Beyond CSR – Die Chance für Unternehmen (Teil 2/2)

Ein Vortrag beim SAP Open House zu den SDGs

Im ersten Teil des Beitrags haben wir betrachtet, wie Verantwortung heute zum Großteil verstanden wird und warum es aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr ausreicht keinen Schaden anzurichten, sondern aktiv regeneriert werden muss.

Nun darf es darum gehen, welche enorme Chance das für Unternehmen bedeutet.

Der Zeitgeist spielt zugunsten unternehmerischer Nachhaltigkeit

Die Menschheit begreift diese Tatsachen, insbesondere, dass wir aktiv handeln müssen, immer mehr. Wir beginnen die Folgen unseres Handelns zu verstehen.

Deswegen demonstrieren Menschen, deswegen werden Gesetze zu Umweltschutz erlassen, deswegen zeigen nachhaltige Unternehmen immer bessere Performance.

„Und genau das ist die Chance derer sich Unternehmen klar werden sollten.“

Wenn sie nur keinen Schaden mehr anrichten wollen, weil sie sonst von NGOs und Kunden gestraft werden, laufen sie der Entwicklung hinterher.

Echte Innovationen zugunsten Nachhaltigkeit

Was Steve Jobs mit dem iPhone getan hat, ist Bedürfnisse zu erkennen und Lösungen zu bieten, die die Kunden wollten aber noch nicht kannten. Er hat nicht auf den Wunsch der Menschen gehört (größere Musik-Player und bessere Telefone), sondern hat das Bedürfnis durch seine Expertise auf ganz neuem Weg gelöst.

„Genau dieses Innovationsverständnis brauchen wir heute für eine nachhaltige Entwicklung.“

Unternehmen haben GENAU JETZT die Chance das zu tun. Die gesellschaftlichen Bedürfnisse nach dem Lösen globaler Probleme zu erkennen und darauf einzugehen.

Es geht um neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die ökologische und soziale Probleme lösen. Und Menschen sind offensichtlich immer mehr bereit dafür Geld auszugeben. Das sehen wir, wenn wir die die Absatzmenge von Bio (Link) und Fairtrade (Link) anschauen oder die Umsatzzahlen von nachhaltig agierenden Unternehmen.

Blue Ocean Strategie für Nachhaltigkeit

Der Gedanke ist folgender: Biete deinen Kunden ein Produkt, bei dessen Konsum oder Nutzung sie fühlen, dass sie aktiv etwas Gutes tun. So machen Unternehmen ihre Kunden zu Verbündeten im Kampf für die gleiche Sache. Und für die meisten heißt es automatisch, sich einen komplett eigenen Markt schaffen zu können.

Als Hilfsmittel haben wir einen Ansatz entworfen, den wir Shared Vision nennen.

Shared Vision in Kürze

Im Grunde geht es um die große Chance eine Vision zu schaffen, die das Unternehmen, möglichst viele Mitarbeiter*innen und Kund*innen vereint.

Die Vision kommt aus den Unternehmensressourcen selbst:

  • Welche globalen Probleme gehen meinen Mitarbeitenden nahe?
  • Wofür engagieren sie sich vielleicht schon?
  • Was ist meinen Kunden und Kundinnen wichtig?
  • Und welche Technologien oder Netzwerke oder Kompetenzen habe ich als Unternehmen?

Diese Vision gibt Mitarbeitenden Orientierung und schafft den gemeinsamen Strang, an dem man ziehen will. So wird ein Nachhaltigkeitsverständnis zudem deutlich besser und greifbarer in den Arbeitsalltag integriert und die Mitarbeitenden müssen nicht immer daran denken, was sie laut Leitlinie XY nicht dürfen.

Diese Vision gibt der Unternehmensführung Orientierung. In so dynamischen Umfeldern wie den heutigen Märkten sind die meisten Strategien in Kürze wieder obsolet und können viele neue Situationen nicht prospektiv abdecken.

Und diese Vision bindet meine Kund*innen ganz anders. Sie kaufen letztendlich nicht nur die Produkte, die in heutiger Zeit so austauschbar sind. Sie kaufen die Vision, das Wissen und gute Gefühl etwas für unseren Planeten, die Zukunft unserer Kinder oder andere Menschen zu tun.

Wir arbeiten an einem weiteren Blog-Beitrag, der den Ansatz von Shared Vision ausführlicher erklärt.

Adidas X Parley als einfaches Beispiel

Disclaimer
Wir wollen nicht darstellen, dass Adidas in allen Belangen ein Vorbild-Unternehmen sei. Das eine vorgestellte Produkt verdeutlicht lediglich den Ansatz von Shared Vision gut.

Adidas hat wahrgenommen, dass große Mengen Plastik im Meer schwimmen und vor allem, dass erhebliche Teile der Gesellschaft, inkl. Mitarbeitenden und Kund*innen verärgert sind und Lösungen dafür wollen.

Adidas hat die eigenen Ressourcen erkannt und nutzt das Know-How Plastik verarbeiten zu können. Die meisten Adidas Schuhe sind schließlich daraus gefertigt.

Kurz umrissen, haben sie sich mit der NGO Parley Schiffe gechartert, sind aufs Meer gefahren und haben einen Teil des Mülls abgefischt, um daraus Schuhe zu fertigen.

Die Resonanz der Kund*innen war überwältigend. Durch den Kauf der Schuhe tragen sie einen kleinen Teil zur Lösung des Problems bei.

Es war dahingehend ein Erfolg für Adidas, die Umwelt und die Kund*innen.

Mutige Innovationen für Nachhaltigkeit sind jetzt die größte Chance

Wir glauben genau jetzt sei der richtige Zeitpunkt Verantwortung weiter zu fassen, als bisher.

Wir glauben genau jetzt haben Unternehmen die Chance etwas positives in dieser Welt zu schaffen, sich eine Shared Vision zu geben und damit vor allem erfolgreich zu sein. Sowohl am Markt als auch als Menschen.

Die Zeit ist reif. Jetzt bedarf es nur Mut sich neuen Wegen zu stellen, die eigenen Nachhaltigkeits-Potenziale zu finden und in innovative Lösungen umzusetzen.

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