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Investment-Gigant BlackRock kündigt an, künftig nachhaltig(er) zu investieren

BlackRock hat im Januar 2020 angekündigt seine Investments nachhaltig(er) aufzustellen. Wir erklären, was das heißt und wie es einzuordnen ist.

Die Finanzwirtschaft als Förderer nachhaltigen Wirtschaftens?

Globale Nachhaltigkeitsziele SDG erreichen – zentrale Rolle liegt bei Unternehmen

Darstellung der 17 SDG (c) https://www.un.org/sustainabledevelopment/ Hinweis: “The content of this publication has not been approved by the United Nations and does not reflect the views of the United Nations or its officials or Member States“

Die 2020er-Jahre haben begonnen und es verbleiben noch 10 Jahre, bis die Ziele der Vereinten Nationen zur Nachhaltigkeitsentwicklung (17 SDG der United Nations) erreicht sein sollen. Nachhaltigkeit wird dieses Jahrzehnt zum entscheidenden Faktor des Wirtschaftens und der Unternehmensführung.

Einerseits kann die Erreichung von nachhaltigen Zielen nicht ohne Unternehmen funktionieren. Andererseits wird Nichtagieren und Nichtantizipieren der Herausforderungen der Nachhaltigkeit zum zunehmenden Risiko für die Unternehmen selbst: Probleme in der Rohstoffbeschaffung und den Lieferketten, steigende Kapitalkosten durch Risikoaufschläge, Verpassen von technischen und sozialen Innovationen, verfehlen gesellschaftlicher und politischer Ansprüche und damit der „licence to operate“. Die Liste ist lang.

BlackRock’s Ankündigungen zur Nachhaltigkeit und die Chancen sowie Folgen für Unternehmen

Selbst große Player, wie der Investmentgigant BlackRock, schlagen eine neue Richtung ein. BlackRock CEO Fink im Januar 2020 dazu:

„Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden. (…) Die Forschungsergebnisse einer Vielzahl von Organisationen, darunter der Weltklimarat IPCC, das BlackRock Investment Institute und viele andere, aber auch neue Studien von McKinsey über die sozioökonomischen Auswirkungen von Klimarisiken, zeigen uns, wie sich die Klimarisiken gleichermaßen auf die Umwelt wie auch die globale Finanzwirtschaft, die das Wirtschaftswachstum begleitet, auswirken.“

– BlackRock Investmentgesellschaft Chef Larry Fink, Januar 2020

Die von BlackRock aktiv verwalteten Portfolios werden bis Mitte 2020 auf deren Klimaverträglichkeit hin geprüft und gegebenenfalls schädliche Investments beseitigt. Ganzheitliche Nachhaltigkeit nach ESG-Kriterien, welche Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards umfassen, wird ein relevantes Entscheidungskriterium für BlackRock’s Investitionen werden: „Künftig werden wir Nachhaltigkeit zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Portfoliokonstruktion und unseres Risikomanagements machen“, so Fink weiter.

Der Finanzmarkt als Hebel zur nachhaltigen Entwicklung von Unternehmen und Wirtschaft?

Einfach gesagt: Jene Konzerne und Unternehmungen, welche sich nicht an die Kriterien halten, stehen vor dem Risiko von der Investmentgesellschaft das Kapital entzogen zu bekommen. Die Tragweite dieser Ankündigungen von BlackRock zu Nachhaltigkeit ist enorm. Der weltgrößte Vermögensverwalter verwaltet für Versicherungen, Renten- und Aktienfonds sowie andere institutionelle Kunden und Millionen von Privatanlegern ein Vermögen von schätzungsweise 7 Billionen US-Dollar. Dies entspricht in etwa der Wirtschaftskraft von Deutschland, Spanien und Frankreich zusammen.

Werden diese Geldströme nun nach Nachhaltigkeitskriterien umstrukturiert, ist das ein enormer Hebel hin zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft. Es begünstigt Unternehmen, welche bereits Nachhaltigkeitsaspekte in deren strategische Ausrichtung einfließen lassen und bestraft jene, welche sich nicht darum kümmern. Über die Instrumente des Finanzmarktes können folglich klare Anreize für eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft geschaffen und auch hartnäckig-blockierende Unternehmen dazu gebracht werden, sich ernsthaft mit Nachhaltigkeit in deren Handeln und Geschäftsmodell auseinander zu setzen.

Umdenken in der Finanzbranche: ESG-Kriterien als Kompass für Investments; Quelle: Piqsels

Die Gestaltungsmacht von BlackRock, gegeben durch die Mitbestimmungsmöglichkeiten bei investierten Unternehmen, soll darüber hinaus eingesetzt werden, um Unternehmens-Aktivitäten und -Risiken bezüglich Nachhaltigkeit transparent zu machen. Unternehmen sollen bis Ende 2020 nach den jeweiligen Branchen-Standards des Sustainability Accounting Standard Boards (SASB) öffentlich über Nachhaltigkeitskriterien berichten. Zusätzlich sollen klimabezogene Risiken nach den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) dargestellt werden. Kurzum, es werden klare Transparenzanforderungen an die Unternehmen formuliert.

BlackRock ist nicht als Vorreiter nachhaltiger (sozialer und ökologischer) Investitionen bekannt. Daher darf man gespannt sein, wie konsequent die Vorhaben wirklich umgesetzt werden. Nichtsdestoweniger ist diese angekündigte Neuausrichtung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein noch wichtigeres Signal: Konzerne und Unternehmen sind von deren Geldgebern aufgefordert, sich tiefgreifend und transparent mit Nachhaltigkeitsaspekten deren täglichen Handelns und derer strategischen Ausrichtung zu beschäftigen. Über Geschäfts- und Lieferkettenbeziehungen werden zudem weitere Unternehmen im Sinne eines Domino-Effekts indirekt und Schritt-für-Schritt ebenfalls in die Pflicht genommen. Bei Zulieferern schlummert ebenfalls enormes Potential für ein klimafreundliches Wirtschaften.

Solange jedoch nicht die Mehrheit der Finanzakteure Nachhaltigkeitskriterien als festen Investment-Schwerpunkte setzen, können Unternehmen durch den Wechsel des Kapitalgebers den Transformationsprozess hin zu mehr Nachhaltigkeit umgehen.

Unternehmen werden vom Teil des Problems zum Teil der Lösung!

Unternehmen zunehmend vom Teil des Problems hin zum Teil der Lösung zu transformieren ist ein wichtiger Baustein, wenn die Nachhaltigkeitsziele, also die SDG, bis 2030 gemeinschaftlich erreicht werden sollen. Investmentgesellschaften können diese Entwicklung befördern und in die richtige Richtung mitsteuern.

BlackRock mit nachhaltigen Investments als Teil der Lösung?


Schlussendlich werden die Ziele nur gemeinschaftlich mit den vielen Akteuren der Gesellschaft erreicht werden können: Politik, Wissenschaft, NGOs, kleine wie große Unternehmen sowie jeder Mensch als Privatpersonen sind gefordert. Auch CEO Fink sieht das realistisch:

„Jede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen.“

– BlackRock Chef Fink in seinem öffentlichen Jahresauftaktbrief

Wir als plant values unterstützen öffentliche Institutionen und etablierte Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation ihrer Geschäftsmodelle und begleiten Startups und Jungunternehmen beim Aufbau eines ganzheitlich nachhaltigen Unternehmens. Unser Ansatz ist es, unsere Partner zu befähigen eine eigenständige, kontinuierliche Transformation zu vollziehen bzw. dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften zu etablieren. Wie die Entwicklung bei BlackRock und anderen Finanzakteuren (bspw. der ING) zeigt, kann ein nachhaltiges Geschäftsmodell langfristig durch stabile oder sogar geringere Kapitalkosten belohnt werden.


Quellen:
Weiterführende Artikel:

Methoden und Best Practice zu Nachhaltigkeit ins Postfach

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Bei komplexen Themen wie diesem beraten wir, sind Sparringspartner oder Impulsgeber. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren oder es sogar selbst angehen wollen, schreiben Sie uns gern:

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Steve Grundig

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Steve Grundig

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