz kann der Weg, den Vaude gegangen ist, dabei Inpsiration sein.

Die Orientierung an der Gemeinwohlökonomie und an den SDGs ist vorbildlich, auch wenn die Verknüpfung der beiden nicht ganz klar wird.

Zuletzt ist die transparente und ausführliche Kommunikation gelungen. Vaude setzt diese Transparenz wirksam ein, um beispielsweise mit Kund*innen und Stakeholdern ins Gespräch zu kommen.

Verweis

Nachhaltigkeit bei VAUDE

Zuletzt schauen wir uns das Nachhaltigkeitsstrategie Beispiel im Unternehmen Microsoft an.

Quelle: Pressebereich Microsoft

Nachhaltigkeitsstrategie von Microsoft

Microsoft ist ein internationales Technologie- und Softwareunternehmen, das wir wahrscheinlich alle kennen. Es sitzt in den USA, beschäftigt weltweit über 150.000 Mitarbeitende und und erwirtschaftet außerdem Umsätze jenseits der 100 Milliarden Euro.

Die Nachhaltigkeitsstrategie

Microsoft hat Anfang 2020 für Aufsehen gesorgt. Dort hat es angekündigt bis 2050 alle CO2-Emissionen zu kompensieren, die im Laufe der Unternehmensgeschichte entstanden sind. Für ein internationales Unternehmen dieser Größe bedeutet das viel Arbeit und deswegen lohnt es sich die Strategie einmal anzuschauen.

Microsoft hat seine Nachhaltigkeitsstrategie ganz klar auf Klimaschutz fokussiert. Seit den Anfängen 2009 drehten sich Nachhaltigkeitsthemen um Erneuerbare Energien, effiziente Häuser, energieeffiziente Rechenzentren und CO2-Kompensation. Damit hat sich Microsoft aber auch ganz konsequent auf die Aspekte konzentriert, die wesentlich sind für ein Technologie-Unternehmen dieser Größe.

Die heutige Nachhaltigkeitsstrategie umfasst 4 Fokusthemen, die sie im Unternehmen in 4 Handlungsbereichen umsetzen.

Kernbotschaften der Strategie

Microsoft hat seiner Nachhaltigkeitsstrategie keine eindeutige Botschaft gegeben. Dafür finden sich diverse Botschaften, die den Kern der Bemühungen ausdrücken:

„Comitting to carbon negative by 2030“

„Building a planetary computer“ oder auch

„Comitting to zero waste“

Handlungsfelder

Microsoft hat vier Handlungsfelder für Nachhaltigkeit festgelegt:

  1. Klimaemissionen
  2. Ökosysteme
  3. Wasser
  4. Abfall

Diese Handlungsfelder sollen in allen 4 Geschäftsbereichen umgesetzt werden:

  1. Operatives
  2. Produkte, Dienstleistungen und Geräte
  3. Kunden und Partner
  4. Politik

Ziele

Zu den 4 Handlungsfeldern hat sich Microsoft ambitionierte Ziele gesetzt:

  • Es will „Zero Waste“ bis 2030 für die Bereiche Operatives, Produkte und Verpackungen umsetzen.
  • Bis 2030 will Microsoft klimaneutral sein und bis 2050 will es alle Emissionen, die es seit Gründung verursacht hat, kompensiert haben.
  • Es sind Investition von 1 US Milliarde Dollar in einen neuen Climate Innovation Fund geplant, um Klimainnovationen zu ermöglichen.
  • Die Kunden sollen auf dem Weg zu Klimaneutralität eingebunden und gefördert werden selbst klimaneutral zu werden.
  • Es wird die Mitentwicklung und Mitfinanzierung (1 Million US Dollar) eines „Planetary Computer“ umgesetzt. Dies ist eine Plattform die Daten zu Ökosystemen zusammenbringen und auswerten kann.

Initiativen der Nachhaltigkeitsstrategie

Eine Auswahl der Initiativen, die bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele helfen sollen:

  • AI for Earth ist eine sehr große prominente Initiative.
  • Darüber hinaus exisiteren dutzende weitere Initiativen in den vielen Geschäftsbereichen von Microsoft.

Verankerung von Nachhaltigkeit

Durch folgende Maßnahmen oder Zuteilung von Verantwortlichkeit wird Nachhaltigkeit verankert:

  1. Die Verantwortung für Nachhaltigkeit ist jeweils direkt in den Management Boards der Geschäftseinheiten von Microsoft aufgehängt.
  2. Es werden jährlich mehrere Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht, jeweils für die Geschäftseinheiten wie Devices, Software etc.
  3. Sie sind Unterzeichner des „Business Ambition Pledge“ der UN und verpflichten sich damit öffentlich ihren Teil beizutragen, dass das Klima sich nicht über 1,5° erwärmt.

Spezielle Maßnahmen

Eine Auswahl spezieller Maßnahmen und Entwicklungen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Es entstehen Circular Centers, in denen alte Geräte und Server demontiert werden und mit Hilfe von Machine Learning möglichst viele Teile weiterverwendet werden.
  • „Single-use plastic“ wird bis 2025 aus allen Verpackungen verbannt.
  • Es gibt zahlreiche Tools und Anleitungen für Unternehmen, um in kleinen und großen Schritten nachhaltiger und vor allem klimafreundlicher zu werden.
  • Es wurde eine interne CO2-Gebühr für die Abteilungen eingeführt, um Anreiz zu setzen in allen Bereichen konsequent CO2 zu reduzieren.
  • Durch gute Software werden Energieverbräuche insbesondere von Server-Zentren um ein vielfaches gesenkt.

Zitate

„Jeder von uns muss sich verpflichten, mehr zu tun, damit wir gemeinsam mehr erreichen können.“

Satya Nadella, CEO Microsoft

Unsere Einschätzung

Durch Microsofts Größe ist die Nachhaltigkeitsstrategie enorm umfangreich. Trotzdem haben sie es geschafft eine gemeinsame Richtung zu formulieren und die Strategie auf die Geschäftseinheiten herunter zu brechen. Dadurch geht trotzdem auch Klarheit der Strategie verloren.

Wie gut das Controlling der Fortschritte und Erkenntnisse der Strategieverfolgung wieder zentral zusammenkommen können, ist von außen nicht einschätzbar. Möglicherweise ist dies aber eine Schwachstelle bei Microsofts Nachhaltigkeitsstrategie.

Der klare Fokus auf Klimaschutz spricht für eine gute Einschätzung der Wesentlichkeit im gesamten Geschäftsbetrieb. Auch sind die weiteren Handlungsfelder Abfall und Wasser eine sinnvolle Ergänzung, wenn man die physischen Produkte von Microsoft betrachtet. Besonders das Handlungsfeld Ökosysteme ist spannend, weil es wahrscheinlich weniger deswegen gewählt wurde, weil Microsoft besonderen Schaden an Ökosystemen anrichtet. Sondern wohl eher, weil sie eine große Chance darin sehen durch Rechenleistung und Algorithmen einen Beitrag zum Verständnis und Schutz von Ökosystemen zu leisten.

Verweis

Nachhaltigkeit bei Microsoft

Was Nachhaltigkeitsstrategie Beispiele von Unternehmen uns zeigen

Wenn das ein guter Einstieg war, haben wir hier einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

Wenn wir die Nachhaltigkeitsstrategie Beispiele anderer Unternehmen betrachten, sehen wir die unterschiedlichen möglichen Wege. Wie eine Nachhaltigkeitsstrategie aufgebaut werden sollte, hängt von der Größe, Branche, internen Motivation und der bestehenden Unternehmensstrategie ab. Die Beispiele von Nachhaltigkeitsstrategie in diesen Unternehmen geben u.a. Inspiration dazu:

  • wie der Fokus gesetzt werden kann,
  • wie Inititativen helfen die Strategie zu verfolgen,
  • welche Rahmenwerke zur Orientierung genutzt werden können.

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Der umfassende Leitfaden zum Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie

Inhalt

Warum sollten sich Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie geben?

Viele Unternehmen ergreifen bereits diverse Maßnahmen, um nachhaltiger zu werden. Aber nach ein paar Jahren findet sich keine Nachhaltigkeitsstrategie, sondern eine große, oft wilde, Sammlung an Themen und Maßnahmen. Sicher tragen all diese Maßnahmen dazu bei, dass das Unternehmen umweltfreundlicher und sozial wertvoller wird. Allerdings bergen diese bunten Sammlungen verschiedener Nachhaltigkeitsmaßnahmen einige Gefahren für das Unternehmen:

  • Sind die Nachhaltigkeitsthemen nicht in der Unternehmensplanung für die nächsten Jahre verankert, kann es schnell geschehen, dass das Engagement abrupt reduziert wird, sobald ein anderes Thema wichtig wird.
  • Für die Mitarbeitenden bieten viele verschiedene Themen weniger Identifikationsmöglichkeit und Orientierung als eine klare Richtung des Nachhaltigkeitsengagements.
  • Meist kommt die Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung nach ein paar Jahren zu erliegen, wenn sich nicht klare Einzelziele und übergeordnete Ziele für Nachhaltigkeit gesetzt werden.
  • Viele diverse und kleinere Maßnahmen lassen sich nur deutlich komplexer erklären, als ein klarer Fokus und die Begründung hierfür. Die Glaubwürdigkeit der eigenen Bemühungen wird also erschwert, wenn zuerst diese Komplexität verstanden werden muss.
  • Eine unklare Ausrichtung verweht auch die Möglichkeit Nachhaltigkeit den Kunden gegenüber zu kommunizieren. Eine klare Ausrichtung wiederum kann zum Umsatz und dem Unternehmenserfolg beitragen und somit Nachhaltigkeit unternehmerisch motiviert verankern.

Es lohnt also das bisherige Nachhaltigkeits-Engagement in einer Strategie zu bündeln.

Der Gedanke ist der gleiche, wie bei der Entwicklung einer Unternehmensstrategie.
Deswegen wollen wir mit diesem Leitfaden helfen zu verstehen, wie eine erste Nachhaltigkeitsstrategie aufgebaut werden kann. Sicher helfen die Themen aber auch dabei eine bisherige Strategie zu überarbeiten.

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Einleitung: Teilaspekte von Nachhaltigkeit im Unternehmen

Zu Beginn wollen wir noch einmal einen Überblick über Nachhaltigkeit in Unternehmen schaffen. Denn unserer Erfahrung nach hilft es, ein klares eigenes Verständnis von CSR und Nachhaltigkeit im Unternehmen zu schaffen. Diese Artikel können dabei helfen.

Außerdem wollen wir noch ein paar Themen und Beispiele geben, um die Bandbreite von Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Dies ist dann eine gute Basis, um sich der eigenen Strategie für Nachhaltigkeit zu nähern.

Nachhaltigkeits-Tipps

Die beste CSR-Strategie nützt nichts, wenn einem Unternehmen keine Maßnahmen zur Umsetzung und Verbesserung einfallen. Mit unseren insgesamt über 60 Nachhaltigkeits-Tipps wollen wir helfen praxisnahe Maßnahmen kennenzulernen. Die sind einfach umzusetzen und somit eine gute Ergänzung für die größeren strategischen Maßnahmen.

Wir freuen uns immer über Ergänzungen und Anregungen, um noch mehr einfach umzusetzende Tipps aufzunehmen!

Nachhaltigkeitsstrategie erklärt

Wir machen oft die Erfahrung, dass nicht ganz klar ist, was eine Nachhaltigkeitsstrategie eigentlich ist. Deswegen haben wir Artikel geschrieben, die genau das erklären. Besonders greifbar macht es der Vergleich verschiedener Nachhaltigkeitsstrategien miteinander.

Was genau ist denn eine Nachhaltigkeitsstrategie? Ist sie anders als andere Strategien? Welche Strategien geben sich andere Unternehmen und wie moderat oder progressiv kann sie sein? Mit diesen Artikeln wollen wir ein Gefühl dafür geben, wie solche Strategien aufgebaut und ausgerichtet sein können.

  • Beyond CSR – Essay zu Verantwortung in Unternehmen
    Wir diskutieren, was Verantewortung für Unternehmen heute eigentlich bedeutet. Wie weit muss man gehen, um sich aufrichtig nachhaltig nennen zu können? Und welche Konzepte gibt es, die weiter gehen als unser heutiger Begriff von CSR?
  • Nachhaltigkeitsstrategie Beispiele in Unternehmen
    Wir wollen eine Orientierung geben und Beispiele sind der beste Weg dafür. Wir haben gezielt Unternehmen und deren Nachhaltigkeitsstrategie analysiert und strukturiert dargelegt.

Eine Nachhaltigkeitsstrategie aufbauen

Zu guter Letzt geht es darum eine eigene Strategie aufbauen zu können. Auch wenn sich eine Nachhaltigkeitsstrategie von anderen Strategien unterscheiden mag, sind die großen Schritte doch ähnlich. Wir beschreiben ausführlich, wie die Grundlage für die Strategie erarbeitet werden kann, indem die richtigen Informationen und Akteure zusammengezogen werden. Anschließend geht es um Methoden zur Auswahl der strategischen Richtung und Ziele und die Harmonisierung mit der Unternehmensstrategie. Und es geht um die Umsetzungsschritte und praxisnahe Empfehlungen.

  • Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen – Die Status Quo Analyse
    Die Status-Quo-Analyse bietet die Grundlage, auf die eine Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens aufgebaut werden kann. Wir beschreiben deswegen die Dimensionen der Analyse und welche Wege zur Analyse es gibt. So wollen wir anregen einen bestmöglichen Ausgangszustand für die Strategie herzustellen.
  • Eine Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen entwickeln
    In diesem Kern-Artikel zeigen wir klar die Schritte, die gegangen werden können, um eine Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen zu entwickeln. Mit dieser Hilfe kann jede Organisation ihre eigene Strategie aufbauen.
  • Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie: Praxistaugliche Hinweise und Stolpersteine
    Es gibt einiges zu beachten bei der Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Deswegen wollen wir anwendbare Hinweise geben und die typischen Stolpersteine zeigen. Es geht um gute Zielformulierung, Erfolgsfaktoren der Umsetzung, Nachhaltigkeitscontrolling, Kommunikation oder aber auch die Wissensvermittlung zu Nachhaltigkeit.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Nachhaltigkeitsstrategien

Was ist eine Nachhaltigkeitsstrategie für ein Unternehmen?

Eine Nachhaltigkeitsstrategie beschreibt, welche Nachhaltigkeitsziele ein Unternehmen erreichen will und welche Rahmenbedingungen für die Umsetzung gesetzt werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist damit ergänzend, gleichrangig oder integriert zur Unternehmensstrategie ein Plan für die spezifische Entwicklung des Unternehmens für einen langfristigen Zeitraum. Nachhaltigkeitsstrategien sind meist Querschnittsstrategien und betreffen in ihren Zielen und der Umsetzung viele oder alle Bereiche bzw. Abteilungen des Unternehmens. Der Zeitrahmen für die Zielsetzungen kann von 2 oder 3 bis zu 10 oder mehr Jahre variieren.

Wozu braucht es eine Nachhaltigkeitsstrategie?

Eine Nachhaltigkeitsstrategie hilft einem Unternehmen bei der strukturierten Verbesserung der Nachhaltigkeitsaktivitäten und -leistungen. Dazu zählt zum einen, dass sie idealerweise hilft die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen zu fokussieren. Also die Themen, bei denen die Nachhaltigkeitswirkung langfristig am größten ist. Zum anderen schafft sie eine Struktur, um systematisch und nachvollziehbar die gesetzten Ziele zu verfolgen sowie die Umsetzung in Fachbereichen und Abteilungen zu ermöglichen.

Welche Unternehmen brauchen eine Nachhaltigkeitsstrategie?

Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist relevant für alle Unternehmen, die nachhaltiger werden wollen oder müssen. Unternehmen, die berichtspflichtig bzgl. Nachhaltigkeit sind, müssen gemäß den Vorgaben großer Berichtsstandards (DNK, GRI, etc.) erklären, ob sie eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen. Unternehmen, die aufgrund externen Drucks oder intrinsischer Motivation nachhaltiger werden wollen, ist die Nachhaltigkeitsstrategie ein gutes Werkzeug, um authentisch und effektiv an Nachhaltigkeit zu arbeiten.

Wie entwickelt man eine Nachhaltigkeitsstrategie?

Nachhaltigkeitsstrategien werden ähnlich entwickelt, wie andere spezifische Strategien für Unternehmen. Ausgangspunkt ist eine ausführliche Analyse. Im Gegensatz zu vielen anderen Strategien, muss diese allerdings deutlich mehr als nur wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Dies umfasst insbesondere die Analyse der Wirkung des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft (Inside-Out-Perspektive) und die Wirkung dieser Themen auf das Unternehmen (Outside-In-Perspektive). Diese Analyse hilft, um fundiert entscheiden zu können, wo der größte Hebel besteht. Ein wichtiges Instrument bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien ist deswegen der Stakeholderdialog. Dieser dient dazu von betroffenen oder beteiligten Gruppen herauszufinden, was die Wirkung des Unternehmens auf sie ist und ggf. welche Optionen zur Verbesserung es gibt. Die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie wird ausführlich hier beschrieben.

Wie lange dauert die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie?

Die Länge der Entwicklung ist abhängig von der Größe, Branche und Struktur des Unternehmens sowie des Standes der Nachhaltigkeitsaktivitäten. Bei kleineren Unternehmen ohne komplexe Wertschöpfungskette, die zum ersten Mal eine Nachhaltigkeitsstrategie aufstellen, kann der Prozess in 3 Monaten abgeschlossen sein. Bei größeren Unternehmen mit komplexeren Strukturen und Zielen kann die Entwicklung 12 Monate und mehr in Anspruch nehmen.

Was umfasst eine Nachhaltigkeitsstrategie?

Im Kern umfasst eine Nachhaltigkeitsstrategie die großen Ziele für die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen, sowie jeweils Teilziele, die zur Erreichung notwendig sind. Darüber hinaus kann sie aber auch die Nachhaltigkeits-Vision und -Mission des Unternehmens und andere Elemente umfassen. In vielen Fällen liefert die Nachhaltigkeitsstrategie zudem eine Struktur, die bei der Implementierung und Umsetzung in den operativen Geschäftsbetrieb hilft. Sie kann z.B. in Handlungsfelder und Fokusthemen gegliedert sein oder sie kann auf konkrete Initiativen zur Umsetzung verweisen. Im Blogbeitrag zu Beispielen von Nachhaltigkeitsstrategien werden diese Elemente veranschaulicht.

Was hat eine Nachhaltigkeitsstrategie mit einem Nachhaltigkeitsbericht zu tun?

Eine Nachhaltigkeitsstrategie bedingt keinen Nachhaltigkeitsbericht und andersherum. Ein Nachhaltigkeitsbericht schafft Transparenz über die nähere Vergangenheit der Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens und zeigt daraus abgeleitete Ziele. Wiederum die Nachhaltigkeitsstrategie sagt aus, was das Unternehmen in Zukunft plant. Weiterhin ist der Bericht ein primär nach Außen gerichtetes Instrument und eine Strategie dient intern der Planung. Daher können beide einander in ihrer Umsetzung hilfreich sein. So gibt es einem Nachhaltigkeitsbericht eine klare inhaltliche Struktur, wenn er auf die Nachhaltigkeitsstrategie verweisen kann. Für die Leser*innen wird dadurch der Zusammenhang der zu berichtenden Themen noch einmal klarer. Die Nachhaltigkeitsstrategie ihrerseits profitiert von der strukturierten Auswertung der Nachhaltigkeitsaktivitäten im Nachhaltigkeitsbericht.

Was ist eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie?

Eine integrierte Nachhaltigkeits- und Unternehmensstrategie meint, dass die Nachhaltigkeitsstrategie kein gesondertes Dokument zur Unternehmensstrategie darstellt, sondern Teil davon ist. Die Ausgestaltung ist verschieden. In den schwächsten Formen der Integration enthält die Unternehmensstrategie Kapitel und Ziele zu Nachhaltigkeit, die auf die anderen Inhalte abgestimmt sind und sich zwischen ihnen finden. Im idealen Sinne meint eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie aber, dass alle Inhalte und Ziele der Unternehmensstrategie auf die gesetzten Nachhaltigkeitsansprüche geprüft wurden, sodass jedes Unternehmensziel auf eine Steigerung der Nachhaltigkeitsleistung einzahlt.

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen – Die Status Quo Analyse

Wie jede andere Strategie braucht auch eine Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen eine fundierte Grundlage, auf die aufgebaut werden kann. Das Nachhaltigkeitsengagement eines Unternehmens lässt sich allerdings nicht nur am anteiligen Jahresgewinn messen. Denn es muss auch den Ansprüchen wichtiger Stakeholder gerecht werden. Und es soll vor allem die tatsächliche Wirkung des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft verbessern.

Eine solide Grundlage ist entsprechend umso entscheidender, um eine klare und zielgerichtete Nachhaltigkeitsstrategie aufzubauen. Klar und zielgerichtet meint, dass sie sowohl unternehmerisch einen Nutzen bringt, als auch in sozialen und ökologischen Aspekten.

Dieser Artikel findet sich zusammen mit anderen in unserem umfassenden Leitfaden zur Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Damit wollen wir den kompletten Überblick über das Thema erleichtern.

Inhalt:

Aus unserer Erfahrung gilt es 3 Dimensionen auszuarbeiten:

  1. Das unternehmerische Interesse an Nachhaltigkeit
  2. Die reale Verantwortung des Unternehmens gegenüber Mensch und Natur
  3. Das bestehende Potenzial zu Nachhaltigkeit im Unternehmen, auf das aufgebaut werden kann

Im Folgenden zeigen wir Möglichkeiten und Module auf, mit denen diese drei Dimensionen erschlossen werden können. Welche Module die passenden sind, hängt vom jeweiligen Unternehmen ab. Zudem kann es durch die Situation eines Unternehmens sinnvoll sein die Ansätze abzuwandeln und anders vorzugehen.

Zu guter Letzt sind die Schritte und Ansätze nie trennscharf und dies könnten sie auch nicht sein. Erfahrungsgemäß schärft jede neue Erkenntnis zu unternehmerischer Nachhaltigkeit den Blick, um dann vorherige Betrachtungen detaillierter oder kontextueller durchzuführen.

Dimension 0: Den Ausgangszustand der Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen erheben

In den meisten Fällen hilft es, zunächst ein Verständnis aufzubauen, wo das Unternehmen im Kontext Nachhaltigkeit steht. Hierfür helfen der Blick in die Vergangenheit, in bestehende Modelle zur Einordnung und auf das System, in dem man sich bewegt. Dieses Verständnis hilft dabei den wichtigen breiteren Blick für Nachhaltigkeit im Unternehmen aufzubauen. Dies ist somit Grundlage einer jede Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen.

Bestehende interne und externe Anforderungen aufnehmen

  • Ergebnisse von Mitarbeitenden-Befragungen, Meinungen aus dem Management, Rückmeldungen vom Recruiting und Marketing
  • Forderungen von Anteilseignern, Muttergesellschaften, etc.
  • Forderungen von NGOs, Verbraucherverbänden und anderen
  • Anforderungen durch den Wettbewerb und den Markt bzgl. Nachhaltigkeit
  • Rechtliche Anforderungen wie CSR-RUG, NAP etc.

Erkennen, in welchem Nachhaltigkeitsstadium sich das Unternehmen befindet

Es gibt verschiedene Modelle, die eine typische Progression von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit oder CSR abbilden. Alle versuchen eine Hilfestellung dabei zu sein zu erkennen, wo ein Unternehmen bereits steht und wo es hin möchte. Die Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen ist hierbei selbst nur ein Teil der Betrachtung.

Ein einfaches und weit geeignetes Modell sind die Sustainability Stages des Global Compact. Dort wird in 5 Stufen dargestellt, wie sich ein Unternehmen von reaktivem Nachhaltigkeits-Krisenmanagement bis zu einem integrierten Nachhaltigkeitsverständnis entwickelt.

Das gesamte Konzept ist nachzulesen im LEAD Programm des Global Compact.

Wir empfehlen allerdings die Betrachtung differenzierter durchzuführen. Wenn versucht wird, das gesamte Unternehmen in einem solchen Modell zu platzieren, wird dies der Realität meist nicht gerecht. Viel mehr sollte ein Unternehmen geeignete Nachhaltigkeitsaspekte bilden, die einzeln in dem Modell eingeordnet werden können. So z.B. Klimaschutz, Arbeitsbedingungen, Diversity oder Ressourceneinsparung.

Eine Sustainability SWOT Analyse durchführen

Die klassische SWOT Analyse ist für viele Unternehmen ein bekanntes Instrument. Um auf Bekanntes aufzubauen, können Unternehmen nun die SWOT Analyse abwandeln und für Nachhaltigkeit spezifizieren. Somit wird das Thema der Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen mit bekannten Mitteln erschlossen. Ziel ist eine erste Einordnung des Themas in den strategisch unternehmerischen Kontext des Unternehmens.

Eine Stakeholder-Map aufstellen

Um herauszufinden, welche Gruppen ein Interesse an den Tätigkeiten des Unternehmens haben oder gar von ihnen betroffen sind, bietet es sich an eine Stakeholder-Map aufzustellen. In dieser werden z.B. die internen und externen Stakeholder gesammelt. Anschließend hilft es zu beschreiben, welche Interessen sie an den Unternehmensaktivitäten haben. Abschließend kann das Unternehmen sie bewerten. Z.B. danach wie starken Einfluss sie auf das Unternehmen haben und wie stark der Einfluss des Unternehmens auf sie ist.

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Dimension 1: unternehmerisches Interesse – Motivation und Business Case für Nachhaltigkeit

In der Wirtschaftsethik (z.B. zwischen Vaaland und Friedmann) wird gerechtfertigter Weise diskutiert, ob Nachhaltigkeit bei Unternehmen mit Blick auf wirtschaftliche Vorteile aufgebaut werden soll oder darf. In der Praxis zeigt sich, dass die allermeisten Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten intern oder extern wirtschaftlich rechtfertigen müssen. Entsprechend wichtig ist es genau diese wirtschaftliche Basis herauszustellen. Hierbei können die Ausgangssituationen so divers sein wie die Unternehmen und Branchen selbst.

Die Nachhaltigkeitsmotivation ist hierbei der Ausgangspunkt und das unternehmerische Potenzial die Orientierung für die Ausgestaltung.

Die eigene Nachhaltigkeitsmotivation ehrlich herausarbeiten

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Motivationen von Unternehmen zu Nachhaltigkeit grob in drei Gruppen einteilen lassen, die je andere Ausganspunkte für die spätere Strategie bilden.

Intrinsische Motivation des Managements

  • Chancen: Authentizität, Begeisterungsfähigkeit, schnell Teil der Kultur
  • Risiken: blinder Idealismus, hohe Kosten, Frustration

Unternehmerische Motivation

  • Chancen: Effektiver und gezielter Aufbau von Nachhaltigkeit, Attraktivität des Themas durch Rentabilität
  • Risiken: Greenwashing, zu starke Verankerung in Kommunikation

Extrinsische Motivation durch Regularien, Kundenauflagen o.a.

  • Chancen: kosteneffiziente Umsetzung
  • Risiken: Greenwashing (hoch), kein ROI

Unsere Empfehlung ist es keine Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen auf eine rein extrinsische Motivation aufzubauen. Wird vor allem eine intrinsische Motivation festgestellt, kann es sich lohnen auch die unternehmerische Motivation zu wecken. Identifiziert man vorrangig eine unternehmerische Motivation, lohnt es sich daran zu arbeiten mittelfristig auch eine intrinisische Motivation des Managements aufzubauen.

Den unternehmerischen Nutzen für Nachhaltigkeit identifizieren

Um herauszufinden, wie Nachhaltigkeit der Unternehmensentwicklung beitragen kann, lohnt es sich verschiedene Aspekte zu betrachten:

  • Welche Ziele verfolgt die Unternehmensstrategie und zu welchen davon können Nachhaltigkeitsaktivitäten beitragen?
  • Welche konkreten Nutzen wären erwünscht? Z.B. Arbeitgeberattraktivität, Differenzierung von Wettbewerbern, Innovationsanreiz, Markenbildung, Finanzierungserleichterung durch Sustainable Finance Kriterien
  • Welche Trends lassen sich erkennen, die für ein Nachhaltigkeits-Engagement sprechen? Z.B. der Megatrend Neo-Ökologie oder auch die medialen Trends „Klimaziele“ 2020, „Plastikmüll“ (2019), „Insektensterben“ 2018.
  • Wie kann ein „Business Case for Sustainability“ im Unternehmen aussehen? Wie lässt sich also damit Geld verdienen? Welche neuen Märkte lassen sich erschließen?

Dimension 2: Reale Verantwortung – Inhaltliche Grundlage für die Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen

Neben dem wirtschaftlichen Anreiz für Nachhaltigkeit im Unternehmen spielt die reale Verantwortung aus gesellschaftlicher Sicht eine noch größere Rolle. Gemeint ist hierbei herauszufinden, welche Ressourcen ein Unternehmen nutzt und wo die Gefahr der Übernutzung besteht. Ressourcen sind hierbei sowohl natürliche (Holz, Metall, Sand, Erdöl, etc.) als auch personelle (Gesundheit, Arbeitskraft, etc.) und ideelle (Vertrauen, Begeisterung etc.). Aus dieser Perspektive sollte ein Unternehmen am intensivsten an den Ressourcen arbeiten, die es am stärksten gefährdet.

Da die Ressourcen sehr verschieden sind, gilt es jeweils eigene Erhebungsverfahren für sie anzuwenden. Diese Verfahren helfen abzuschätzen, in welchen Bereichen das Unternehmen eine besonders große Verantwortungträgt. Für die Betrachtung der Nutzung materieller Ressourcen eignen sich vor allem quantifizierende Methoden zur Erhebung der Stoffströme und Auswirkungen. Für die Betrachtung personeller und ideeller Ressourcennutzung sind befragende, vergleichende, aber auch teils quantifizierende Methoden geeignet.

Erhebung der ökologischen Verantwortung – Materielle Ressourcennutzung

  • Zunächst muss ein Unternehmen den eigenen Wertschöpfungskreislauf (auch genannt Lebenszyklus des Produkts) verstehen. Für alle eingesetzten Stoffe wird versucht die Herkunft, Art der Gewinnung, Verarbeitungsorte und -prozesse sowie Nutzungsweise bei Kund*innen und Entsorgungsweise herauszufinden. Abhängig vom Produkt spielen eingesetzte Hilfs- oder Prozessmittel (wie z.B. die Energie in der Metallherstellung) eine besonders große Rolle. Für Dienstleistungen spielt der Einsatz materieller Ressourcen ebenso eine Rolle. So kann der Einsatz von Serverleistungen bedeutenden Anteil am Energie- und Stoffverbrauch haben.
  • Entlang der Schritte des Lebenszyklus werden dann die eingesetzten Stoffe identifiziert. Hierzu sind oft auch Wasser, Abwasser oder versiegelte Fläche zu rechnen.
  • Sind die eingesetzten Stoffe bekannt, können sie quantitativ erhoben werden und es können pro Produkt kumulierte Werte berechnet werden; so z.B. eingesetztes Wasser (auch „virtuelles Wasser“), Gesamtenergieaufwand oder abgeleitet auch CO2-Emissionen. Die genaueste aber auch aufwändigste Erhebung ist eine Ökobilanz (auch Life Cycle Assessment).

Erhebung der gesellschaftlichen Verantwortung – Personelle, ideelle und soziale Ressourcen

  • Die Erhebung der gesellschaftlichen Verantwortung ist diverser und für viele Unternehmen  komplexer, als die der ökologischen Verantwortung.
  • Zunächst wird auf den identifizierten Wertschöpfungskreislauf aufgebaut. Ist bekannt wo das Produkt oder die Dienstleistung im Laufe des „Lebens“ ist, wird klarer auf welche Menschen es wirkt. Z.B. wie die Lohnverhältnisse in der Produktion oder die Arbeitsbedingungen beim Materialabbau sind.
  • Oft betrachten Unternehmen die Phase der Nutzung des Produktes zu oberflächlich. An den Kund*innen hängen oft größere soziale Systeme, die mit betroffen werden können.
  • Die Erhebung der personellen Ressourcennutzung kann mit quantitativen Ansätzen des HR-Management mittlerweile recht präzise umgesetzt werden.
  • Die Identifizierung der genutzten ideellen und sozialen Ressourcen kann über das Screening von Studien zu öffentlicher Meinung, Austausch mit Expert*innen der Themen oder eigene Erhebungen erfolgen.
  • In allen Fällen bietet sich ein breit angelegter Stakeholderdialog an. Dabei sollte das Unternehmen die internen und externen Stakeholder danach befragen, welche Nachhaltigkeitsaspekte für sie besonders wichtig sind, damit es ableiten kann, wo es besonderen Einfluss auf diese Gruppen hat. Zusätzlich können die Stakeholder in den Prozess zur Verbesserung der Aspekte einbezogen werden, sodass die Maßnahmen auch tatsächliche Wirkung erzielen. Oft machen Unternehmen auch die Erfahrung, dass Lösungen, die mit den Stakeholdern gemeinsam entwickelt werden, besonders klar und fokussiert und aus Unternehmenssicht besonders innovativ sind.

Erhebung der wirtschaftlichen Verantwortung?

  • Nachhaltigkeit wird meist als Dreiklang aus Ökologie, Sozialem und Ökonomie gesehen. Muss also nicht auch die wirtschaftliche Verantwortung eines Unternehmens erhoben werden?
  • In den meisten Fällen ist ein Unternehmen sich dieser Verantwortung bereits bewusst und kann sie sogar sehr gut in Zahlen und Prioritäten abbilden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann sollte natürlich auch die Nutzung wirtschaftlicher, also vor allem finanzieller Ressourcen erhoben werden. Schließlich kann ein Unternehmen auch ökologische und soziale Verantwortung nur übernehmen, wenn es dauerhaft wirtschaftlich bestehen kann.

Exkurs Wesentlichkeitsanalyse

Wesentlichkeitsanalysen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem verbreiteten und geeigneten Instrument entwickelt. Sie sollen Unternehmen Orientierung darin geben, welche Nachhaltigkeitsaspekte für sie von besonderer Relevanz sind. Wurden sie lange als Mittel der Nachhaltigkeitsberichterstattung genutzt, finden sie immer mehr Anwendung für eine klare Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen.

Damit erfüllen Wesentlichkeitsanalysen theoretisch ebenso das, was in den beiden obigen Kapiteln beschrieben wurde: Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft? Welchen Einfluss haben Umwelt- und Gesellschaftsentwicklungen auf das Unternehmen? Und welche Themen sind den Stakeholdern wirklich wichtig? Theoretisch, weil viele Wesentlichkeitsanalysen in der Praxis dem nicht gerecht werden. Oft geschieht die Einschätzung der wesentlichen Themen durch Festlegung durch das Management oder kleinere Workshops. Damit sind sie als Orientierung bei den ersten Schritten geeignet, bilden aber nicht die umfassende Verantwortung des Unternehmens ab.

Wird eine Wesentlichkeitsanalyse umfassend umgesetzt – werden also sowohl die Interessen der Stakeholder, als auch die wirtschaftliche Relevanz von Themen, als auch die ökologischen Auswirkungen bestimmt – entspricht sie den oben beschriebenen Schritten und bildet eine hervorragende Basis für eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Dimension 3: Bestehendes Potenzial – Nachhaltigkeit erfolgreich einbinden können

Zu guter Letzt sollte identifiziert werden, wo im Unternehmen besonderes Potenzial besteht mögliche Nachhaltigkeitsthemen und -maßnahmen umzusetzen. Viele Strategien scheitern in ihrer Umsetzung daran, dass sie auf impliziten oder expliziten Widerstand treffen. Gerade das Thema Nachhaltigkeit kann sehr kontrovers sein. Deshalb ist eine schrittweise Umsetzung, die Anknüpfungspunkte nutzt und Blockaden meidet, erfolgversprechender.

Zur Identifikation des Potenzials können u.a. folgende Aspekte beleuchtet werden:

  • Welche bisherigen Nachhaltigkeitsaktivitäten haben gut und welche schlecht funktioniert? Warum war dem so?
  • Bei welchen Mitarbeitenden besteht Motivation für das Thema? Wer engagiert sich vielleicht ehrenamtlich für die Themen?
  • Welche Abteilungen könnten besonderes Interesse an den Themen haben? Wem kann es am meisten nützen?
  • Welchen anderen Programmen oder Zielen kann Nachhaltigkeit hilfreich sein?
  • In welche bestehenden (Management-)Systeme können sich Nachhaltigkeitsthemen eingliedern?
  • Welche Zielkonflikte mit anderen Zielen und Aktivitäten könnten auftreten?

Fazit

Für einen ganzheitlichen Überblick haben wir den umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen zusammengestellt.

Die Schaffung der inhaltlichen Grundlage für eine Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen kann umfassend sein. Außerdem bedarf es eines guten Verständnisses für Nachhaltigkeitsthemen, Entwicklungen und Methoden, die zumal auf die Situation des Unternehmens angepasst werden müssen. Je präziser allerdings die Grundlage geschaffen wird, desto konkreter und erfolgversprechender kann die Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt werden, sodass die ökologische und soziale Wirkung von unternehmerischem Nutzen getragen wird. So können alle Seiten sich gegenseitig unterstützen.

Planen Sie die nächsten Schritte zu Nachhaltigkeit?

Fragen Sie mich zu einem kostenlosen Informationsgespräch an.
Ich stehe mit Rat und Freude bereit.

Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

0178-1746903 | t.kiel@plant-values.de

Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de

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Leitfaden Wesentlichkeitsanalysen konform und strategisch umsetzen

Wesentlichkeitsanalysen werden für die Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen immer wichtiger. Die Anforderungen von Reporting-Standards wie des GRI oder DNK verlangen die Berichterstattung „wesentlicher“ Themen. Immer mehr wird das Instrument aber auch als Möglichkeit verstanden strategisch Fokusthemen für die eigene Nachhaltigkeitsstrategie festzulegen.

Wir haben eines unserer letzten Projekte – die Wesentlichkeitsanalyse für die Stadtwerke Norderstedt Unternehmensgruppe – zum Anlass genommen, unsere Erfahrungen in einem Leitfaden zusammenzuschreiben.

Der Leitfaden für Wesentlichkeitsanalysen

Herausgekommen ist ein Leitfaden, der Anwender*innen erklärt:

  • wo die meisten Wesentlichkeitsanalysen hinter den Vorgaben des GRI zurückbleiben
  • welche Ansätze zur Erhebung der Daten möglich sind und wie sie kombiniert werden können
  • wie die Ergebnisse genutzt werden können, um eine fokussierte Nachhaltigkeitsstrategie aufzubauen

Den Leitfaden herunterladen:

Mitarbeit von Expert*innen

Wir sind sehr froh, dass weitere erfahrene Anwender*innen und Expert*innen an der Erstellung des Leitfadens mitgewirkt haben. Vielen Dank an:

Büro des Deutschen Nachhaltigkeitskodex
Stadtwerke Norderstedt Unternehmensgruppe
Trianel GmbH
Stadtwerke Hamm

Textauszug aus dem Leitfaden für Wesentlichkeitsanalysen:

2020 scheint trotz oder gerade wegen Corona das Jahr der Nachhaltigkeit zu werden. Der Zusammenhang zwischen Ökologie, Gesellschaft und Ökonomie war selten so sichtbar. Der Wille zur Veränderung und die gesellschaftliche wie politische Unterstützung für eine nachhaltige Zukunft bietet Unternehmen Möglichkeiten ehrgeizig und mit neuen Wegen an ihren Nachhaltigkeits-leistungen zu arbeiten. Doch nicht nur die Möglichkeit dazu, sondern auch die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit nimmt zu.

[…]

Ein Leitfaden für Unternehmen, die Nachhaltigkeit strategisch nutzen wollen

Wesentlichkeitsanalysen werden meist aus Notwendigkeit für einen CSR-Report erstellt. Dabei sind es wirkungsvolle Instrumente, um die strategische Basis für Nachhaltigkeit zu legen; sowohl durch die Ergebnisse als auch den Prozess ihrer Entstehung selbst.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass diese wertvolle Basis an vielen kleinen Schritten einer ganzheitlichen und passgenauen Methodik hängen.

Hier erfahren Sie:

  • Wo die meisten Wesentlichkeitsanalysen hinter den GRI-Vorgaben zurückbleiben.
  • Wie man eine gute Wesentlichkeitsanalyse Schritt für Schritt konzipiert, durchführt und den Prozess als Stakeholderdialog nutzt.
  • Wie man die Ergebnisse nutzt, um die eigene Nachhaltigkeit strategisch auszurichten.

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Der Weg von Vaude zu Nachhaltigkeit – Interview mit Antje von Dewitz

Nachhaltigkeit bei Vaude: Eine Frage der Kultur, Strategie und Entschlossenheit

Ein Gespräch mit Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude, darüber, wie sie den Weg zu Nachhaltigkeit mit ihrem Team gegangen ist, welche Hürden sie dabei überwunden hat und was sie anderen Unternehmen für ihre Nachhaltigkeitsentwicklung rät.

Hintergrund

Vaude ist ein deutscher Outdoor-Ausrüster und ein Vorreiter-Unternehmen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Gegründet 1974, hat Antje von Dewitz das Unternehmen 2009 von ihrem Vater übernommen und von da an konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Der wirtschaftliche Erfolg dieser Strategie gibt ihr Recht.

Wie genau hat Vaude bezüglich Nachhaltigkeit das geschafft, was vielen anderen Unternehmen so schwer fällt? Welche Hürden haben sich ergeben und wie wurde damit umgegangen? Welche Rolle spielen Managementsysteme und Unternehmenskultur?

Im Gespräch beantwortet uns Antje von Dewitz genau diese Fragen und gibt Impulse, von denen sich andere Unternehmen inspirieren lassen können, die selbst nachhaltiger werden wollen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Beitragssammlung im umfassenden Leitfaden zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien.

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Das Interview zu Nachhaltigkeit bei Vaude

https://plant-values.de/wp-content/uploads/2020/03/Vaude-Interview.mp3
Das komplette Interview auf der Tonspur

Guten Morgen Frau von Dewitz. Vaude hat ja einen recht weiten Weg hinter sich was Nachhaltigkeitsentwicklung angeht. Versuchen Sie gern in ein paar Sätzen zu beschreiben was diesen Weg von Vaude zu Nachhaltigkeit bisher ausgemacht hat.

Unseren Weg kennzeichnet, dass wir uns komplett zu einem nachhaltigen Unternehmen transformieren. Wir haben schon ab 1990 ökologische und soziale Projekte umgesetzt. Mit meinem Einstieg als Geschäftsleiterin haben wir gemeinsam beschlossen, Nachhaltigkeit konsequent in allen Bereichen umzusetzen, um wirklich etwas zu verändern und damit auch erfolgreich zu sein. Zum einen in Bezug auf die Marke, zum anderen um wirklichen Mehrwert für Mensch und Natur zu schaffen. Dies erfordert eine komplette Transformation. Das heißt, dass wir für alles was wir machen abwägen inwieweit es ökologisch, fair und unternehmerisch sinnvoll ist.

Konkret heißt das u.a., dass wir unser eigenes Green Shape Label für umweltfreundliche Produkte aus nachhaltigen Materialien und fairer Herstellung eingeführt haben. Es basiert auf den höchsten ökologischen Standards im Textilbereich. Die strengen Bewertungskriterien werden laufend überprüft und umfassen den gesamten Lebenszyklus des Produkts – vom Design über die Produktion bis hin zu Pflege, Reparatur und Verwertung. Mittlerweile gilt das Green Shape Label für über 90 Prozent unserer Bekleidungskollektion.

Wir sind ein Outdoor-Ausrüster und produzieren auch in Asien. Wie schaffen wir es trotzdem hohe Sozialstandards zu gewährleisten? Wir suchen alle Produktionsstätten im Vorfeld entsprechend unserer ökologischen und sozialen Anforderungen persönlich aus und kontrollieren diese kontinuierlich. Dies erfolgt zum einen durch unser eigenes Team an Mitarbeitern, die vor Ort sind, die Landessprache sprechen und regelmäßig in die Produktionsstätten gehen. Zum anderen werden unsere Produktionsstätten von der unabhängigen Organisation Fear Wear auditiert, deren Mitarbeiter unangemeldet in die Produktionsstätten kommen und sämtliche Unterlagen, Bücher und Arbeitsprozesse kontrollieren.

Um durch und durch nachhaltig zu werden, war es notwendig, alle Prozesse und unsere gesamte Organisation danach ausrichten und Personal und Expertise dafür aufzubauen. Es ist ein langer, komplexer Prozess, der eigentlich nie beendet ist.

Doch wir haben schon sehr viel erreicht. Über 90 Prozent unserer Bekleidung trägt das Green Shape Label. Der Großteil unserer Produkte wurde zudem mit dem staatlichen Siegel „Grüner Knopf“ für ökologisch und fair hergestellte Textilien ausgezeichnet. Wir sind hier am Standort Tettnang mit allen hier hergestellten Produkten 100 Prozent klimaneutral. Unsere Mitarbeiter legen immer mehr Pendelkilometer nachhaltig zurück, mit dem Rad, in Fahrgemeinschaften oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Allein mit dem Rad zur Arbeit schaffen wir alle gemeinsam rund 50.000 Kilometer jährlich.

Wir unterstützen unsere Mitarbeiter durch vielfältige Angebote dabei, ihre Work-Life-Balance gut zu gestalten. Wir haben hier eine Bio Kantine, ein umfangreiches Sport- und Gesundheitsangebot. Auch das ist Nachhaltigkeit bei Vaude.

Es liegt uns am Herzen, eine hohe Lebensqualität für unsere Mitarbeiter zu schaffen. Wir möchten eine Arbeitsumgebung bieten, in der man sich wohl fühlen, seine Leistung und seine kreativen Fähigkeiten optimal entfalten kann. Auf dieser Basis können wir unseren Pioniergeist und unsere hohe Innovationskraft in einem dynamischen Markt erfolgreich weiterentwickeln.

Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter all diese Werte bei uns selbst erleben können. Das spiegelt auch unser Standort hier wider, der nach ökologischen Kriterien umgebaut wurde. Hier gibt es vielfältige moderne, natürlich gestaltete Arbeitswelten, in denen man konzentriert arbeiten, sich austauschen und auch zurückziehen kann.

Unser nächstes große Ziel ist es uns weltweite Produktion klimaneutral auszurichten. Dafür haben wir uns ehrgeizige, wissenschaftsbasierte Ziele gesetzt. Mit den sogenannten Science Based Targets (SBT) möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die globale Erderwärmung entsprechend der Ziele des Pariser Klima-Abkommens auf maximal 1,5 Grad beschränkt wird.

Das sind ambitionierte Ziele. Als Sie Vaude übernommen haben, beschlossen Sie entweder komplett auf Nachhaltigkeit zu setzen oder es ganz sein zu lassen. Sehen Sie dies als notwendige Voraussetzung für den Weg den Sie gegangen sind? Und denken Sie, andere Unternehmen sollten auch diesem „Alles oder Nichts Prinzip“ folgen?

Da gibt es einen Mittelweg. Als ich Vaude übernahm, kamen wir aus einer Zeit, in der wir schon große ökologische Projekte auf den Weg gebracht hatten. Zum Beispiel hatten wir schon 1994 eine komplette recycelbare Linie. Ein Rucksack besteht bspw. aus mehr als 50 Einzelteilen aus ganz verschiedenen Materialien. Ein so komplexes Produkt aus einem Material, d.h. aus sortenreinem Polyester, herzustellen, damit es komplett recycelt werden kann, ist ein riesiger innovativer Aufwand. Wir haben dafür ein Industrie-Netzwerk namens Ecolog geschaffen, dass die Ware zurückgenommen und rückstandslos recycelt hat.

Wir haben also Projekte gestemmt, die einen unheimlichen Ressourcenaufwand erfordert haben; mit dem Ergebnis, dass im Fall Ecolog ganz wenige Jacken und Rucksäcke in dieser Qualität überhaupt zurückkamen. Wir hatten mehrere ähnliche Beispiele, die uns bewusst machten: Wenn wir diesen Weg gehen möchten, dann müssen wir es schaffen, dass der Kunde diesen Mehrwert auch wahrnimmt. Deshalb gab es für mich nur die Option, das Thema ganzheitlich umzusetzen. Und das aus mehreren Gründen: Zum einen damit wir uns als nachhaltige, glaubwürdige Marke positionieren können unsere Kunden wahrnehmen, wofür wir uns einsetzen. Zum anderen sollten auch unsere Mitarbeiter erleben, dass unser Engagement echt und authentisch ist. Andernfalls kann intern immer wieder der Gedanke aufkommen, dass man es nicht ernst meint: Warum setzen wir uns hier so stark ein und dort nicht? Ist das hier bei Vaude wirklich Nachhaltigkeit?“

Deshalb war für uns klar, wir müssen Nachhaltigkeit ganz oder gar nicht machen, damit wir die ganze Kraft in eine Richtung bündeln und echte Veränderungen bewirken können. Damit wir nicht am Ende in Schönheit sterben. Und damit wir die Chance haben zu zeigen, dass es möglich ist, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig erfolgreich zu sein.

Ich weiß nicht, ob es übertragbar ist auf jede Branche. Nachhaltigkeit ist für mich nichts anderes als unternehmerische Verantwortung. Was wir gelernt haben ist, dass es komplex ist und ein wirklich tiefes Wissen erfordert für jeden Schritt, den man geht. Dabei kommt man immer wieder an den Punkt, wo man feststellt, dass das vorhandene Wissen nicht ausreicht und man neue methodische, inhaltliche, oder auch unternehmerische Kompetenz aufbauen muss. Außerdem braucht es wirklich viel Kraft, denn Nachhaltigkeit ist mit einem hohen zusätzlichen Aufwand und Kosten verbunden. Da muss man schon mit ganzem Herzen dabei sein, um diesen Weg erfolgreich zu gehen.

Sie sagen, es war wichtig, dass die Kunden mitbekommen, was sie bereits alles tun. Das bedeutet einerseits eine ganzheitliche Strategie aber auch Kommunikation für Nachhaltigkeit bei Vaude. Es ist ja gerade im Nachhaltigkeitsbereich umstritten, wie früh ich Nachhaltigkeitserfolge kommuniziere ohne dass es als Greenwashing bezeichnet wird. Wie blicken Sie auf das Thema?

Eine transparente Kommunikation ist eine wichtige Basis, von Anfang an. Denn es geht nicht nur um Erfolge, sondern auch darum, aufzuzeigen, wie komplex die Herausforderungen sind, wo es vielleicht auch noch Baustellen oder Schwierigkeiten gibt. Das finde ich extrem wichtig.

Wir leben in einer Welt, in der es immer noch viel Schwarz-Weiß-Denken gibt, dass also alles entweder gut oder schlecht sei. Jeder Schritt der Nachhaltigkeit zeigt uns, dieses Denken funktioniert so nicht. Ich kann nicht von Schwarz auf Weiß wechseln, sondern muss ganz kleine Schritte machen. Und ich kann nicht darauf warten bis alles perfekt ist, um es dann zu kommunizieren. Es ist wichtig, die Kunden von Anfang an mitzunehmen auf diesen Weg und sie transparent zu informieren.

Wir haben von Anfang an transparent kommuniziert, wo wir hin möchten und wo auch Schwierigkeiten auf diesem Weg liegen. Das hat sicher dazu beigetragen, dass wir als glaubwürdige Marke wahrgenommen werden.

Ich erlebe, dass große Bedenken bestehen so offen zu kommunizieren. Ich würde sagen, habt Mut dazu! Jedem ist bewusst, dass nichts perfekt ist und wenn man versucht, erst dann zu kommunizieren, wenn alles perfekt ist, wartet man ewig, denn diesen Zustand erreicht man nicht.

Ich nehme an, eine solche offene und transparente Kommunikation funktioniert aber auch nur mit einer entsprechenden Integrität.

Ja. Als ich die Geschäftsführung übernahm, beschlossen wir gemeinsam mit meinen Kollegen in der Geschäftsleitung, ein durch und durch nachhaltiges Unternehmen zu werden. Dabei setzten wir uns das Ziel, Europas nachhaltigster Outdoor-Ausrüster werden. Das haben wir auch bewusst nach innen und außen kommuniziert, um uns selbst unter Druck zu setzen und uns auch an diesem Ziel messen zu lassen. Entscheidend war für uns dabei, dass wir von Anfang auf höchste Standards und Transparenz setzen und uns objektiv messen und bewerten lassen. So haben wir uns von Anfang an, extern auditieren und zertifizieren lassen; wie bspw. EMAS, bluesign Standard, Fair Wear, GWÖ oder auch der internationale GRI-Standard für unseren Nachhaltigkeitsbericht. Vaude lässt sich bis heute nach den strengsten Standards zu Nachhaltigkeit auditieren, um höchstmögliche Vergleichbarkeit und Transparenz zu gewährleisten.

Ich höre zwei verschiedene Punkte heraus, die wahrscheinlich ineinandergreifen. Einerseits dass die Mitarbeitenden es erleben sollen und es außen spürbar ist. Aber auch, dass Sie sich auditieren lassen und Systeme dafür haben. Vielleicht nun ein wenig plakativ die Frage: Wenn es um Nachhaltigkeit geht, was ist wichtiger? Managementsystem oder Unternehmenskultur?

Ich finde beides extrem wichtig – das eine geht ohne das andere nicht. Managementsysteme sind wichtig, da es professionelle Business-Kompetenz erfordert, Nachhaltigkeit strategisch und ganzheitlich zu verfolgen. Das muss systematisch erarbeitet und abgebildet werden, um zu erkennen, wo liegen meine Schwerpunkte, wo habe ich die größte Hebelwirkung, wo sind meine Schwachpunkte? Die lassen sich über Managementsysteme wie EMAS oder die Gemeinwohlbilanz umfassend und professionell erarbeiten. Auf diese Weise lässt sich das Unternehmen ganzheitlich aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und es wird erkennbar, wo man schon weit vorangekommen ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Auf dieser Basis lassen sich systematisch Ziele ableiten, Prozesse und Verantwortlichkeiten aufsetzen und die Aufgaben können in allen Bereichen abgearbeitet werden.

Genauso wichtig ist die Unternehmenskultur, weil Nachhaltigkeit oft Pionierleistungen erfordert.

Als wir damit begannen, Nachhaltigkeit konsequent zu verfolgen, existierten viele Standards noch gar nicht. Eine weitere Herausforderung war, dass wir die ganze Lieferkette in Asien transformieren– und das als Mittelständler. Wir sind auf Herausforderungen gestoßen, für die es locker 50 gute Argumente gab, warum es an dieser Stelle nicht weitergehen konnte. Wenn sich zum Beispiel meine wichtigsten Produzenten nicht auditieren lassen wollten oder wir eine Material-Alternative gefunden haben, die schadstofffrei ist aber 80 Prozent mehr kostet etc.

Bei jedem Schritt gibt es Hindernisse zu überwinden, dafür braucht es eine starke Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter aktiv gestalten und Verantwortung übernehmen.

Es müssen permanent Lösungen für komplexe Fragestellungen entwickelt werden. Dies funktioniert nicht über Einzelpersonen oder über Führungskräfte. Dafür braucht es Experten und Menschen, die mit Leidenschaft gemeinsam um die beste Lösung ringen können. In einer Kultur, die schöpferisches Potenzial freilegt, entstehen die besten Lösungen und Innovationen.

Sie haben in einem Interview gesagt, Studenten, die zu Ihnen kommen, seien oft in moralisch-ethischen Diskussionen nicht geübt. Das ist auch eine starke Kulturfrage. Wie schaffen Sie es so eine Kultur zu entwickeln und neue Menschen in die Kultur hinein zu bekommen?

Wir legen großen Wert auf eine Vertrauenskultur. Die Grundlage dafür ist ein positives Menschenbild. Wir gehen davon aus, dass Menschen grundsätzlich, Leistung bringen möchten. Das bedeutet für Führungskräfte, dass sie in erster Linie einen Rahmen schaffen, in dem sich Mitarbeiter entfalten, Entscheidungen treffen und gut zusammenarbeiten können. Wir setzen auf Vertrauen und Selbstwirksamkeit, d.h. wir ermutigen unserer Mitarbeiter, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzugestalten. Dabei bieten wir unseren Mitarbeitern viel Flexibilität, Vertrauensarbeitszeit und fördern das mobile Arbeiten, z.B. im Home Office.

Um so eine Kultur im ganzen Unternehmen zu verwirklichen, braucht es auch Schulungen. Im ersten Schritt haben wir alle Führungskräfte geschult. Den Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen, einander zu vertrauen auch sich selbst ehrlich einschätzen zu können, das ist nicht für jeden selbstverständlich. Auch das ist für uns bei Vaude Nachhaltigkeit.

Dann haben wir festgestellt, die Führungskräfte sind jetzt schon sehr weit als Rahmengeber, aber wir haben immer noch Mitarbeiter, die nach oben blicken und Entscheidungen erwarten. Und da haben wir beschlossen im nächsten Schritt das ganze Unternehmen und jeden Mitarbeiter auf Selbstwirksamkeit zu schulen.

Dabei lernt man die eigenen Bedürfnisse kennen und wird sich klar darüber, wie man in bestimmten Situationen von seinen Bedürfnissen und Emotionen geprägt wird. Es geht um Fragen wie: „Was ist jetzt emotional getrieben, was ist sachlich getrieben?“. Man lernt sehr viel Beziehungskompetenz. Denn wenn man sich selbst und die anderen gut kennt, lassen sich Diskussionen viel sachorientierter führen und gemeinsam die besten Lösungen erarbeiten. Das hilft uns enorm bei komplexen Herausforderungen und Zielkonflikten, die es aus dem Weg der Nachhaltigkeit permanent gibt.

Letzte Woche meinten Sie auf einer Konferenz „die Mitgestaltung im Ort prägt Vaude und Vaudes Seele auf ganz besondere Weise“. Was meinen Sie damit? Und welchen Wert hat lokales Engagement für Unternehmen?

Der Wert ist wirklich schwer zu bemessen. Unser Firmensitz ist sehr ländlich gelegen, in einem kleinen Dorf. Wir haben wir uns hier einen Campus geschaffen mit unserer eigenen Bio-Kantine, einer Kletterwand und einem begrünten Innenhof. Hier am Standort haben wir auch ein Kinderhaus in Kooperation mit der Stadt Tettnang, wo Kinder unserer Mitarbeiter, aber auch Kinder von Familien in der Umgebung betreut werden. Außerdem betreiben wir das örtliche Familienfreibad in Kooperation mit der Stadt und dem Förderverein. Dazu haben wir uns vor einigen Jahren entschlossen, als es von der Schließung bedroht war.

Das ist ein großer Spagat, da wir ein international aufgestelltes Unternehmen sind, das zugleich aber sehr verankert vor Ort ist.

Für uns ist Vaude eine Art Heimat. Man kommt zu Vaude und man spürt Vaude. Viele Menschen, die uns besuchen, sagen es sei ein Ort zum Wohlfühlen. Man kann Vaude wahrnehmen, als Seele.

Wenn Journalisten zu uns kommen, fällt ihnen oft auf, dass die Mitarbeiter freundlich und gut gelaunt sind. Es ist ein guter Ort mit einer positiven Energie. Es lässt sich schwer bemessen was das ausmacht. Ich glaube, das schafft Identität und Zusammenhalt. Und das gerade in Zeiten, die ja eher haltlos sind.

Sie haben von dem Kinderhaus gesprochen. Bei Vaude haben die Mitarbeiterinnen ungefähr fünfmal so viele Kinder wie der deutsche Durchschnitt. Das ist beachtlich und wirft Fragen auf. Auf der einen Seite die Frage: Warum ist das so? Auf der anderen Seite: Wie funktioniert es trotzdem ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen zu sein, wo viele andere Unternehmen bei dem Thema über komplizierte Vertretungsregelungen und Ausfälle klagen?

Wir haben unser Kinderhaus schon 2001 eröffnet. Damals wie heute gab es zwar einen Kindergarten im Ort, aber er hat damals nur Kinder von drei bis sechs Jahren aufgenommen. Außerdem nur von 9 Uhr und bis 12 Uhr geöffnet und drei Monate im Jahr geschlossen. Unter solchen Bedingungen war es schwierig überhaupt mit Kindern zu arbeiten.

Bei uns hatte das zur Folge, dass Mitarbeiterinnen, die Kinder bekamen, drei Jahre ausgefallen sind, dann vielleicht noch ein Kind bekommen haben und erst nach sechs, sieben Jahren wieder komplett ins Unternehmen zurückgekommen sind. In einer dynamischen Branche wie unserer, ist das eine sehr lange Zeit, d.h. man ist völlig aus dem Arbeitskontext gerissen.

Wir hatten zu dem Zeitpunkt so gut wie keine weibliche Führungskraft und deshalb war das auch wirtschaftlich relevant zu sagen: Wir sorgen selbst für Kinderbetreuung und schaffen die Infrastruktur. Wir haben uns zeitgleich auditieren lassen von „Beruf und Familie“ der Hertie-Stiftung und gemeinsam haben mit unseren Mitarbeitern ganz stark daran gearbeitet, welche Themen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch im Weg stehen. Wir haben flexible Arbeitszeiten eingeführt, Teilzeit und Homeoffice ermöglicht. Nach drei Jahren haben wir festgestellt, dass die Kinderzahl im Unternehmen und auch der Bedarf an Plätzen in unserem Kinderhaus stark angestiegen ist. Wir haben jedes Jahr 20 bis 25 Babys bei 500 Mitarbeitern.

Warum ist die Kinderquote bei Vaude so hoch? Ich habe vor zwei Wochen einen Artikel gelesen, dass es wissenschaftlich bewiesen sei, dass mehr Kinder geboren werden, wenn es im Umfeld bereits viele Kinder gibt.

Und wie klappt das bei uns? Es ist natürlich eine Herausforderung. Wir haben jedes Jahr etwa 50 Elternzeitler. Bei uns übernehmen auch die Männer durchweg Mitverantwortung und zwar in hohem Maß. Außerdem sind wir in der Outdoor-Branche, das heißt unsere Mitarbeiter sind sehr aktiv, gestalten ihr Arbeitszeit flexibel und möchten vielleicht auch mal eine Auszeit nehmen. Dadurch gibt es viele Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Wir profitieren davon, indem unsere Fluktuation sehr gering ist. Andererseits haben wir extrem fließende Teams, die sich ständig verändern. Wir sind inzwischen sehr geübt darin, Arbeits- und Aufgabenpakete zu definieren und umzuschichten. Es ist ständig im Fluss.

Das ist einerseits sehr anstrengend, weil es permanent Veränderungen gibt, für die man Lösungen erarbeiten muss. Andererseits sind wir dadurch sehr agil. Bei uns besteht nie die Gefahr, dass wir in festgefahrenen Prozessen verharren. Dadurch sind wir sehr sehr lösungsorientiert und flexibel. Das hilft uns bei Vaude auch mit großen Herausforderungen zu Nachhaltigkeit gut zurechtzukommen. Und es ist wirklich eine hohe Lebensqualität für unsere Mitarbeiter, wenn sie ihre Bedürfnisse einbringen und ihr Leben so leben können, wie sie das gerne möchten. Beide Seiten, die Mitarbeiter und das Unternehmen, müssen aufeinander zugehen und gemeinsam Lösungen finden, aber dadurch erreichen wir eine sehr hohe Lebensqualität.

Ich habe noch zwei abschließende Fragen. Wenn Sie heute diesen Weg noch einmal gehen würden. Was würden Sie anders machen?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Es war teilweise schon sehr steinig. So gab es große Zielkonflikte zu Nachhaltigkeit, da die nachhaltige Ausrichtung bei Vaude deutlich mehr Aufwand und Kosten verursacht, die wir nicht komplett an den Kunden weitergeben können. Dennoch bin ich überzeugt davon, dass es der richtige Weg ist und dass es sich trotz aller Anstrengungen auch lohnt. Wir hatten von Anfang an eine gute Mischung. Einerseits einen systematischen, professionellen Ansatz mit Managementsystemen, Auditierungen und langfristigen Zielen. Andererseits aber auch greifbare, kleine Veränderungen vor Ort, durch die unsere Mitarbeiter Nachhaltigkeit erleben können.

Was ich anders machen würde? Auf dem Weg die Kultur zu gestalten, würde ich eine stärkere externe Begleitung nutzen. Da sind wir auch mal Schleifen gelaufen, die teilweise schmerzhaft waren. Aber da muss man auch den richtigen Partner finden, der zu einem passt.

Doch das was schmerzhaft und anstrengend war, hat uns auch gestärkt und dahin geführt, wo wir heute sind.

Ich glaube, dass wir von Anfang an mehr externe Beratung reingeholt hätten, wenn wir die richtigen gefunden hätten.

Was ist Ihr wertvollster Tipp für Unternehmen die nachhaltiger werden wollen oder auf dem Weg schon ein paar Schritte gegangen sind?

Ich halte es für entscheidend, frühzeitig zu erkennen, dass Nachhaltigkeit eine professionelle Business-Kompetenz ist, die man sich als Unternehmen aufbauen muss. Es erfordert eine systematische Vorgehensweise, diese Kompetenz intern zu etablieren und organisatorisch als auch in Form von Prozessen abzubilden.

Dabei ist es sinnvoll, die Nachhaltigkeitsausrichtung in der Geschäftsleitung anzusiedeln, um sie im ganzen Unternehmen zu verankern und in allen Bereichen umzusetzen. Dafür sollte auch eine gute interne Struktur aufgebaut werden. Das heißt zu schauen, welches Managementsystem zu meinem Weg passt. Und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Nachhaltigkeitsziele möglichst in die Aufgaben aller Mitarbeiter einfließen. Zugleich ist es wichtig, auch kleine, greifbare Veränderungen vor Ort umzusetzen, die für jeden Mitarbeiter spürbar sind. So haben wir zum Beispiel sehr schnell auf Fairtrade-Kaffee umgestellt oder auch ein konsequentes Mülltrennungssystem im ganzen Unternehmen eingeführt. Solche Veränderungen tragen dazu bei, die Glaubwürdigkeit intern zu untermauern.

Nach unserer Erfahrung kommt es auf eine gute Mischung an zwischen dem großen strategischen Dach mit einer professionellen Einordnung im Unternehmen – und der konsequenten Umsetzung der Dinge vor Ort unter Einbindung der Mitarbeiter.

Wollen Sie noch ein paar letzte Worte loswerden?

Wenn man sich überlegt, was Nachhaltigkeit ist, dann würde ich heute sagen es ist nichts anderes als unternehmerische Verantwortung. Als Unternehmen ist es meine Pflicht mir bewusst zu machen welche moralischen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen mein Handeln weltweit hat. Ich sollte mir die Frage stellen: Wo habe ich denn tatsächlich unternehmerische Verantwortung, die ich momentan noch nicht wahrnehme, weil ich mir derer nicht bewusst bin? Oder weil ich denke, darum kümmert sich ja mein Lieferant oder der Produzent – damit habe ich nichts mit zu tun. Ich sollte mir bewusst machen, dass das erstens nicht stimmt – so meine Überzeugung. Und zweitens, vielleicht für viele Unternehmen noch wichtiger: Dass der Kunde dies schon lange erkannt hat und von Unternehmen erwartet, dass sie entlang ihrer globalen Lieferkette Verantwortung übernehmen.

Ich erlebe es häufig noch, dass Unternehmer der Überzeugung sind, ihre unternehmerische Verantwortung liege darin gute Produkte zu machen und Arbeitsplätze zu sichern. Viele Unternehmen nehmen noch nicht wahr, dass Kunden und Bürger mehr von den Unternehmen erwarten und sie für globale Probleme mitverantwortlich machen wie z.B. für den Klimawandel, die Plastikverschmutzung oder den übermäßigen Ressourcenverbrauch.

Man tut gut daran sich schnell darauf einzurichten, dass es eine professionelle Business-Kompetenz ist, die ich mir jetzt aufbauen muss, bevor es zu spät ist.

Vielen Dank für das sehr angenehme und inhaltlich wertvolle Gespräch. Ich habe viel Lust bald mal in Tettnang vorbei zu kommen.

Vielen Dank auch von mir und Sie sind herzlich eingeladen.

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Toni Kiel
Themenbereich Nachhaltigkeitsstrategie

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Nachhaltiges Wirtschaften? 9 progressive Tipps für Unternehmen.

Nachhaltiges Wirtschaften scheint ein geflügeltes Wort und viele geben sich mit kleinen Maßnahmen zufrieden. Für Unternehmen, die es bereits etwas ernster meinen und fortschrittliche Wege gehen wollen, haben wir 9 Ideen gesammelt, die helfen sollen über die altbekannten Themen hinaus zu denken.

Wer diese Ideen umsetzt, trägt schon mehr zu nachhaltigem Wirtschaften bei. Außerdem sind viele der Ideen auch für Kund*innen ein klares Bekenntnis zu Nachhaltigkeit. Wichtig ist trotzdem nicht an einzelnen Maßnahmen stehen zu bleiben, sondern Nachhaltigkeit zum Teil des Unternehmens zu machen. Wer so weit ist, sollte sich eine Nachhaltigkeitsstrategie geben und Nachhaltigkeit damit fest verankern.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung dieser progressiveren Ideen für nachhaltiges Wirtschaften!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

1. Umweltfreundliche Teamevents

Teambuilding ist unbestritten wichtig und die Möglichkeiten vielfältig. Neben Rallyes und dem abendlichen Dinner bietet es sich an gemeinsam etwas Gutes zu tun. Wie wäre es damit zum World Cleanup Day gemeinsam den Fluss sauber zu machen? Oder im Tierheim zu helfen, in der Suppenküche auszuschenken oder auch für ein gemeinsames Ziel demonstrieren zu gehen?

2. Die Erkenntnisse für nachhaltiges Wirtschaften an Alle weitergeben

So einfach wie effektiv: Wenn selbst gute Erfahrungen mit der ein oder anderen Maßnahme für mehr Nachhaltigkeit gemacht wurden, hat es einen umso größeren Effekt diese Tipps den Partner*innen, Geschäftskund*innen, Zuliefernden, Fans und allen Interessierten (Stakeholder) mitzugeben. Das schafft Verbindung und echten Austausch.

Cooles Beispiel: Reiseunternehmen haben beispielsweise einen riesigen Impact, wenn sie nachhaltige Mitnahmeempfehlungen an ihre Kund*innen weitergeben, z.B. wiederbefüllbare Flaschen, Wasserfilter, Besteck, Mentruationstasse, Baumwollbeutel und Co. Selbst wenn nur ein Teil der Kund*innen dies beherzigt, wird der ökologische Fußabdruck kleiner.

3. Zusätzliche Urlaubstage für gesellschaftliches oder Umweltengagement

Die ersten Unternehmen wie ecosia machen es vor und geben Mitarbeitenden zusätzliche Urlaubstage dafür sich gesellschaftlich, ökologisch oder politisch zu engagieren. Zeit und Menschen die sich einbringen können, sind für die meisten Initiativen am wertvollsten und umso effektiver diese Maßnahme.

4. CO2 und Emissionen kompensieren

Fast schon ein alter Hut für nachhaltiges Wirtschaften, aber eben ein wichtiger. Wenn man sich das Ziel gesetzt hat Emissionen (CO2 und Äquivalente) zu senken, das aber gerade nicht umsetzen kann, dann ist es ein konsequenter Schritt diese Differenzen zu kompensieren. Dafür gibt es diverse Projekte, die z.B. Bäume pflanzen oder Erneuerbare Energien fördern. Zuvor sollte sich aber gut informiert werden, welche Projekte glaubwürdig sind und realistische Zahlen angeben. Hier Infos vom Umweltbundesamt.

5. Anreize für wiederverwendbare Produkte schaffen

Die Möglichkeiten hören nicht beim eigenen Handeln auf. Seinen Kund*innen Anreiz zu nachhaltigerem Handeln zu geben, ist eine riesige Möglichkeit. So kann man z.B. als Café-Betreiber Kund*innen einen Rabatt geben, wenn sie eigene Becher mitbringen. Oder als Textilunternehmen (wie Haglöfs) einen Gutschein, wenn Kund*innen die alte Jacke zurück geben, sodass Rohstoffe daraus wieder genutzt werden können.

6. Kostenlos Trinkwasser auffüllen lassen

Die refill-Initiative setzt sich dafür ein, dass Menschen auch unterwegs Zugang zu Leitungswasser haben, weil Leitungswasser als Grundrecht gelte. Als Unternehmen kann man einfach Teil der Bewegung werden, meldet sich an, wird online gelistet und per Aufkleber oder Beschriftung darauf hinweisen. Damit kann man auch neue Begegnungen mit möglichen Kund*innen schaffen.

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7. Reste und Abfall kreativ weiter nutzen

Upcycling, also die Weiternutzung oder sogar Aufwertung ausgelebter Dinge, ist ein echter Trend geworden und wichtiger Teil von nachhaltig Wirtschaften. Auch als Unternehmen kann man sich umschauen, ob nicht irgendwo „Abfälle“ weiter genutzt werden können. Laguna-Onlineshop macht das vor und nutzt privat angefallene Kartons (Schuhe etc.) der Mitarbeitenden als Versandkartons für die eigenen Produkte.

8. Findet mit Mitarbeitenden und Partnern gemeinsam nachhaltige Lösungen

Viele Unternehmer*innen und Manager*innen stehen irgendwann vor Nachhaltigkeitsfragen und finden keine Antworten mehr. Bei einem so komplexen Thema ist das ganz normal. Deswegen sollte man zur Findung von Lösungen Mitarbeitende und Kund*innen einbinden. Denn gemeinsam Lösungen erarbeiten macht mehr Spaß, erhöht die Akzeptanz deutlich und schafft oft pragmatischere und funktionierendere Lösungen.

9. Macht Nachhaltigkeit zu einem Prozess der Spaß macht!

Sich Nachhaltigkeitsthemen zu widmen kann aufwändig sein und immer wieder Herausforderungen aufwerfen. Das muss so nicht sein! Findet Formate, gemeinsame Arbeitsrunden, Kreativwerkstätten, „Bastelstunden“ oder ganz andere Elemente, die Nachhaltigkeit zu etwas frischem und ermutigendem machen.
Hierfür Inspiration können Formate wie der Global Goals Jam bieten oder Methodiken des Sustainable Design Thinking sein. 

Progressiv Denken und das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen: Nachhaltig Wirtschaften als ganzheitlichen Ansatz verfolgen

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen braucht es progressive Ansätze. Besser als Gesamtes, nicht nur in Einzelmaßnahmen. Daher bietet plant values u.a. an, dass wir strategisch Denken (Nachhaltigkeitsstrategie), wir gemeinsam passende Lösungen für Abteilungen oder Handlungsfelder erarbeiten (CSR-Maßnahmen) oder zusammen die wesentlichen Hebel für eine dauerhafte Nachhaltige Unternehmensentwicklung identifizieren – mit ihnen und ihren Partnern. (Wesentlichkeitsanalyse und Stakeholderdialog). Sprechen Sie dazu einfach an oder mailen Sie uns! 

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21 CSR-Maßnahmen für Unternehmen – einfach, aber wirksam

Viele Unternehmen wollen mit Nachhaltigkeit beginnen und suchen erste einfache CSR Maßnahmen. Die Bandbreite ist unerschöpflich und wir haben in unseren anderen Nachhaltigkeits-Tipps viele weitere aufgelistet.

Hier haben wir versucht einfach umzusetzende und effektive Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit zusammenzutragen.

Sie dürfen und sollen Inspiration geben und einen guten Einstieg in das Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen schaffen. Ist die Motivation erst einmal geweckt, dürfen weitere Maßnahmen unternommen und diese systematisch ausgebaut werden. Wir finden es wichtig, dass es nicht bei alleinstehenden Maßnahmen bleibt, sondern dass Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlicher angehen. Dabei hilft eine durchdachte und passende Nachhaltigkeitsstrategie.

Jetzt aber zu den einfach umzusetzenden CSR Maßnahmen.

Viel Spaß beim Lesen und nachhaltig inspirieren lassen!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

1. Events in ungenutzten Flächen veranstalten

Gerade für Veranstaltungen bietet es sich an das eigene Netzwerk einmal nach ungenutzten Räumlichkeiten zu durchforsten. Wie wäre es mit Zwischennutzung? Die am Wochenende leere Produktionshalle, das morgendlich geschlossene Café, der Kinderspielwarenladen oder sogar das gerade ungenutzte alte Palais. Solche Locations geben der Veranstaltung besonderen Charme. Und Zwischennutzung verringert in Summe den Gesamtflächenverbrauch und damit fast immer die eingesetzten Ressourcen und folglich nötige Flächenversiegelung.

2. Firmenaccount bei Carsharing

Viele Unternehmen unterhalten noch kleinere oder größere Fahrzeugflotten. Dabei stehen bekanntlich individuell genutzte Autos bis zu 90% der Zeit unbenutzt. Gerade für Dienstleistungsunternehmen bieten sich Accounts bei Carsharing-Angeboten an. Sie sind meist günstiger als ein eigenes Auto und sind durch die kollektive Nutzung deutlich umweltfreundlicher insbesondere in Bezug auf verbrauchte Ressourcen (weniger Fahrzeuge) und genutzte Fläche. Eine einfache aber wirksame CSR Maßnahme.

Achtung! Den Rebound-Effekt beachten: Durch die Bequemlichkeit des Carsharing sollte nicht mehr gefahren werden, sonst hebt sich der positive Effekt auf – und kehrt sich womöglich direkt ins Negative.

3. (Alternativen zu) Geschäftsreisen

Geschäftsreisen zu anderen Teams, Partner*innen oder Kund*innen gehören für viele Unternehmen zum Alltag dazu. Für viele von ihnen auch Flugreisen innerhalb Deutschlands. Um die Geschäftsreisen und damit die in Summe enorme Umweltbelastung zu senken, sind Videokonferenzen eine echte Alternative! Geben wir dem eine echte Chance. Hier Tipps für die Integration von Skype, zur Skype-Alternative zoom und allgemeine Tipps für eine gute Videokonferenz.

Wenn eine Geschäftsreise nicht vermeidbar ist oder auch wenn es einfach um den Pendelverkehr geht, dann unser absoluter Tipp: häufiger die Bahn nutzen! Eine einfache und wirksame Nachhaltigkeits-Maßnahme. Gegenüber dem Autofahren oder auch dem aufwendigen Fliegen kann man in der Bahn entspannt arbeiten und wirklich produktiv sein. Mittlerweile gibt es in den meisten Zügen WLAN und meist ist die Bahn in Summe sogar die schnellere Alternative.

4. Bike-Leasing für Mitarbeitende

Als Arbeitgeber*in oder Selbständige*r können nicht nur Autos sondern auch Fahrräder geleast werden. Viele Mitarbeitende wissen so ein Angebot offenbar zu schätzen. Mehr Informationen zu dieser CSR Maßnahme gibt es z.B. hier.

5. Firmen-Lastenräder

Als Unternehmen, gerade in Städten, kann es sich lohnen so manche Transporte mit Lastenrädern durchzuführen. Das Beispiel eines Berliner Schornsteinfegers zeigt, dass es Geld spart, schneller ist, Aufmerksamkeit schafft und die Umwelt entastet. Außerdem gibt es verschiedene Förderungen für Lastenräder.

6. CSR-Maßnahme in Workshops? Umweltfreundlicher gestalten!

Viele kennen die Flut von Post-Its und Ausdrucken zu Workshops. Die ersten digitalen Tools schicken sich an, dem gegen zu wirken, so z.B. Mind Objects. Wenn man es trotzdem haptisch mag, dann z.B. mit wiederbeschreibbaren, magnetischen Post-Its. Und wenn man die Zettelchen trotzdem braucht, dann doch gern die aus Recyclingpapier.

7. Events nachhaltiger gestalten

Veranstaltungen können oft unnötig viele Ressourcen brauchen, das Catering zu viel Essen übrig haben, die Teilnehmenden mehr mit dem Flugzeug als der Bahn anreisen. Kein Einweggeschirr und -besteck inklusive keine Einwegstrohhalme. Auch hier kann also viel getan werden, um umweltfreundlicher zu werden. Als Hilfestellung hier ein guter Leitfaden mit Checkliste. Und für die, die tiefer in diese Maßnahme für mehr Nachhaltigkeit einsteigen wollen, lohnt es sich an den verschiedenen Weiterbildungen teilzunehmen.

8. Grünes Hosting von Web-Diensten

Unsere Websites und anderen Online-Dienste werden meist auf fremden Servern gehostet. Aber wie viel Mühe geben sich unsere Hoster in Sachen? Wie sieht es mit erneuerbaren Energien, Ressourcenschonung, Mitarbeiterzufriedenheit aus? Die Bandbreite grüner Hoster wird immer größer. Wir haben uns nach längerer Recherche für Manitu entschieden.

9. Nachhaltige Bank und Finanzströme

Die Wirkung von Geldflüssen für die Förderung nachhaltiger (und nicht-nachhaltiger) Unternehmen und Projekte ist enorm. Aus diesem Grund sollten gerade Unternehmen gut überlegen, bei welcher Bank das Konto geführt und Geld angelegt wird. In Deutschland sind die GLS, die Triodos und die Ethikbank solche, die für nachhaltige Geschäftskonten in Frage kommen, darüber hinaus für Geldanlagen die Umweltbank. Diese garantieren, dass das Geld für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt wird und bspw. keinen Waffenfirmen oder Klima-schädlichen Unternehmen unterstützt werden. Ein Vergleich lohnt sich für diese CSR Maßnahme.

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10. Öko-Stromanbieter

Mittlerweile wissen die meisten um die Einfachheit den Stromanbieter zu wechseln und auch um den Effekt Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Nun gilt es konsequent im Unternehmenskontext drauf zu achten und umzustellen. Hier ein paar wichtige Hintergründe und Vergleiche.

11. Home-Office

Den Mitarbeitenden anzubieten im Home Office zu arbeiten, ist zeitgemäß, verbessert oft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kann zur Steigerung der Kreativität beitragen und reduziert noch Fahrtwege und teils Raumnutzung. Dabei gilt es aber für jedes Unternehmen zu prüfen, in welchem Maß und unter welchen Bedingungen diese Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit funktionieren. Das Teamgefühl oder die Produktivität sollen nicht darunter leiden. Ein Ressourcenmehreinsatz (durch doppeltes technisches Equipment) soll auch vermieden werden. Hier noch Tipps für Home Office sowohl für Arbeitgeber*in als auch Arbeitnehmer*in.

12. Essen spenden

Alle die, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind oder ein Restaurant oder Café betreiben, erleben täglich, dass meist nicht alle Lebensmittel verkauft werden können. Vor allem nicht leicht verderbliche. Dies gilt auch bei Events mit Catering. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten das übrige Essen nutzbringend weiterzugeben, so z.B. mittels Foodsharing, Too Good To Go und andere.

13. Regionale Lieferanten bevorzugen

Nachhaltigkeit hat auch meist mit der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu tun und damit mit der Frage, wen man als Unternehmen als Lieferant*in oder Dienstleister*in wählt. Oft reicht es für den Anfang, sich den Vorsatz zu nehmen, einen Lieferanten in maximal 150 km Entfernung zu wählen und schnell kommt man bei der Suche auf ganz neue Partner*innen. Zudem kann so eine Maßnahme helfen, Heimatverbundenen Mitarbeitenden mehr Identifikation mit dem Unternehmen gibt.

14. Nachhaltige und ergonomische Arbeitsplätze

Nachhaltige Möbel sind aus natürlichen Materialien und bestenfalls regional gefertigt. Sie sind frei von Toxinen und gesundheitsschädlichen Chemikalien und somit gut für die Gesundheit der Mitarbeitenden und der Umwelt. Ein ergonomisches Design beugt zudem Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz vor. So sorgt man mit adäquaten Einstellungen am Computer, Schreibtisch, Bürostuhl (u.a. Abstand und Neigung des Bildschirms, Höhe des Schreibtischs, Stuhls und der Armlehne) sowie guten Luft- und Lichtverhältnissen (Raumtemperatur, Lichteinfall, Luftfeuchtigkeit) für eine bessere Mitarbeitergesundheit.

15. Psychische Gesundheit und Sportangebote für Mitarbeitende

Zu betrieblicher Nachhaltigkeit gehört auch die Gesundheit der Mitarbeitenden und körperliche Auslastung ist ein wichtiger Eckpfeiler. Unternehmen können Sportangebote für die Mitarbeitenden jährlich und je bis zu 600 € (seit 1.1.2020) steuerfrei bezuschussen. Freizeitausgleiche, Überstundenkontos und Co. sind nur der Anfang für eine angemessene Work Life Balance.

16. Kostenlose Energieberatung

Für die ersten Schritte hin zu mehr Umweltschutz lohnt sich eine Energieeffizienzberatung. Bundesweit wird diese von der BAFA zu bis zu 80% der Kosten gefördert und einige Kommunen wie Offenbach bieten ihren Unternehmen sogar kostenlose Beratungen an.

17. Umweltfreundliche Versand-Transportboxen

Statt übliche Einweg-Kartons für den Versand zu nutzen, steigen immer mehr Unternehmen auf Versandboxen um. Eines der besten Beispiele ist der grüne Versandhändler memo. Die Einführung im eigenen Unternehmen kann Aufwand bedeuten, aber gerade bei größerem Versandaufkommen lohnenswert sein. Eine der wirksamen und auch für Kund*innen eindrucksvollen CSR-Maßnahmen.

18. Altgeräte und ausgemusterte IT spenden

Wenn Technik für den Unternehmensgebrauch zu alt wird, ist sie für den Privatgebrauch oder für Vereine oft noch mehr als ausreichend. Eine echte Alternative zur Entsorgung ist es Altgeräte zu spenden und damit bedürftigen Menschen oder Vereinen noch eine große Hilfe zu sein. Die Berliner Stadtreinigung z.B. hat hierfür eine eigene Unterseite.
Ebenso kann ein Weg sein, IT bei Profis für Datenlöschung und Aufarbeitung (refurbishment) abzugeben. AfB bietet diesen Service an und verfolgt zudem konsequent den Gedanken der Inklusion – womit sie ein Paradebeispiel für Sozialunternehmen (Social Business) darstellen. Unterstützenswert, oder? 

19. Aufgearbeitete IT anstatt Neuware 

Anstatt Neuware zu kaufen, sollte man prüfen, ob Laptops und Dienstsmartphones nicht auch aufgearbeitet zu bekommen sind. Das senkt den ökologischen und sozialen Impact enorm! Unter dem Schlagwort „Refurbished“ finden sich inzwischen zahlreiche professionelle Anbieter für IT. (Weiterlesen zu dem Thema)

20. Auf Siegel achten – auch bei Technik

Siegel für Bio-Lebensmittel oder fairtrade-Textilien kennt man inzwischen. Aber wer kennt Nachhaltigkeits-Labels für Technik? Inzwischen haben sich auch hier erste brauchbare Standards entwickelt und es gibt zertifizierte Technik: Energie Star, TCO, Nordic Ecolabel sind einige Beispiele. Wer faire und umweltverträgliche Produktion unterstützen möchte, sollte unbedingt vorm IT-Kauf einen Blick auf die verschiedene Labels werfen.

 Zusammenstellung verschiedener Labels im Vergleich von utopia.de (c) „Die wichtigsten Siegel für Smartphones und Laptops (© Energy Star, TCO, Nordic Ecolabel, EU-Ecolabel, Blauer Engel)“

21. Fahrgemeinschaften bilden einfach gemacht

Warum nicht dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden Mitfahrende werden? Mittlerweile gibt es Apps, die sich explizit an Unternehmen richten, um den Mitarbeitenden die Bildung von Fahrgemeinschaften zu erleichtern. Versichert ist man auf diesen Fahrten übrigens auch arbeitsseitig, solange der Absicht bzw. der Zweck gegeben ist, auf Arbeit zu fahren.

Das waren unsere einfachen aber wirksamen CSR-Maßnahmen, die den Einstieg zu mehr Nachhaltigkeit erleichtern sollen.

Nicht bei der Einzelmaßnahme stehen bleiben: Nachhaltigkeit als Treiber künftiger Geschäftsmodelle erkennen

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen muss es langfristig über Einzelmaßnahmen hinaus gehen. Wir bieten deswegen an bei der Entwicklung von Nachhaltigkeits-Strategien zu unterstützen und gemeinsam Nachhaltigkeits-Maßnahmen für Ihr Unternehmen zu entwickeln. Für eine fundiertere Vorbereitung unterstützen wir mit Analysen wie Sustainability-SWOT oder Wesentlichkeitsanalysen.

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11 Tipps für Green Marketing und Guerilla Marketing

Nachhaltigkeit findet sich in allen Unternehmensbereichen. So auch als Green Marketing oder nachhaltiges Marketing. Von schnell umsetzbaren Tricks bis zu ausgefallenen grünen Kampagnen ist alles dabei.

Wir haben 11 Ideen gesammelt, die nachhaltigen Unternehmen helfen können, ihre Bemühungen noch präsenter zu machen. Wir wollen gern weiter sammeln und sind über jeden weiteren Tipp dankbar.

Viel Spaß beim Lesen und nachhaltig inspirieren lassen!

Wer noch mehr Wissen sucht, für die haben wir einen umfassenden Leitfaden zu Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen zusammengestellt.

Ideen für Green Marketing und Guerilla Marketing

1. Green Graffiti

Aus Moos, Gras und anderem Grün lassen sich eindrucksvolle „Graffitis“ an Fassaden und auf Plakatwänden gestalten. Hier werden Green Marketing und Guerilla Marketing billant verbunden. Gleichzeitig werden Chemikalien für Farben und Co. gespart. Tolle Beispiele sind hier→ gesammelt.

Und hier ein Video zum selber machen:

2. Email statt Brief

Wenn schon massenweise Informationen z.B. an Kund*innen oder Geschäftspartner*innen versandt werden müssen, dann muss das definitiv nicht mehr per Brief geschehen. Mails funktionieren einfacher, schneller und günstiger. Der Inhalt wird in beiden Fällen ohnehin meist nur einmal gelesen. Wenn es besondere Mailings sein sollen, gibt es tolle Beispiele für ansprechend gestaltete Mails.

Konkret emittiert eine Email durchschnittlich 1-10 Gramm CO2, während ein Brief 20 Gramm CO2 ausstößt. Leider werden auch deutlich mehr Emails geschrieben. Um diesen Rebound-Effekt zu vermeiden, dürfen wir uns alle darin üben unsere Email-Kommunikation effizient zu halten. (Die Zahlen zum Nachlesen)

3. Kataloge vermeiden und Dateien nutzen

Stammkund*innen und Fans mit den neuesten Produkten und dem ganzen Portfolio zu erreichen, ist wichtig wie eh und je. Aber oftmals muss es nicht der gedruckte 100-Seiten-Katalog sein. Gut gestaltete pdf-Kataloge machen viel her und lassen sich zudem nach den wichtigen Informationen einfach durchsuchen, während physische Kataloge schnell durch langes blättern nerven.

4. Papierfreie Eventorganisation

Broschüren, Handouts, Ablaufprogramme – vor dem Event, während des Events und oft noch danach. Auch hier können Unternehmen Vorbild für nachhaltige Eventgestaltung sein und Papier und Drucke sparen. Mit Apps wie lineupr lassen sich alle notwendigen Event-Informationen digital abbilden, sind meist übersichtlicher und bieten noch weitere Funktionen wie die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden. Sogar als Veranstalter*in hat eine digitale Event-Organisation Vorteile. Die Dokumentation und Nachbetreuung funktioniert meist gesammelt aus einer Anwendung.

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5. Green Marketing durch Space-Branding: Pflanzen und grüne Logos

Das Image vieler Unternehmen bestimmt sich auch durch deren Büros und Arbeitsräume. Wer die eigene grüne Ader zeigen will, findet immer mehr Möglichkeiten die eigenen Räume statt mit überteuerten Möbeln mit Pflanzen und grünen Wandgemälden zu gestalten. Viele Firmen machen es vor und berichten auch davon, dass die Zufriedenheit der Mitarbeitenden in den Büros deutlich steigt. Dieser Anbieter hat ansehnliche Beispiele.

Außerdem belegen diverse Studien die positiven Auswirkungen von Pflanzen im Büro auf die Luftqualität und das Gemüt derjenigen, die in dem Büro arbeiten.

6. Cleanvertising

Das Cleanvertising ist ein weiteres tolles Beispiel wie Green Marketing und Guerilla Marketing Hand in Hand gehen. Es nutzt die natürliche Umgebung, um Botschaften und Inhalte zu vermitteln. Skulpturen aus Sand, in Logo-Form geschnittene Hecken, in Form aufgestapelte Steine vom letzten Bau. Die Kreativität ist endlos und es werden keine oder kaum zusätzlichen Ressourcen gebraucht. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Designer*innen lassen sich auffällige und umweltschonende Marketingräume schaffen.

Pflanztöpfe für Bigelow Tea von Jason Lazar (www.jasonislazar.com)

7. Nützliches Ökologisches Merchandise

Viele Unternehmen wollen hin und wieder Werbegeschenke zu bestimmten Situationen vergeben. Kugelschreiber, Anhänger und Co. werden kaum genutzt oder weggeschmissen. Stattdessen lässt sich fragen, was die Zielgruppe wirklich gebrauchen kann: Notizbücher aus Graspapier, Pflegeprodukte aus Naturrohstoffen, faire Tees, Bio-Gewürze oder andere, ganz der Zielgruppe angepasste Konsumprodukte.

Überraschen Sie Ihre Kund*innen mit etwas wirklich praktischem und zeigen Sie, dass Ihnen Umwelt wichtig ist.

8. Umweltfreundliche Giveaways

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, schenkt den Kund*innen oder Geschäftspartner*innen gleich Produkte, die aktiv der Umwelt helfen. Das reicht von Baumpatenschaften über Sämliche für die neue Büropflanze bis zur Draußen-Begrünung. Besonders begeistert sind wir immer von Samenbomben, wie die von Seedbomb City.

9. Reverse Graffiti

Reverse Graffitis sind de facto die Umkehrung des Graffiti. Sie sind eine weiteres hervorragendes Beispiel für die Fusion von Green Marketing und Guerilla Marketing. Entweder wird mit einem Wasserstrahl eine dreckige Oberfläche partiell gereinigt oder es wird eine Oberfläche mit (umweltfreundlichem) Wachs behandelt, sodass die Botschaft nur nach Regen sichtbar wird. Absolut kreativ und zugleich viel ressourcensparender als gesprühte Graffitis.

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

10. Beim Druck auf umweltbewusste Anbieter setzen

Drucken ist nicht gleich Drucken. Immer mehr Anbieter haben sich darauf spezialisiert umweltfreundliche Prozesse aufzubauen. Sie setzen energiesparende Geräte ein, nutzen ressourcenschonende Papiere und passen die Farbschemata darauf an. Eine Online-Suche nach „umweltfreundliche Druckereien“ liefert viele spannende Ergebnisse. Viele der heutigen Anbieter für Grünes Drucken können Zertifikate für den Einsatz ökologischer Materialien nachweisen oder sogar darüber, dass sie klimaneutral drucken können.

11. Graspapier für besondere Drucke nutzen

Wer besondere Drucke hat, einen echten Aha-Effekt erzeugen möchte und gleichzeitig die Umwelt schonen, sollte sich einmal mit Graspapier beschäftigen. Die besondere Optik macht einen bleibenden Eindruck und spiegelt das eigene Umweltengagement gut wieder. Unser Partner Matabooks z.B. nimmt verschiedenste Anfragen an und druckt auch unsere plant values Visitenkarten auf Graspapier.

Übers Marketing hinaus: Nachhaltigkeit strategisch denken und als Ganzes betrachten

Für die große Veränderung in Unternehmen und Organisationen darf es über Green Marketing hinaus gehen. Daher bieten wir an bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen oder auch gemeinsam passende Maßnahmen zu erarbeiten. Andersherum kann Green Marketing genauso immer eine Rolle spielen bei der effektiven Kommunikation von umgesetzten Nachhaltigkeits-Maßnahmen.

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Dies waren unsere Nachhaltigkeit-Tipps für Green Marketing. Weiter geht es mit unseren anderen Kategorien:

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Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de

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Beyond CSR – Essay zu Verantwortung in Unternehmen

Ein Vortrag beim SAP Open House zu den SDGs

Was dieses süßen Kätzchen mit Verantwortung von Unternehmen zu tun hat?

Neben dem Fakt, dass Cat Content Aufmerksamkeit zieht, symbolisiert dieses Bild etwas ganz anderes. Darauf kommen wir gleich zurück.

„Warum responsible aus gesellschaftlicher Sicht nicht mehr ausreicht und wie es für Unternehmen lohnt darüber hinaus zu denken“

Wir wollen in diesem Essay, der aus einem Vortrag entstanden ist darauf eingehen, was sich an unserem Umgang mit Verantwortung ändern darf und welche Möglichkeiten Unternehmen haben damit umzugehen.

Zurück zu dem Kätzchen

Jedes Mal, wenn wir auf facebook, instagram oder anderen sozialen Medien ein süßes Katzenbild anschauen, hat das irgendjemand hochgeladen. Aber in diesem Prozess passiert ein wichtiger Schritt, von dem wir gar nichts mitbekommen.

Alle Bilder werden nach sexuellen oder gewalttätigen Inhalten gefiltert. (Link)

Darin werden zwar Algorithmen immer besser, zum Großteil machen das aber noch Menschen. Ganz praktisch heißt das, dass z.B. auf den Philippinen hunerte Menschen den ganzen Tag vor Bildschirmen sitzen, wahrscheinlich auch Kinder, und pro Bild oder Video ca. eine Sekunde Zeit haben zu entscheiden, ob es gewalttätig oder sexuell ist. Das heißt auch, dass diese Menschen die geballte Ladung sexuellen und gewalttätigen Inhalts abbekommen. Jeden Tag, stündlich, minütlich, vielleicht öfter. Wir können uns vorstellen, was es mit Menschen macht täglich Hinrichtungen und harte Pornografie zu sehen.

Aber WIR sehen das nicht. Wir sehen ein süßes Katzenbildchen.

Das größere Bild

Das ist nur eines von tausenden Beispielen, in denen unser Konsum Auswirkungen hat, von denen wir vielfach nicht einmal wissen. Das heißt, verantwortungsvoller Konsum nach unseren Wertvorstellungen wird uns verdammt schwer gemacht.

Ein Gedankenexperiment zu Verantwortung in Unternehmen

Stellen wir uns vor facebook sorgt dafür, dass diese Content Moderator*innen durch ihr Handeln NICHT MEHR LEIDEN müssen. Das heißt, sie würden (immerhin in dem Punkt) keinen Schaden mehr anrichten. Und nehmen wir weiter an, facebook würde überhaupt keinen ökologischen oder gesellschaftlichen Schaden mehr anrichten.

Wären sie deswegen toll? Wären sie dann ein Vorzeigeunternehmen?

Wahrscheinlich würde man das tatsächlich so darstellen und facebook würde sich als Held rühmen.

Ich möchte, dass wir fragen, ob das gerechtfertigt wäre.

Stellen wir uns vor facebook wäre ein Mensch. Wäre diese Person ein Held oder eine Heldin, weil sie Gesetzte einhält, niemanden versklavt, niemanden seiner Menschenwürde beraubt?…

Ich glaube nein.

Man ist kein Held, wenn man keinen Schaden anrichtet. Man ist ein Held, wenn man sich Problemen stellt, etwas Relevantes verbessert, proaktiv für etwas einsteht und vllt. ein Risiko dafür eingeht.

Ein weitläufiges Verständnis von Verantwortung in CSR

Unser Bild von heroischen Unternehmen ist verkorkst. Helden sollten für die Gesellschaft, für die Menschheit, für die Erde einstehen. Sich an Gesetzte und ein gesellschaftliches Wertesystem zu halten ist Mindestanforderung und nicht einen Orden wert.

Das ist aber, was wir aktuell meist mit Verantwortung meinen.

Die gängige Auslegung von Verantwortung in Unternehmen und der Wirtschaft, z.B. im Begriff CSR ist keinen Schaden anzurichten. Auf dieses gängige Verständnis referenziert auch der Titel des Beitrags.

Man kann Verantwortung auch weiter gefasst auslegen. Das tun verschiedene philosophische Schulen. In der Praxis passiert das aber zu wenig. Lasst uns anschauen, wie dieses weitere Verständnis aussehen kann und warum wir das für notwendig halten.

Aktive Regeneration. Schadenvermeidung reicht nicht mehr aus.

Schauen wir uns den Zustand unseres Planeten aus ökologischer Sicht an.

Das Modell der Planetary Boundaries zeigt die wichtigsten Ressourcenkreisläufe und Systeme der Erde.

Stockholm Resilience Center

Im inneren Ring zeigt es an, bis wohin das jeweilige System genutzt werden kann, sodass es sich stetig regenerieren kann und wir als Menschheit in einem „sicheren Handlungsraum“ operieren.

Einige wenige Systeme sind noch im inneren, also im sozusagen sicheren Bereich.

Bei anderen sehen wir, dass sie außerhalb sind. Das heißt, wir haben Schäden angerichtet, die die Systeme so sehr verändern, dass die Wahrscheinlichkeit Kipp-Punkte zu erreichen enorm steigt. Diese Kipp-Punkte können extreme Änderung dieser Systeme und damit unserer Welt zur Folge haben und uns das Leben auf dem Planeten richtig schwer machen.

Wenn wir uns das anschauen, sehen wir, dass wir aktiv handeln müssen, um in den Bereich zurück zu kommen, der uns ein sicheres Leben ermöglicht.

„Das bedeutet, es reicht es einfach nicht mehr keinen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, wir müssen aktiv Schäden ausbessern und Ressourcen regenerieren“

Verantwortungsvoll heißt mittlerweile nicht nur nichts wegzunehmen, sondern etwas zurückzugeben.

Und mit den Planetaren Grenzen haben wir auch nur die ökologischen Dimensionen unseres Handelns betrachtet, nicht die sozialen.

Der Zeitgeist spielt zugunsten größerer Verantwortung in Unternehmen

Die Menschheit begreift diese Tatsachen immer mehr. Wir beginnen die Folgen unseres Handelns zu verstehen.

Deswegen demonstrieren Menschen, deswegen werden Gesetze zu Umweltschutz erlassen, deswegen zeigen nachhaltige Unternehmen immer bessere Performance.

„Und genau das ist die Chance derer sich Unternehmen klar werden sollten.“

Wenn sie nur keinen Schaden mehr anrichten wollen, weil sie sonst von NGOs und Kunden gestraft werden, laufen sie der Entwicklung hinterher.

Echte Innovationen zugunsten Nachhaltigkeit

Was Steve Jobs mit dem iPhone getan hat, ist Bedürfnisse zu erkennen und Lösungen zu bieten, die die Kunden wollten aber noch nicht kannten. Er hat nicht auf den Wunsch der Menschen gehört (größere Musik-Player und bessere Telefone), sondern hat das Bedürfnis durch seine Expertise auf ganz neuem Weg gelöst.

„Genau dieses Innovationsverständnis brauchen wir heute für eine nachhaltige Entwicklung.“

Unternehmen haben GENAU JETZT die Chance das zu tun. Die gesellschaftlichen Bedürfnisse nach dem Lösen globaler Probleme zu erkennen und darauf einzugehen.

Es geht um neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die ökologische und soziale Probleme lösen. Und Menschen sind offensichtlich immer mehr bereit dafür Geld auszugeben. Das sehen wir, wenn wir die die Absatzmenge von Bio (Link) und Fairtrade (Link) anschauen oder die Umsatzzahlen von nachhaltig agierenden Unternehmen.

Blue Ocean Strategie: Verantwortung in Unternehmen erfolgbringend nutzen

Der Gedanke ist folgender: Biete deinen Kunden ein Produkt, bei dessen Konsum oder Nutzung sie fühlen, dass sie aktiv etwas Gutes tun. So machen Unternehmen ihre Kunden zu Verbündeten im Kampf für die gleiche Sache. Und für die meisten heißt es automatisch, sich einen komplett eigenen Markt schaffen zu können.

Als Hilfsmittel haben wir einen Ansatz entworfen, den wir Shared Vision nennen.

Shared Vision in Kürze

Im Grunde geht es um die große Chance eine Vision zu schaffen, die das Unternehmen, möglichst viele Mitarbeiter*innen und Kund*innen vereint.

Die Vision kommt aus den Unternehmensressourcen selbst:

  • Welche globalen Probleme gehen meinen Mitarbeitenden nahe?
  • Wofür engagieren sie sich vielleicht schon?
  • Was ist meinen Kunden und Kundinnen wichtig?
  • Und welche Technologien oder Netzwerke oder Kompetenzen habe ich als Unternehmen?

Diese Vision gibt Mitarbeitenden Orientierung und schafft den gemeinsamen Strang, an dem man ziehen will. So wird ein Nachhaltigkeitsverständnis zudem deutlich besser und greifbarer in den Arbeitsalltag integriert und die Mitarbeitenden müssen nicht immer daran denken, was sie laut Leitlinie XY nicht dürfen.

Diese Vision gibt der Unternehmensführung Orientierung. In so dynamischen Umfeldern wie den heutigen Märkten sind die meisten Strategien in Kürze wieder obsolet und können viele neue Situationen nicht prospektiv abdecken.

Und diese Vision bindet meine Kund*innen ganz anders. Sie kaufen letztendlich nicht nur die Produkte, die in heutiger Zeit so austauschbar sind. Sie kaufen die Vision, das Wissen und gute Gefühl etwas für unseren Planeten, die Zukunft unserer Kinder oder andere Menschen zu tun.

Adidas X Parley einfaches Beispiel, das Verantwortung im Unternehmen für sich nutzt

Disclaimer
Wir wollen nicht darstellen, dass Adidas in allen Belangen ein Vorbild-Unternehmen sei. Das eine vorgestellte Produkt verdeutlicht lediglich den Ansatz von Shared Vision gut.

Adidas hat wahrgenommen, dass große Mengen Plastik im Meer schwimmen und vor allem, dass erhebliche Teile der Gesellschaft, inkl. Mitarbeitenden und Kund*innen verärgert sind und Lösungen dafür wollen.

Adidas hat die eigenen Ressourcen erkannt und nutzt das Know-How Plastik verarbeiten zu können. Die meisten Adidas Schuhe sind schließlich daraus gefertigt.

Kurz umrissen, haben sie sich mit der NGO Parley Schiffe gechartert, sind aufs Meer gefahren und haben einen Teil des Mülls abgefischt, um daraus Schuhe zu fertigen.

Die Resonanz der Kund*innen war überwältigend. Durch den Kauf der Schuhe tragen sie einen kleinen Teil zur Lösung des Problems bei.

Es war dahingehend ein Erfolg für Adidas, die Umwelt und die Kund*innen.

Mutige Innovationen für Nachhaltigkeit sind jetzt die größte Chance

Wir glauben genau jetzt sei der richtige Zeitpunkt für Unternehmen Verantwortung weiter zu fassen, als bisher.

Wir glauben genau jetzt haben Unternehmen die Chance etwas positives in dieser Welt zu schaffen, sich eine Shared Vision zu geben und damit vor allem erfolgreich zu sein. Sowohl am Markt als auch als Menschen.

Die Zeit ist reif. Jetzt bedarf es nur Mut sich neuen Wegen zu stellen, die eigenen Nachhaltigkeits-Potenziale zu finden und in innovative Lösungen umzusetzen.

Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de

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News und Einblicke

Schulungspartner des Deutschen Nachhaltigkeitskodex

plant values ist seit 2016 einer der deutschlandweit rund 75 Schulungspartner für den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex

Der DNK ist ein Berichtsstandard für einheitliche, transparente, leicht verständliche Nachhaltigkeitsberichte, welcher vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) entwickelt wurde. Der RNE ist das beratende Gremium der Bundesregierung in puncto Nachhaltigkeit.

Warum mit dem DNK arbeiten?

Mit dem DNK machen Sie die ersten Schritte hin zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung (CSR-Bericht). Gleichzeitig erfüllen Sie aber auch die gesetzlichen Vorgaben, welche das CSR-RUG (CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz) einfordert. Der DNK soll einen niederschwelligen Einstieg ermöglichen und etabliert sich immer mehr als Standard in Deutschland. Während andere Standards, wie die des GRI, für größere Unternehmen konzipiert sind, richtet sich der DNK explizit an Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU).

Aktuelles Thema Wesentlichkeit im DNK

Spätestens seit der Erneuerung des DNK-Leitfadens 2020 legt der DNK starkes Augenmerk auf das Thema Wesentlichkeit. Da bedeutet, dass im Fokus der Berichterstattung und der Nachhaltigkeitsleistungen des Unternehmens die Themen stehen sollen, die bzgl. Umwelt und Gesellschaft am relevantesten sind.

Das ist auch für die Anweder des DNK von Vorteil, weil dieser Fokus sowohl den eigenen Ressourcen als auch der Kommunikation hilft. So können Unternehmen sich umso stärker auf die Themen konzentrieren, bei denen sie den gröten Hebel für Nachhaltigkeit haben.

Wesentlichkeit spielt zudem für die Nachhatigkeitsstrategie von Unternehmen eine besondere Rolle. Mehr dazu in unserer Anleitung zur Erstellung der Grundlage für eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Unsere Leistungen als Schulungspartner des Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Wir unterstützen Sie, wenn Sie den DNK als Nachhaltigkeitsberichts-Standard nutzen wollen. Wir sind vor Ort erster Ansprechpartner als Partner des DNK und geben Informationen, Schulungen und individuelle Beratung.

Wir bieten Informationsgespräche an sowie gezielte Schulungen, um sie fit zu machen für die Umsetzung der CSR-Richtlinie in Eigenregie. Da einige Aspekte der Berichterstattung, wie die Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie jedoch deutlich aufwändiger sind, begleiten wir Sie auch gern individuell bei der Einführung des DNK. Das kann von einzelnen Workshops zu Strategie, Prozessen, Zielen bis zur operativen Erstellung der DNK-Erklärung gehen.

Wir bereiten Sie darauf vor, nach dem DNK zu berichten, unterstützen bei dem Prozess selbst und fertigen auf Ihnen Wunsch hin auch Ihre DNK-Erklärung an, mit welcher Sie den Standard offiziell erfüllen. Wenn Sie wünschen, übernehmen wir zusammen mit Partnern auch die Ausgestaltung eines öffentlichkeitswirksamen Nachhaltigkeitsberichts auf der erarbeiteten Grundlage, egal ob als Print oder online.

Sie haben Fragen zu dem Thema? Sie wollen wissen, wie sich eine Nachhaltigkeits-Berichterstattung noch für Sie lohnt oder haben Fragen zum Vorgehen?

Wir arbeiten mit Unternehmen an Nachhaltigkeit.
Strategie, Controlling und Unternehmenskultur für Nachhaltigkeit.

Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

info@plant-values.de

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